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Wasserball

Aus der Achterbahn zurück ins Zweitliga-Becken

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Die Frankfurter bleiben in der Zweiten Liga am (Wasser-)Ball. Die sportlichen Ansprüche werden indes nun im Riedbad bescheidener formuliert.

Mit einem Auswärtsspiel startet der 1. Frankfurter SC am Sonntag in die neue Spielzeit der zweiten Wasserball-Bundesliga.

Viel Hoffnung, aus dem Adamibad etwas Zählbares mitzunehmen, besteht bei der Mannschaft von Spielertrainer Sebastian Held nicht. Zum einen gilt der gastgebende SV Würzburg wieder als Spitzenteam – in ihrem ersten Saisonmatch fertigten die Franken den Aufsteiger WV Darmstadt in dessen Halle mit 17:3 ab. Zum anderen leiden die Frankfurter unter einer fast schon chronischen Auswärtsschwäche, 2017/18 holten sie nur zwei von 22 Punkten in der Fremde. „Wir wollen konstanter werden, das ist unser großes Ziel“, sagt der EFSC-Pressesprecher Sven Karkossa, der Würzburg als „klaren Favoriten“ in dieser Partie einstuft.

Doch viel wichtiger für den EFSC ist freilich die Tatsache, dass man weiter in der Zweiten Bundesliga Süd mitwirken darf. Der sportlich abgestiegene Club klagte sich ein (wir berichteten). Teils erhielten die Frankfurter Zuspruch von der Konkurrenz, teils gab es aber auch Gegenwind. Die Vorbereitung verlief entsprechend holprig, denn erst Anfang Oktober erhielt der Verein vom Süddeutschen Schwimmverband (SSV) die Nachricht, weiter in der Zweitklassigkeit mitwirken zu dürfen und nicht in die Oberliga Hessen absteigen zu müssen. „Es war eine kleine mentale Achterbahnfahrt für das Team“, beschreibt Karkossa die lange Phase der Ungewissheit.

Von dieser besonderen Situation geprägt, setzen die Bergen-Enkheimer die Erwartungen auf ein niedriges Level. Zuletzt war immer ein Platz im vorderen Mittelfeld das Ziel. „Wir müssen kleinere Brötchen backen“, sagt Karkossa, zumal sich die meisten Teams verstärkt hätten. „Die Klasse halten“ lautet die Marschroute von Trainer Sebastian Held: „Im Idealfall haben wir mit dem Abstieg nichts zu tun.“

Durch die Aufstockung der Südstaffel von zwölf auf 13 Mannschaften müssen in dieser Saison nicht nur zwei, sondern drei Clubs absteigen. Neben Darmstadt wird sich vermutlich auch Mitaufsteiger SV Ludwigsburg II nach unten orientieren müssen. In der vorigen Runde waren neben Frankfurt auch Nachbar VfB Friedberg sowie der SV Bietigheim und BSC Pforzheim im Abstiegskampf involviert. Gespannt darf man sein, wie sich der ehemalige Erstligist SCW Fulda bewährt, die Osthessen legen großen Wert auf Nachwuchsförderung.

Fulda muss jedenfalls auf Tomas Krajcovic verzichten. Der siebterfolgreichste Schütze aller Süd-Zweitligisten der vergangenen Saison (54 Tore in 20 Spielen) kehrte nach Frankfurt zurück. „Ja, er spielt wieder für uns“, bestätigte Karkossa den Wechsel. Zu weiteren personellen Veränderungen wollte er sich jedoch nicht äußern, da teils noch nicht die Spielberechtigung vorliegen würde. Trainer Sebastian Held stehe jedenfalls wieder vor der nicht unerheblichen Herausforderung, „ein Team zu formen und regelmäßige, berufsbedingte Abwesenheiten von Stammkräften zu kompensieren“.

Dies deutet wieder darauf hin, dass der EFSC im Normalfall bei Heimspielen qualitativ und quantitativ stärker besetzt ist als in der Fremde. Ihre erste Begegnung im Enkheimer Riedbad absolvieren die Frankfurter dann am Samstag, dem 18. November, um 16.40 Uhr. Die Aufgabe ist sehr anspruchsvoll: Der „Vize“ SGS München wird im Frankfurter Osten erwartet. Der Club aus der bayerischen Landeshauptstadt hatte 2017/18 nur einen Punkt weniger auf dem Konto als Meister SV Weiden, dem dann über die Aufstiegsrunde der Sprung in die Bundesliga gelang.

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