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Aaron Schröder: Der Autodidakt unter den Meistermachern hört auf

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Von: Thorsten Remsperger, Stefan Fritschi

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Aaron Schröder (links) jubelt nach einem Turnier gemeinsam mit Spielern seines U13-Teams.
Aaron Schröder (links) jubelt nach einem Turnier gemeinsam mit Spielern seines U13-Teams. © privat

Erst war er nur Fan, dann ein erfolgreicher Jugendtrainer, und bald wird er vor allem Kommentator sein: Aaron Schröder durchlebt im American Football eine erstaunliche Wandlung.

Bad Homburg -Dieser Tage gehört Aaron Schröder wieder zu jenen Menschen, die sich auch einmal eine halbe Nacht um die Ohren schlagen, um in ihrer Lieblingssportart auf dem neuesten Stand zu bleiben. Allerdings hat dem Erfolgstrainer der Bad Homburg Sentinels es schon mal mehr Spaß gemacht, lange wach zu bleiben. Sein Lieblingsteam, die New England Patriots, ist bereits in den Wild-Card-Games - so wird die 1. Runde der Playoffs in der nordamerikanischen Profiliga NFL bezeichnet - sang- und klanglos mit 17:47 an den Buffalo Bills gescheitert.

Vor gut zehn Jahren war während jener nächtlichen TV-Sessions das Feuer für den American Football bei Schröder entfacht worden. Als seine Patriots mit dem damaligen Quarterback Tom Brady ihren ersten von drei Titeln in den Zehner-Jahren gewonnen hatten und im gleichen Jahr, 2015, in Bad Homburg mit dem AFC Sentinels ein neuer Clubs für diese Sportart gegründet worden war, hielt er es vor dem Fernsehgerät nicht mehr aus.

Auf dem Sportgelände traf er bei den "Wächtern" dann auch noch ehemalige Schulkameraden. Schröder schwenkte um: vom Jugendfußball- zum Jugendfootball-Trainer.

"Dass jemand bei null anfängt und sich durch viel Selbststudie zu einem hervorragenden Jugendcoach im American Football ausbildet, ist selten und absolut bewundernswert", ist Sentinels-Präsident Maximilian Schwarz, früher ein Jugendnationalspieler in dieser Vollkontaktsportart, voll des Lobes über den Selfmademan. Schröder kennt sich nicht nur mit den keineswegs wenigen Regeln des Mannschaftssports blendend aus. Der 27-Jährige bewies auch gleich ein gutes Gespür für Kinder, die - wie er - größtenteils blutige Anfänger auf dem Rasen waren und steckte sie mit seiner Begeisterung an. Was ihm im Verein viele Sympathien einbrachte.

Zwei Jahre ungeschlagen

Der Erfolg stellte sich recht schnell ein. Zwei Jahre ist Schröder zuletzt mit der U13 ungeschlagen geblieben, gewann mit dem Jugendteam 2020 souverän die Hessenmeisterschaft, verteidigte in der vergangenen Saison in eindrucksvoller Manier den Titel und schnappte sich zum Abschluss auch noch den "Halloween Bowl". Das stets stark besetzte Turnier in Wiesbaden war im Herbst nicht nur der Saisonabschluss für den jüngsten Football-Nachwuchs aus der Kurstadt, sondern erst einmal auch der letzte Wettkampf für Schröder als Trainer.

"Einen schöneren Abschied kann man sich nicht vorstellen", sagt der erfolgreiche Nachwuchstrainer. Die Erfolgsserie auch in der Saison 2022 fortzusetzen, kam für Schröder nicht mehr infrage. Er kündigte seinen Abschied für das Ende des vergangenen Jahres an und richtete dann am 31. Dezember über seinen Instagram-Account auf Englisch Worte des Dankes an seine Wegbegleiter. Dazu postete er verschiedene Fotos, die Erfolge und weitere Erlebnisse der vergangenen Jahre mit dem Jugendteam der Sentinels dokumentieren.

"Ich habe mich beruflich verändert", erläutert Schröder seinen Schritt. Seit Herbst führt der Bad Homburger, der sein Studium (Personalmanagement) abgeschlossen hat, die Personalabteilung einer Produktionsfirma in Frankfurt. Davor hatte er zwei Hotels, in der Kurstadt und in Eschborn, geleitet.

Durch seinen beruflichen Wechsel könne er sich nicht mehr zu hundert Prozent in seiner Tätigkeit als Trainer einbringen. Doch dies sei bei den jungen Spielern unbedingt erforderlich. Daher erfolgte der Schritt, sein Amt niederzulegen. Bei seinem bisherigen Arbeitgeber hatte er seine Dienste so gestalten können, damit es keine Überschneidungen gibt. Dies sei nun nicht mehr möglich.

Verlust einer "großen Stütze"

In Aaron Schröder verlieren die Sentinels einen wichtigen Mitarbeiter, der die Nachwuchsarbeit bei dem Club entscheidend entwickelt und gefördert hat. Bei dem 2016 aufgelegten Jugendprogramm war der damals 21-Jährige schon maßgeblich beteiligt und leitete bis zuletzt die U13-Mannschaft. Das Programm sei "eines der erfolgreichsten in Hessen", sagt Schröder. Bei den Playoffs auf heimischem Terrain hatten die jungen "Wächter" im Halbfinale die Frankfurt Universe mit 68:14 besiegt und im Endspiel auch den Nauheim Wild Boys keine Chance gelassen (47:0).

"Wir verlieren mit Aaron eine große Stütze im Jugendbereich, fachlich aber auch menschlich", bedauert Schwarz. "Mal schauen, ob es ihm irgendwann wieder möglich ist, zurückzukehren. Dann steht ihm bei uns natürlich die Tür jederzeit offen." Ein Nachfolger stehe noch nicht fest.

Ganz ohne Sentinels kommt Schröder freilich nicht aus. Fünfmal sind die Homburger in der Saison 2022 im Sportzentrum Nord-West aktiv, zum ersten Mal am 11./12. Juni gegen die Wiesbaden Phantoms. Bei den Heimspielen der 1. Mannschaft in der German League Football 2 (GFL 2) wird Aaron Schröder den Livestream kommentieren. Erst einmal ist der Erfolgstrainer a. D. aber wieder nur als Fan im Einsatz. In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar wird der Super Bowl übertragen.

TZ-Sportlerwahl: Stimmen Sie jetzt ab!

Für 2020 ist Aaron Schröder zum "Trainer des Jahres" gewählt worden. Jetzt ist die Sportlerwahl, eine gemeinsame Aktion von Taunus Zeitung, Taunus Sparkasse und Sportkreis Hochtaunus, in die zehnte Runde gestartet - und Sie, liebe TZ-Leser, entscheiden wieder mit Ihrer Stimme. Votieren Sie für Ihre Favoriten auf www.fnp.de unter der Rubrik "Regionalsport".

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