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Anna Krentz (Falcons, links) entwischt Susanne Seel.

Basketball

68:37, aber noch Luft nach oben

Die Elangeni Falcons besiegen die Krofdorf Knights in der 2. Bundesliga Nord souverän. Coach Jay Brown sieht trotzdem noch Luft nach oben für Bad Homburgs Basketballerinnen.

Den hochverdienten Applaus der rund 60 Zuschauer durften sich die Basketballerinnen der Elangeni Falcons Bad Homburg nach dem Sieg über Krofdorf Knights abholen. Danach schnappte sich Trainer Jay Brown das Team und arbeitete den eben eingefahrenen 68:37-Sieg (22:16, 17:4, 20:11, 9:6) – den vierten Erfolg im fünften Saisonspiel – noch am Spielfeldrand auf. Auch einige Einzelgespräche wurden geführt, etwa mit der Topwerferin Stephanie Furr. Starke 18 Punkte bei einer respektablen Wurfquote von 46 Prozent aus dem Feld konnte die US-Amerikanerin verbuchen, allerdings unterliefen ihr auch fünf Ballverluste. „Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen“, betonte Brown nach dem Spiel.

Der Ehrgeiz und das Streben nach Fehlerminimierung ist Teil von Browns Job-Beschreibung als Basketball-Lehrer. Doch wirklich viel ließen sich seine Spielerinnen – zumindest für den neutralen Beobachter – nicht zuschulden kommen. Zu Beginn der Partie versuchten die Falcons, den Ball unter den Korb zu bringen, also genau dahin, wo des Gegners stärkste Spielerin anzufinden war: Power Forward Leslie Robinson. In den Medien ist Robinson ein Thema aufgrund ihrer berühmten Verwandtschaft: Sie ist die Nichte des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama. Als Spielerin zeichnet das 1,83 Meter große Kraftpaket die Kombination aus Athletik und Technik aus. Doch auch sie war den Homburgerinnen am Sonntagmittag nicht gewachsen. Das erste Viertel fiel mit 22:16 für die Gastgeberinnen noch relativ knapp aus, da einige Angriffe unsauber ausgespielt und dadurch recht viele Bälle abgegeben wurden. Doch mit fortschreitender Spieldauer wurde den Zuschauern im Feri-Sportpark schnell klar, dass der Sieg nur an Bad Homburg gehen konnte.

49 von 78 Rebounds

Die Zahlen belegen die Überlegenheit eindeutig. Die Falcons holten 49 von 78 möglichen Rebounds, speziell die 17 Offensiv-Rebounds waren wichtig, bedeuteten sie in der Regel einfache Punkte. Während man selbst 39 Prozent der Würfe aus dem Feld traf, hielt man den Gegner bei mageren 27 Prozent. Zudem wurde der Ball gut bewegt, denn am Ende standen 15 Vorlagen zu Buche, während nur bei sieben Körben der Knights direkt vorgelegt wurde.

„Unseren Defensivplan haben wir das ganze Spiel über gut umgesetzt“, lobte Brown, „aber in der Offensive hätten wir heute 20 oder sogar 30 Punkte mehr machen können“. Zumindest ein paar Zähler mehr hätten es von der Freiwurflinie aus sein dürfen. Dort blieben die Falcons bei eher schwachen 46 Prozent (7 von 15).

„Ich denke, es ist menschlich, dass man als Sportler bei hoher Führung ein bisschen nachlässt“, sagte Spielmacherin Alexandra Polishchuck. Sie selbst versucht dem anhand eines Tricks vom wohl besten Basketballer aller Zeiten entgegen zu wirken. „Michael Jordan hat mal in einem Interview erzählt, dass er sich während einer langen Saison immer persönliche Ziele für jedes Spiel setzt“, sagte sie. Der Gegenspieler dürfe beispielsweise nicht mehr als 20 Punkte machen. Die Umsetzung dieses speziellen Ziels gelang den Falcons auch gegen die Knights: Robinson blieb am Ende bei 18 Punkten.

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