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Auch auf seine Tore wird der RSV Würges im Saisonfinish bauen: Nick Erwe (links). Die Würgeser sind der Gruppenliga das Zünglein an der Waage für die gefährdeten Kreisoberliga- und A-Liga-Teams. Liegende Beobachter: Tim-Maurice Sawall (RSV Weyer, vorne) und Jermaine Pedraza (hinten).

Fußball im NNP-Land

Wer steigt auf? Wer steigt ab? Horror in der A-Liga

Und täglich grüßt das Murmeltier. Wie zum Ende jeder Saison stellt sich für viele Fußball-Vereine die Frage nach der Anzahl der Absteiger. Wir klären auf!

VON PATRICK JAHN

Nachdem es in der letzten Saison der Spielordnung entsprechend keinen sportlichen Absteiger aus der Kreisoberliga und Kreisliga A gegeben hatte, sieht es in diesem Jahr danach aus, als herrsche Ordnung in allen Spielklassen. Vor allem aber die Kreisliga A wird eine extreme Fluktuation erleben.

Hessenliga: In der Regionalliga Südwest belegen die hessischen Vertreter Eintracht Stadtallendorf und SC Hessen Dreieich aktuell die letzten beiden Tabellenplätze. Es müsste schon ein kleines Fußballwunder her, würden einer oder gar beide Vereine den Abstieg verhindern können. Erschwerend kommt hinzu, dass der VfR Aalen in der 3. Liga relativ abgeschlagen Schlusslicht ist und durch den Abstieg in die Regionalliga Südwest die Anzahl der Absteiger dort zusätzlich erhöht. Es ist also davon auszugehen, dass mit Stadtallendorf und Dreieich zwei Absteiger nahezu feststehen. Das hat natürlich Konsequenzen für die Hessenliga (hier gehen in der nächsten Saison wieder 18 Teams ins Rennen), aus der dann vier Mannschaften absteigen. Darunter wird mit dem FC Ederbergland – neun Zähler Rückstand aufs rettende – ein Club sein, der in die Verbandsliga Mitte stürzt.

Verbandsliga Mitte: Während der TuS Dietkirchen noch um den Aufstiegsrelegationsrang kämpft und der FC Waldbrunn den Klassenerhalt gesichert hat, sieht es für den FC Dorndorf nicht gut aus. Durch den zu erwartenden Abstieg des FC Ederbergland aus der Hessenliga steht ziemlich sicher fest, dass vier Vereine runter in die Gruppenliga müssen. Drei davon scheinen mit der zurückgezogenen DJK Flörsheim, dem TSV Bicken und der TSG Wörsdorf bereits festzustehen. Viertletzter ist aktuell der FC Dorndorf, der ein Spiel weniger als der 13., FC Gießen 2, aber auch fünf Punkte Rückstand aufzuholen hat. Fest steht: Der FCD muss den FC Gießen 2 noch einholen, ansonsten geht es nach vier Jahren Verbandsliga zurück in die Gruppenliga. Am vorletzten Spieltag kommt es zum direkten Showdown in Gießen.

Gruppenliga Wiesbaden: In der Gruppenliga herrscht ziemliche Klarheit. Es wird so oder so bei fünf Absteigern bleiben, da dies die Maximalzahl der Absteiger laut Spielordnung ist. Angesichts der Tatsache, dass aus der Verbandsliga Mitte allem Anschein nach mit Flörsheim, Wörsdorf und Dorndorf gleich drei Teams für die Gruppenliga Wiesbaden runterkommen, müssten rein rechnerisch sogar sieben Vereine in den sauren Apfel beißen. Da die Absteigerzahl fünf jedoch festgelegt ist, wird es dabei definitiv bleiben. Sollte Flörsheim in der nächsten Saison eine Mannschaft in der Gruppenliga stellen, könnte die Spielzeit 2019/2020 sogar mit 19 Vereinen über die Bühne gehen. Von den Teams aus dem NNP-Land sind mit dem RSV Würges, dem SV Elz und der SG Kirberg/Ohren/Nauheim drei Vereine gefährdet. Während es beim RSV mittlerweile wieder gut aussieht, müssen die Hünfeldener sowie die Elzer zumindest auch für die Kreisoberliga planen. Neun beziehungsweise sechs Zähler Rückstand werden nur ganz schwer zu bewältigen sein. Das hat natürlich Einfluss auf die Kreisligen im NNP-Land.

Kreisoberliga: Klar ist: Neben dem einen festgelegten sportlichen Absteiger richtet sich die Zahl der weiteren Direktabsteiger nach der Anzahl der heimischen Vertreter, die die Gruppenliga Wiesbaden nicht halten können. Nach aktuellem Stand – und das scheint sehr wahrscheinlich – purzeln der SV Elz und die SG Kirberg/Ohren/Nauheim runter. Demnach kommen also zwei weitere Absteiger für die Kreisoberliga hinzu, was eine Gesamtzahl an Absteigern von drei ergibt. Davon stehen der TuS Obertiefenbach und die TuS Lindenholzhausen bereits fest. Kandidaten für den dritten direkten Platz sind die TSG Oberbrechen, der TuS Dietkirchen 2 und der VfL Eschhofen. Einen dieser drei wird es wohl in jedem Fall erwischen. Sollte der RSV Würges in der Gruppenliga noch einbrechen, müssten sogar vier Teams direkt in die Kreisliga A. Der Viertletzte spielt nach aktuellem Stand die Relegation gegen den A-Liga-Zweiten. Ab der Saison 2019/2020 gehen in der Kreisoberliga im Übrigen nur noch 17 Vereine an den Start.

Kreisliga A: Die Kreisliga A wird – was die Absteiger angeht – in dieser Saison sehr leiden. Zum einen müssen die (zu) kleinen B-Ligen aufgefüllt werden, zum anderen drohen aus der Gruppenliga mindestens zwei heimische Absteiger ins Kreisoberhaus. Das hat zur Folge, dass aus der A-Klasse gleich fünf Mannschaften direkt absteigen müssen, der Sechstletzte spielt mit den beiden B-Liga-Zweiten um den letzten freien Platz für die kommende Saison. Diese Tatsache scheint sicher zu sein, es sei denn, der SV Elz oder die SG Kirberg/Ohren/Nauheim halten die Gruppenliga. Durch dieses Szenario steht fest, dass mit dem SV Bad Camberg, dem FC Rubin Limburg-Weilburg, dem TuS Linter und WGB Weilburg vier sichere Absteiger feststehen. Auch der Fünftletzte, SG Niedertiefenbach/Dehrn, kann angesichts von neun Punkten Rückstand auf den 13. Rang für die B-Klasse planen. Die Richtzahl lautet 17. Diese Anzahl wird die Liga-Stärke in der nächsten Saison sein.

Kreisligen B: Die beiden B-Ligen waren in dieser Saison für die Beteiligten angesichts von 13 beziehungsweise 14 Teams unbefriedigend. Das dürfte sich wieder ändern. Da aus der Kreisliga A fünf Mannschaften direkt absteigen, füllt sich das Teilnehmerfeld für die nächste Runde wieder. Sowohl in Gruppe 1 als auch in Gruppe 2 wird der Tabellenletzte jeweils direkt absteigen, die beiden Vorletzten spielen mit den zwei C-Liga-Zweiten um zwei Plätze für die Kreisliga B. In der neuen Saison stehen also 32 Mannschaften parat, die in vermutlich zwei 16er-Ligen eingeteilt werden. Stand heute; denn wer weiß, welche Spielgemeinschaften sich noch ergeben, oder was sonst noch so Unvorhergesehenes passiert.

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