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Die Mannschaft des SV Heringen von 1948. Stehend, von links: Lothar Dörner, Robert Göltl, Heinz Wolf, Helmut Crecelius, Max Schmid, Albert Kees, Ernst Weinmann und Heinz Schmid. Vorne, kniend: Hans Schönbeck, Horst Eckel und Alfons Klar.

125 Jahre TSV Heringen

Und es war alles so schön vorbereitet...

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Der TSV Heringen feiert sein 125-jähriges Vereinsjubiläum. Alles war geplant, vorbereitet und organisiert. Und dann schmetterte "Corona" dazwischen.

Dies ist die traurige Geschichte von einem "verkorksten" Vereinsjubiläum. Alles begann 1895. Einige Sportbegeisterte hatten sich zusammengetan und gründeten den SV Heringen. Kurz mal hochgerechnet, stimmt: Heuer wird der heutige "TSV" 125 Jahre alt. Nicht erst seit einem Jahr, sondern schon wesentlich länger bereiten viele fleißige Helfer und Freiwillige das Jubiläumsjahr vor. Es sollte auch im Gedächtnis der jungen Mitglieder bleiben und einzigartig werden.

Doch dann kam "Corona" des Weges. Sie ist noch älter als der TSV Heringen, soll dem Namen nach eine frühchristliche Märtyrerin gewesen sein. Jedenfalls machte sie allen Eiferern und rechtschaffenen Frauen und Männern jetzt einen dicken Strich durch die Rechnung. Christlich ist es wahrlich nicht, was die "alte Dame C." da so treibt. Sie verhagelt den emsigen Heringern um Organisations-Chef Hans-Günter Pulch ganz gehörig die Ernte. "Ja, das ist alles traurig", gesteht Hans-Günter Pulch kleinlaut ein. "Da wird geplant, Ideen entwickelt, organisiert, und dann fällt letztlich so ziemlich alles, was geplant war, aus."

In der Tat, der Plan des TSV Heringen 1895 für 2020 war voll gespickt mit verschiedensten Events. Bis jetzt stattgefunden hat lediglich der Kreisfußballtag Limburg-Weilburg am 6. März. Das war nicht nur die erste und vorerst letzte Veranstaltung im Jubiläumsjahr, sondern auch einer der letzten Kreisfußballtage in Hessen. Wann die anderen Kreise ihren Vorstand wählen, steht in den Sternen. Es ist ein Elend.

Was nach dem "Shutdown" folgte, war ein einziger "Absagen-Marathon": am 21. März das "Jubiläums-Jule-Turnier", der "Tanz-Tee" des Turngaues Mittellahn in Kooperation mit dem TSV, der "Tanz in den Mai" am 30. April mit den "Wolpertinger Buam". Zudem musste die Tischtennis-Abteilung ihr für den 2. Mai geplantes "Eltern-Kind-Turnier" streichen. Und zu guter Letzt wurde auch noch der "Kinder-Trainings-Tag" mit Ex-Eintracht-Frankfurt-Profi Thomas Zampach am 21. Mai abgesagt. Ob der Fest-Kommers am 30. Mai sowie der Vereinstag am 31. Mai stattfinden können, soll noch im Vorstand diskutiert werden. Tendenz eher negativ.

"Die Probleme sind die Absagen und die Ungewissheit, wann und wie es eventuell weitergeht", sagt Hans-Günter Pulch. Damit ist der TSV Heringen natürlich nicht allein. Es trifft alle Vereine, die in 2020 ein Jubiläum feiern wollen. Alle haben längst das Programm vorbereitet, eine Menge Geld investiert, sind jetzt zur Improvisation gezwungen und müssen sich komplett neu ausrichten. "Klar werden wir versuchen, die ausgefallenen Veranstaltungen noch im Herbst nachzuholen, wenn denn möglich", so Hans-Günter Pulch. "Aber es wächst auch die Überlegung, einige Festprogramm-Punkte auf 2021 zu verschieben." Beim TSV Heringen hofft man auf die zweite Jahreshälfte mit dem "Vereins-Wandertag" am 20. Juni und der stets großartigen traditionellen Sportwoche des TSV Heringen vom 4. bis 22. Juli mit einem "Nachbarschafts-Turnier" und attraktiven Fußballspielen hochkarätiger Teams. Außerdem hat der TSV erstmals am 2. August den "Heringer-Matjes-Lauf" der Leichtathletik-Abteilung/Lauftreff vor der Brust. Abschluss des Jubiläumsjahrs soll am 11. September, 19 Uhr, das Spiel der Alten Herren der SG Heringen/Mensfelden plus ehemalige TSV-Spieler gegen die Altfußballer des Kreises sein.

Hans-Günter Pulch gibt sich optimistisch: "Hoffen wir, dass wir wenigstens einen Teil unserer Veranstaltungen noch durchbringen. Über allem aber steht die Gesundheit aller."

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