+
Bei bester Laune an der Seitenlinie: Aaron Schröder, U13-Trainer der Sentinels.

American Football, Bad Homburg Sentinels

Aaron Schröder: Vom Fan zum Erfolgstrainer

  • vonStefan Fritschi
    schließen

Aaron Schröder ist ein Nachtmensch. Er schaut gerne die NFL. Tagsüber profitiert die Jugend der Bad Homburg Sentinels von seiner Arbeit.

Bad Homburg – Derzeit ruht fast überall der Ball. So auch bei den Bad Homburg Sentinels. Doch dies hält Aaron Schröder freilich nicht davon ab, sich mit seiner sportlichen Leidenschaft zu beschäftigen. Einer auf den zweiten Blick. Am Wochenende, sagt der 26-Jährige, verbringt er schon mal vier, fünf Stunden am Tag mit American Football. NFL lautet das magische Akronym.

„Football im Fernsehen schauen ist angesagt“, sagt Schröder, der sich besonders für die Partien der New England Patriots interessiert, dem sechsfachen Sieger der National Football League aus Foxborough, Massachusetts.

2011 flammte seine Begeisterung für Football auf. Ein Faktor war dabei entscheidend. „Ich war schon immer ein Nachtmensch“, betont Schröder. Wenn andere sich im Tiefschlaf befinden oder sich in Bars oder Clubs tummeln, saugt er die NFL auf. Zwar gab es in seiner „Premierensaison“ kein Happy End – seine „Pats“ mit Lieblingsspieler und herausragendem Quarterback Tom Brady unterlagen im Super Bowl den New York Giants knapp – der Hunger nach mehr war aber da.

Wiedersehen mit den Schulkameraden

Zu diesem Zeitpunkt trainierte Schröder noch eine Nachwuchsmannschaft beim TV Gonzenheim. Nicht im Football, sondern im Fußball. Als er 2015 auf dem Sportgelände bei den gerade erst gegründeten Bad Homburg Sentinels auf ehemalige Schulgefährten traf, schwenkte Schröder um.

Am ein Jahr später aufgelegten Jugendprogramm der „Wächter“ war er schon maßgeblich beteiligt, verfeinerte sein sportartenspezifisches Wissen und leitet seitdem die U13 das Clubs. „Mir macht die Aufgabe viel Spaß. Ich habe auch die Geduld, obwohl ich sonst eher ein ungeduldiger Mensch bin. Die Begeisterung bei den Kids ist auch sehr groß.“

Einfach ist es nicht, die tatendurstigen jungen Spieler auf Kurs zu bringen, da die Ausgangslage recht unterschiedlich sein kann. „Es sind welche dabei, die schauen schon seit fünf Jahren NFL-Spiele. Und andere kommen, weil sie Interesse gefunden haben. Wichtig ist es, alle auf einen Stand zu bringen“, steht laut Schröder vor allem das Grundlagentraining im Vordergrund.

Während in den ersten Jahren die Bilanz auf Landesebene sich meist ausgeglichen gestaltete, gelang 2020 der durchschlagende Erfolg. Alle acht Partien in Hin- und Rückrunde gegen Frankfurt Universe, Gießen Golden Dragons, Marburg Mercenaries sowie den kurpfälzischen Gästen Mannheim Bandits konnten die Sentinels mit Cheftrainer Aaron Schröder zu ihren Gunsten entscheiden, teilweise sogar zu null und sehr deutlich – der Gewinn der Hessenmeisterschaft war perfekt.

Ein verflixtes Jahr mit mehreren Titeln

„Wir hatten schon einen Vorteil, da wir eigentlich durchgehend trainieren durften. Andere Teams waren da nicht so weit“, erklärt Schröder die mitunter klaren Ergebnisse. Doch so eine starke Einheit zu formen, kommt nicht von ungefähr.

Auch die U16 holte im „verflixten Corona-Jahr“ den Landestitel. Einer seiner ehemaligen Spieler machte ihm dabei besonders Freude. Liam Müller führte als Quarterback das Nachwuchs-Team zur Hessenmeisterschaft. Die U19 war zudem ganz nah dran am Gesamterfolg, ehe die Saison wegen der zweiten Coronavirus-Welle abgebrochen wurde. Und die Sentinels-Herren stiegen in die German Football League 2 (GFL2) auf; sie sind also 2021 erstmals auf zweithöchster Ebene vertreten. „Eine fast perfekte Saison“, sagt Schröder dazu.

Der U13-Trainer fungiert auch als Assistenzcoach bei den Herren. Das eine oder andere Mal müsse er auch nachts arbeiten, meint der Rezeptionschef von zwei Hotels dazu, um alles unter einen Hut zu bekommen. Der gebürtige Mannheimer, der lange in Bad Homburg lebte und vor zwei Jahren aus beruflichen Gründen nach Frankfurt zog, hat nie selbst gespielt und bezeichnet sich als „reinen Theoretiker“. Der Zuspruch bei den Kids und der Erfolg sind Beleg dafür, dass dies bestens funktionieren kann. „Football ist ein sehr komplexer Sport. Es wird viel Wert auf Disziplin gelegt, der Teamgedanke ist ebenso ausgeprägt“, sagt der Mittzwanziger.

All dies vermittelt Aaron Schröder den jüngsten Sentinels. Und er legt Wert darauf, dass in den Trainingsabläufen darauf geachtet wird, Verletzungen vorzubeugen oder zu verhindern – Football ist eben eine Kontaktsportart. „Wir haben sehr wenige Verletzte“, betont er. Beim Sportunterricht in der Schule trügen seine Kids schon eher Blessuren davon.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare