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Der „lose Haufen“ der „Kettenhunde“ am Feldberg-Kreuz im Taunus.

Radsport

Achtung: Die "Kettenhunde" sind von der Leine

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Gerne sagen sie über sich selbst, dass sie das „größte unbedeutende Team“ in ihrer Region sind. Ihre Region, das ist das Gebiet zwischen Lahn, Main und Rhein und manchmal auch darüber hinaus. Die „Kettenhunde“ sind kein richtiger eingetragener Verein, aber umso mehr ein echtes Team.

Die „Kettenhunde“ sind ein mittlerweile großer bunter Haufen von Sportlern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Älteste ist fast 70, der Jüngste gerade mal 17. Es gibt die verschiedensten Leistungsklassen: Ein „Kettenhund“ war schon beim „Ironman“ auf Hawaii am Start, ein anderer beim „Transcontinental Race“. „Egal, wohin du kommst, sei es der Ötztaler Radmarathon, der ,Alpenbrevet’ oder ein anderes Event, das weh tut: Die ,Kettenhunde’ waren schon mal dabei, oder sie sind gerade mit dir am Start“, berichtet einer der Hauptorganisatoren, Oliver Vitt.

All das geht bei den „Kettenhunden“ – wie könnte es anders sein – auch im Rudel (Team), wie etwa bei „Rad am Ring“ oder als Staffel beim Duathlon oder Triathlon. Und so unterschiedlich die „Kettenhunde“ auch sind, so verbindet sie doch eines: die Lust am Sport und dem gemeinsamen Wettstreit. Viel dazu beigetragen hat eine spezielle Sportler-App. Daniel Pittner sagt dazu: „Darüber haben sich viele von uns erst kennengelernt. Über die von der App geführten Ranglisten sind die einzelnen Sportler aufeinander aufmerksam geworden, und schnell hieß es in den Kommentaren: ,Schwimm’, radel oder lauf’ doch mal bei den ,Kettenhunden’ mit.“

So ganz ernst nehmen die „Kettenhunde“ sich selbst nicht, obwohl der Ehrgeiz doch sehr hoch ist. Andreas Hahn und Oliver Vitt aus Hünfelden sind sozusagen die Gründungsväter der „Kettenhunde“. 2007 haben die beiden einen Startplatz bei der „Transalp“ im Internet ersteigert, und dafür musste ein Team-Name her: die „Kettenhunde“ waren geboren. Oliver Vitt, der von allen mittlerweile „Kettenhund 1“ oder „KH1“ genannt wird, ist quasi Kopf und Seele der Truppe. Unermüdlich feilt er an neuen Dingen, die ein Team ausmachen, er hat die meisten Trikots selbst designt, die schon von Weitem auffallen und jedem zu erkennen geben: Da ist schon wieder einer von den „Kettenhunden“. Auch bemühen sich die „Kettenhunde“, mit regelmäßigen Ausfahrten die Attraktivität des Teams hoch zu halten. So gibt es das ganze Jahr über die „Montagsrunde“ oder am Wochenende große Touren in die Region. Ein besonderes Highlight war im letzten Jahr die Fahrt von Feldberg zu Feldberg – und zwar vom Feldberg im Taunus zum Feldberg im Schwarzwald.

„Kettenhund 1“ hat sowieso ein ganz besonderes Verhältnis zum Feldberg, nach seinem „Everesting“ an dieser Erhebung (8880 Höhenmeter an einem Stück) hat er schon die nächste Idee entwickelt: den „Kettenhunde Feldbergkönig“. Das kann jeder werden – selbstverständlich auch eine Königin –, der den Feldberg im Taunus auf seinen fünf Anstiegen in 25 Stunden erklimmt. Als Vorbild hierfür diente Oliver Vitt die Herausforderung am Mont Ventoux in Frankreich. „KH1“ sagt: „Ich wollte was für jeden schaffen, unabhängig von Tages- oder Jahreszeit.“ „Kettenhunde Feldbergkönig“ ist eine permanente Herausforderung die jeder, wann auch immer starten kann. Gerade in Zeiten von Corona und fehlenden Rennen eine willkommene Alternative, um sich sportlich zu fordern.

So wird man Feldbergkönig/in

Gerade in diesen Zeiten ist es schwierig, einen passenden Weg zu finden, um sich mit Gleichgesinnten sportlich zu messen. Doch hier helfen die „Kettenhunde“ mit einer – nicht ganz neuen – Idee aus. Schon seit Längerem gibt es eine Herausforderung am legendären 1909 Meter hohen Mont Ventoux, dem Giganten in der Provence in Frankreich, dem „Teufelsberg“, den meisten bekannt von der Tour de France.

An diesem Berg misst sich der „Club des Cinglés du Mont Ventoux“, um an einem Tag alle drei Anstiege zu bezwingen und 4400 Höhenmeter zu überwinden. Dieses Format aus Frankreich hat die „Kettenhunde“ angeregt, den „Kettenhunde-Feldbergkönig“ ins Leben zu rufen.

Der Feldberg im Taunus ist sozusagen der „Mont Ventoux im Rhein-Main-Gebiet“. Jeder Radfahrer, der etwas auf sich hält, hat sich an ihm schon einmal versucht; sei es beim Radklassiker Eschborn – Frankfurt, bei einem „Everesting“ oder auch einfach nur mal so... Warum also nicht fünfmal „einfach nur so“?

Über alle fünf Aufstiege in 25 Stunden – das ist das, was man leisten muss, um „Kettenhunde-Feldbergkönig“ und „Feldbergkönigin“ zu werden. Die Regeln dazu sind denkbar einfach. Es gibt fünf verschiedene Startpunkte, von denen aus es direkt nach oben geht. Wie und wann, das ist völlig egal. Einzige Voraussetzung ist eine GPS-Datei, die die erbrachte Leistung dokumentiert. Diese wird einfach per E-Mail oder Stravalink eingereicht. Wer seinen Namen und Adresse hinterlässt, erhält zudem eine Urkunde und wird auf der „Wall of Fame“ verewigt. Und das Schönste: Bis hierhin ist alles kostenlos!

Wer sich aber darüber hinaus noch zusätzlich belohnen und noch dazu Gutes tun möchte, der kann sich für 20 Euro eine großartige und hochwertige Erinnerung von seiner „Krönung“ zum „Feldbergkönig“ sichern. Fünf Euro davon gehen ohne Abzüge an die „Stiftung Bärenherz“. Alle weiteren Informationen findet man im „Strava Kettenhunde Club“ oder unter www.kettenhund-feldbergkönig.de.

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