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Auch die Fußballer stehen sozusagen nach wie vor im Regen.

Hessischer Fußball-Verband

Abwarten und Tee trinken

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Nach der Verlängerung des deutschlandweiten Lockdowns bis mindestens 14. Februar war es kaum anders zu erwarten: Auch Stefan Reuß, Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV), muss Spieler und Vereine weiterhin um Geduld bitten.

Im Rahmen der jüngsten Online-Verbandsvorstandssitzung mit den Präsidiumsmitgliedern, den Regionalverantwortlichen und den Kreisfußballwarten war es am Samstag nicht möglich, allen Beteiligten eine wirkliche Perspektive bezüglich der Fortsetzung der laufenden Saison 2020/21 zu bieten. „Ich kann auch heute an unsere Mitglieder nur appellieren, die behördlichen Vorgaben weiter umzusetzen und durchzuhalten. Durch den Start der Impfungen können wir zumindest mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft schauen“, sagte Stefan Reuß. 

200 Minuten haben die Verantwortlichen landesweit getagt und vor den Bildschirmen die verschiedenen Szenarien diskutiert. Von großer Wichtigkeit waren die Situationsberichte aus den einzelnen Ligen und Kreisen, denn nicht überall wurden bislang gleich viele Spiele ausgetragen. Dass jedoch eine Fortsetzung des Spielbetriebs nach entsprechender Lockerung der behördlichen Verfügungen noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird, das steht für den HFV-Präsidenten und alle Beteiligten außer Frage.

"Mehrwöchiger Trainingsvorlauf"

 „Nach dieser monatelangen Pause müssen wir natürlich einen mehrwöchigen Trainingsvorlauf einräumen, um die Verletzungsgefahr der Beteiligten nicht zu erhöhen. Eine ordnungsgemäße Saisonbeendigung in der ursprünglich vorgesehenen Form ist daher in dem überwiegenden Teil der Spielklassen höchst unwahrscheinlich. Auch ein Systemwechsel wie beispielsweise Play-off-Modelle werden nicht umsetzbar sein, daher müssen wir mögliche Alternativen diskutieren“, erklärte Stefan Reuß. Dazu sollen die Vereine miteingebunden und entsprechende Kreiskonferenzen sowie Diskussionsrunden einberufen und durchgeführt werden.

Einheitlichkeit mit Süddeutschem Fußball-Verband

Ziel ist es, eine Einheitlichkeit zumindest innerhalb des Süddeutschen Fußball-Verbandes zu erreichen, um die Schnittstelle von der Hessenliga zur Regionalliga Südwest reibungsfrei abzubilden. In einem Punkt herrschte jedenfalls absolute Einigkeit: Erklärtes Ziel ist es, die Vorrunde unter Maßgabe der behördlichen Genehmigungen zu Ende zu bringen, um dann zumindest eine Wertung vornehmen zu können. „Wir schulden unseren Vereinen grundsätzlich die Durchführung einer Meisterschaftsrunde. Wenn wir Entscheidungen treffen, müssen diese daher darstellbar und gut begründbar sein“, sagte HFV-Vizepräsident Torsten Becker. Eine Annullierung sei beispielsweise eine Maßnahme, über die erst als allerletztes Mittel nachgedacht werden sollte. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Entscheidung über eine Annullierung völlig übereilt, so Becker weiter. 

Sorgenkind: Nachwuchskicker

Größtes Sorgenkind im Hessischen Fußball-Verband sind aber die Nachwuchskicker. Auch der HFV-Boss hegt die Befürchtung, dass sich die vielen Talente vom Fußballsport abwenden könnten. Die Folge wäre der Verlust eines „gehörigen Teils der fußballerischen Zukunft“. Auch die wirtschaftliche Situation und die Zukunft der Vereine bereiten Stefan Reuß erhebliches Kopfzerbrechen. Er appellierte an die Politik, entsprechende Förderungen zu verstärken, um den Vereinen, die eine enorm wichtige soziale Komponente erfüllten, unter die Arme zu greifen. hfv/mor

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