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93:66 gegen Alba Berlin: Die Falcons Bad Homburg sind Meister

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Von: Thorsten Remsperger, Gerhard Strohmann

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So strahlen Zweitliga-Meister, stehend von links: Co-Trainer Bernd Betz, Aaliyah Pfeiffer, Zoe Janovsky, Patricia Sagerer, Lisa-Marie Kämpf, Tosca Steinhoff, Annika Holzschuh, Nerea Garmendia Odroziola, Natalia Brüning, Elizabeth Klinker, Trainer Jay Brown. Kniend v. l.: Emma Rhein, McKenzie Johnston, Gergana Georgieva, Franziska Worthmann und Isabel Gregor.
So strahlen Zweitliga-Meister, stehend von links: Co-Trainer Bernd Betz, Aaliyah Pfeiffer, Zoe Janovsky, Patricia Sagerer, Lisa-Marie Kämpf, Tosca Steinhoff, Annika Holzschuh, Nerea Garmendia Odroziola, Natalia Brüning, Elizabeth Klinker, Trainer Jay Brown. Kniend v. l.: Emma Rhein, McKenzie Johnston, Gergana Georgieva, Franziska Worthmann und Isabel Gregor. © Gerhard Strohmann

Im Finale um die Zweitliga-Meisterschaft lassen die Bad Homburgerinnen dem prominenten Club aus der Hauptstadt keine Chance. Ob sie auch in die 1. Bundesliga aufsteigen, ist noch nicht klar.

Bad Homburg -Die Falcons Bad Homburg sind die beste Mannschaft Deutschlands in der 2. Basketball-Bundesliga der Damen. In einem begeisternden Endspiel haben die Schützlinge von Coach Jay Brown und Co-Trainer Bernd Betz am Samstagabend Alba Berlin mit 93:66 (38:30) bezwungen. Damit haben sie das Duell der beiden Sieger der Zweitliga-Gruppen Süd und Nord überdeutlich zu ihren Gunsten entschieden.

Nach dem 23. Sieg in Serie seit dem 30. Oktober 2021 badeten die Korbjägerinnen der HTG im Primodeus-Park in einem goldenen Konfettiregen. Dann reckten sie den silbernen Pokal in die Höhe, den Ferdinand Michel (Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft 2. DBBL) kurz zuvor den beiden Team-Captains Gergana Georgieva und Nerea Garmendia Odroziola überreicht hatte.

"Einfach nur geil", so fanden Bad Homburgs OB Alexander Hetjes und HTG-Präsident Ralph Gotta sowohl das Finale als auch die Stimmung, für die rund 250 Zuschauer in der proppenvollen Sporthalle mit Trommeln und Tröten gesorgt hatten.

"Ehrenplatz" in 176-jähriger Vereinsgeschichte

Mit Standing Ovations der Fans in den letzten beiden Spielminuten sowie dem Queen-Ohrwurm "We Are The Champions" als Dauerschleife bei der ausgedehnten Party nach der Siegerehrung endete ein Basketball-Event, das in der nunmehr 176-jährigen Geschichte der Homburger Turngemeinde mit Sicherheit einen Ehrenplatz bekommen wird.

"Ich habe bereits Kostenvoranschläge eingeholt", beantwortete Gotta die Frage, ob er mit einer Vergrößerung der Tribünen-Kapazität nicht eine der "Baustellen" aus dem Weg räumen könnte, die - neben einem Finanzetat im niedrigen sechsstelligen Bereich - aktuell einem Aufstieg in die 1. Liga noch entgegenstehen.

Die mit Silbermedaillen dekorierten Spielerinnen von Alba Berlin hingegen werden im Gegensatz zu den Falcons in der Saison 2022/23 erstmals in der Eliteliga des deutschen Damen-Basketballs an den Start gehen. Nach der Klatsche in Bad Homburg allerdings wohl wissend, dass Verstärkungen dringend nötig sind, wenn man die Herausforderung DBBL meistern will.

Zumindest bezüglich der Finanzen (Gesamtetat: rund 11 Millionen Euro) und der Infrastruktur (die Mercedes-Benz-Halle fasst 17 000 Zuschauer) sind die Berliner von den Problemen bei der HTG Bad Homburg weit entfernt.

In sportlicher Hinsicht aber konnte Alba dem perfekt zusammengestellten Team der Falcons in keiner Phase der Partie das Wasser reichen. Von der magischen Stimmung beflügelt, diktierten die Gastgeberinnen vom Anwurf an das Geschehen fast nach Belieben und entschieden alle vier Abschnitte (21:14, 17:16, 26:20, 29:16) für sich.

Nachdem sich der Konfettiregen großflächig auf dem Hallenboden verteilt hatte, starrte Erfolgscoach Brown noch immer ungläubig auf die digitale Anzeigentafel. An ein 93:66 des "Davids" aus dem Taunus gegen den "Goliath" aus der Bundeshauptstadt Berlin - darauf hätte vor diesem Endspiel keiner gewettet.

Vier Stammspielerinnen hören auf

Vier Spielerinnen krönten mit diesem gigantischen Erfolg ihre Zeit im Trikot der HTG: Die US-Girls Elizabeth Klinker (26) und McKenzie Johnston (26) kehren in ihre Heimat zurück. Für Nerea Garmendia Odroziola (34) und Franziska Worthmann (36) bedeutete das Finale am Samstag das Ende ihrer aktiven Laufbahn.

Dass dieses Quartett gegen Alba zusammen 60 der 93 Punkte erzielt hat, unterstreicht seine enorme Bedeutung für das Meisterteam. Dies bedeutet aber zugleich auch, dass 2022/23 vom Management der HTG um Liz und Michael Rhein ein Kraftakt mit Transfer-Geschick vollzogen werden muss, um den Verlust an Qualität in etwa zu kompensieren.

Falcons Bad Homburg: Worthmann (26/3), Klinker (18), Gregor (13/1), Garmendia Odroziola (11), Georgieva (9), Kämpf (7), Johnston (7), Holzschuh (2), Rhein, Sagerer, Brüning. (sp)

Falcons bewerben sich um Erstliga-Platz

Zweitliga-Meister Falcons Bad Homburg wird entgegen erster Planungen doch einen Lizenzantrag für die 1. Damen Basketball Bundesliga (DBBL) stellen. "Wir werden dies vorsorglich tun", sagte Team-Managerin Liz Rhein auf Nachfrage der Taunus Zeitung. Bis Ende des Monats müsse ein solcher Antrag eingereicht sein.

Ob die HTG-Korbjägerinnen ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen (fällig würde dann die Erstliga-Kaution in Höhe von 10 000 Euro), könne zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Rund vier Wochen, so schätzt Rhein, blieben für den Abwägungsprozess innerhalb der Abteilung, ob die Organisation und die Finanzierung zu stemmen sind. Dann müsse der Verein noch zustimmen.

Bisher liegt das Falcons-Budget bei rund 55 000 Euro pro Saison. Rhein geht von einer notwendigen Verdreifachung aus. Vor allem die Personalkosten würden deutlich steigen. Mit nur zwei Profispielerinnen wäre man kaum konkurrenzfähig, zudem müsse nun ein neuer, professionell aufgestellter Trainer engagiert werden (Jay Brown wechselt als hauptamtlicher Geschäftsführer zu den Rheinland Lions nach Bergisch Gladbach). Für die elf Auswärtsspiele fielen mehr Fahrt- und Übernachtungskosten an.

Bis dato hatte die Team-Managerin einen Aufstieg in die 1. Bundesliga ausgeschlossen, auch weil die Hallenkapazität ohne größere Tribüne nicht den Vorgaben genügen würde. Aus der DBBL-Geschäftsführung gab es beim Besuch des Finalspiels gegen Alba Berlin am Samstag aber Signale, dass die Halle im Primodeus-Park doch als Spielort geeignet sein könnte. (rem)

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