Für die unterklassigen Vereine rollt der Ball auch im Hessenpokal in dieser Saison nicht mehr.
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Für die unterklassigen Vereine rollt der Ball auch im Hessenpokal in dieser Saison nicht mehr.

Fußball

Amateure scheiden kampflos aus dem Hessenpokal aus

  • Harald Joisten
    vonHarald Joisten
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Auch Hessenligist SV Zeilsheim hat Startrecht für die kommende Saison

Frankfurt -Der Pokal lebt von Überraschungen. Von Kleinen, die Große schlagen. Normalerweise. In Corona-Zeiten ist das anders. Der Fußball-Hessenpokal, seit Monaten auf Eis liegend, wird nun zwar fortgesetzt - allerdings ohne Amateur-Vereine. Die Achtelfinal-Paarungen der Saison 2020/21 werden nicht ausgespielt, die acht höherklassigen Profi-Mannschaften ziehen kampflos ins Viertelfinale ein.

Dieses kuriose Novum ist Ergebnis einer harmonisch verlaufenen Sitzung des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) mit Kreisfußballwarten und Regionalverantwortlichen. Und die Entscheidung ist nachvollziehbar: Die Amateur-Vereine befinden sich seit 30. Oktober im Lockdown, sie hätten auch bis zum spätestmöglichen Zeitpunkt am 30. Juni kaum noch Pokalspiele bestreiten können. Die Profi-Vereine - von der Regionalliga aufwärts - stehen hingegen voll im Saft, dürfen weiter zu Wettbewerben antreten.

Finanzielle Entschädigung

Und so scheiden folgende acht Vereine kampflos aus dem Achtelfinale aus: SV Pars Neu-Isenburg, SV Zeilsheim, FV Biebrich, FSV Fernwald, SV Hallgarten, Hünfelder SV, Lichtenauer FV und SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Viel Wehmut wird dabei sein. Hessenligist Zeilsheim hätte etwa ein Heimspiel gegen Drittligist SV Wehen Wiesbaden gehabt. Doch die acht Amateur-Clubs erhalten Entschädigungen. Einerseits finanzielle: Die Prämie, die der Hessenpokal-Sieger vom DFB für den Einzug in die erste DFB-Pokalrunde erhält, wird prozentual unter den Teams aufgeteilt. Bleibt die Summe gleich wie im Vorjahr, erhalten die "ausgeschiedenen" Amateur-Vereine jeweils 3000 Euro. Zudem sind diese acht Teams schon jetzt für den Hessenpokal 2021/22 qualifiziert. In welcher Runde sie dort einsteigen werden, ist noch offen. "Einige Kreisfußballwarte sind der Meinung, die Mannschaften müssten direkt im Achtelfinale eingruppiert werden", sagt der stellvertretende HFV-Fußballwart Matthias Bausch. Das hätte unter anderem zur Folge, dass die Profiteams in der kommenden Hessenpokal-Saison frühestens im Viertelfinale einsteigen können. "Es gibt eine Empfehlung des HFV, diese Teams 2021/22 ins Achtelfinale einzugruppieren", so Bausch.

Der Verband bedauert, dass der Hessenpokal nicht mit den Amateuren fortgeführt werden kann. Bausch betont jedoch: "Es war alternativlos." Bei einer Annullierung hätten auch keine Ausgleichszahlungen fließen können, weil eben keine Mannschaft den Sprung in die erste DFB-Pokalrunde geschafft hätte.

Und so geht der Hessenpokal 2020/21 nun im Viertelfinale mit sieben Regionalligisten und einem Drittligisten weiter. Bereits morgen (17.30 Uhr) trifft der KSV Hessen Kassel auf TSV Steinbach Haiger, am Mittwoch folgen FC Bayern Alzenau - Kickers Offenbach (17.30 Uhr), Eintracht Stadtallendorf - FSV Frankfurt (19 Uhr) und FC Gießen - SV Wehen Wiesbaden (17 Uhr). Die beiden Halbfinals sollen Mitte Mai ausgespielt werden, das Endspiel am "Finaltag der Amateure" am 29. Mai - sofern es die politischen Corona-Maßnahmen dann zulassen.

"Es war und ist permanent unser erstrebenswertes Ziel, im Rahmen der Möglichkeiten zum Infektionsschutz die Wettbewerbe des Hessischen Fußball-Verbandes auf sportlichem Wege zu beenden", wurde HFV-Präsident Stefan Reuß in einer Verbandsmitteilung zitiert. "Für die Meisterschaftsrunde war eine solche Lösung leider nicht durchführbar." Im Hessenpokal sei nun ein Weg gefunden worden, "einen Sieger auf dem Platz zu küren. Wir haben unter den Gegebenheiten eine solidarisch getragene Lösung gefunden." Rechtlich dürfte alles in trockenen Tüchern sein. Auf einem außerordentlichen Verbandstag am 20. Juni 2020 war beschlossen worden, dass der HFV-Vorstand den Pokalwettbewerb in diesen besonderen Zeiten entsprechend anpassen kann. Harald Joisten

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