Die Schwester als erste Gratulantin: Viktoria Koletzko umarmt ihren Bruder Oliver nach dessen 7,90-Meter-Sprung.
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Die Schwester als erste Gratulantin: Viktoria Koletzko umarmt ihren Bruder Oliver nach dessen 7,90-Meter-Sprung.

Leichtathletik, Hochtaunus

7,90 Meter: Oliver Koletzko springt Hessenrekord

  • VonJens Priedemuth
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Ein 18-jähriger Weitspringer aus Schmitten sorgt für Furore. Oliver Koletzko ist gar nicht mehr so weit entfernt vom deutschen Rekord.

Hochtaunus -Was für ein Wettkampf: Gleich mit seinem ersten Versuch ließ es Lokalmatador Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) beim Einladungs-Meeting seines Vereins so richtig krachen. Der "U20er" landete bei seinem ersten Sprung der Freiluft-Saison erst nach 7,90 Metern wieder in der Grube und blieb damit nur 16 Zentimeter unter dem deutschen Rekord, den seit 1984 Ron Beer (SC Dynamo Berlin) hält.

Der erst 18-jährige Weitspringer aus Schmitten verbesserte in Wiesbaden aber einen anderen "Uralt-Rekord". Als hessische Bestweite wurden seit dem 28. Juli 1968 die 7,80 Meter von Hans Baumgartner (TV Heppenheim) in der Statistik geführt. Koletzko hakte zudem drei Qualifikationsnormen ab: für die U20-WM in Nairobi/Kenia (7,58 Meter), die U20-EM in Tallinn/Estland (7,55 Meter) sowie die U23-EM in Bergen/Norwegen (7,80 Meter).

"Ich bin einfach sprachlos", schrieb Koletzko auf seiner Instagram-Seite. "7,90 m!!" Nicht nur der junge Athlet jubelte mit einem lauten Schrei. Auch auf der nur von Trainern und Betreuern besetzten Tribüne - Zuschauer sind wegen der Corona-Vorschriften nicht zugelassen - brandete Applaus auf. Viktoria Koletzko, Olivers ältere Schwester, die selbst eine talentierte Sprinterin ist, hielt es nicht mehr auf ihrem Sitz. Sie stürmte an die Bande, um ihren Bruder zu umarmen.

Bei den Frauen setzte sich eine Siebenkämpferin gegen die Spezialistinnen durch. Vanessa Grimm vom Königsteiner LV hatte erst am vergangenen Wochenende mit 6,11 Metern eine neue Bestleistung erzielt. In Wiesbaden packte sie noch elf Zentimeter oben drauf. "Andere Athletinnen erhalten nach einer Bestmarke ein Eis. Ich darf zur Belohnung jetzt noch eine Trainingseinheit absolvieren", berichtete die Bundeskader-Athletin lächelnd. Unter ihrem Trainer Philipp Schlesinger absolvierte sie im Anschluss am Olympia-Stützpunkt in Frankfurt noch einige Tempoläufe.

Im Dreisprung der Altersklasse M20 trug sich Alexander Ries vom MTV Kronberg in die Siegerliste ein. Seine 13,40 Meter bei genau 2,0 Metern pro Sekunde Rückenwind bedeutete einen neuen Kreisrekord.

Maryse Luzolo gab nach ihrer Corona-Infektion beim Meeting in Ettlingen ein tolles Comeback. Einen knappen Monat hatte die Weitspringerin vom Königsteiner LV pausiert. Im letzten Versuch sprang sie 6,59 Meter - und damit bis auf zwei Zentimeter an ihre Bestmarke aus dem Jahr 2017 heran. Ihr Vereinskollege Gianluca Puglisi wurde bei den Männern mit der Weite von 7,58 Metern Dritter.

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