Leichtathletik

Andreas Bechmann beendet seinen ersten WM-Wettkampf als Achter

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Höhen und Tiefen erlebte Andreas Bechmann während seines ersten Auftritts bei einem internationalen Titelkampf. Am Ende stand Rang acht.

Andreas Bechmann hatte sich einiges vorgenommen. Bei der U20-Weltmeisterschaft im finnischen Tampere wollte der Mehrkämpfer der LG Eintracht Frankfurt sich schon im vorderen Bereich platzieren. Als die zehn Disziplinen mit dem abschließenden 1500-Meter-Lauf absolviert waren, wurde Bechmann mit 7333 Punkten als Achter unter 14 Startern gelistet.

„Ich glaube, ich habe hier gezeigt, dass ich mithalten kann, mit zehn Metern mehr im Speerwurf und 40 Zentimetern mehr im Stabhochsprung kann man es sich ausrechnen“, sagte der 18-Jährige. „Aber ich mache einen Haken drunter. Ein achter Platz ist für die ersten internationalen Meisterschaften nicht so schlecht.“

Das kann man so stehen lassen. Mit einer Vorleistung von 7524 Punkten, erzielt beim Qualifikations-Zehnkampf in Bernhausen, war Bechmann in den Wettbewerb gegangen. Seinerzeit hatte er den zweiten deutschen Starter Manuel Wagner vom USC Mainz noch knapp überboten. Diesmal wurde Wagner mit 7552 Zählern Vierter, der Fünfte Finley Gaio (Schweiz) kam auf 7455 Punkte. Eine für Bechmann erreichbare Dimension.

Den Titel holte sich der Australier Ashley Moloney (8190) vor seinem Landsmann Gary Haasbroek (7798). Bronze ging an den Schweizer Simon Ehammer (7642).

In den Wettkampf war Bechmann mit 11,30 Sekunden über 100 Meter gestartet und hatte seine Bestleistung damit nur um fünf Hundertstel verpasst. Auch die 6,81 Meter im Weitsprung waren eine noch ordentliche Weite, wie auch die 14,17 Meter im Kugelstoßen, immerhin die fünftbeste Weite in der Konkurrenz. Im Hochsprung scheiterte der gebürtige Frankfurter drei Mal an 1,95 Meter, die übersprungenen 1,92 stellten ihn nur bedingt zufrieden.

Zum Abschluss des ersten Tages trumpfte Bechmann dann aber noch einmal auf: Über die 400 Meter steigerte er seine Bestleistung um fast zwei Sekunden auf 48,92 Sekunden. „Am Ende bin ich fast rückwärts gelaufen“, kommentierte der junge Mehrkämpfer seinen fulminanten Lauf, dem er am Folgetag auch die angekündigte Steigerung („Da ist die nächste Bestzeit fällig“) über 110 Meter Hürden folgen ließ. Mit 14,97 Sekunden unterbot er seine Bestleistung von 15,15 Sekunden. Den Diskus ließ er dann auf 42,74 Meter fliegen, einen Meter hinter seiner Bestmarke.

Dann folgten aber die eingangs schon erwähnten Dämpfer: Das Stabhochspringen war nach 4,40 Meter schon beendet, anschließend flog der Speer nur auf 41,96 Meter. In diesem Jahr ist Bechmann mit dem Stab schon 50 Zentimeter höher gesprungen und hat zehn Meter weiter geworfen.

Dessen ungeachtet hieß es im abschließenden 1500-Meter-Lauf, wie im Zehnkampf üblich, noch einmal alles zu geben. Dies tat der Schützling des vor Ort weilenden Eintracht-Trainers Jürgen Sammert dann auch. Mit 4:43,48 Minuten lief er die fünftbeste Zeit im Feld der noch übriggebliebenen zwölf Athleten.

„Mein Highlight waren die 400 Meter, die könnte ich mir immer wieder angucken. Und dann hier dabei zu sein, vor so einer Haupttribüne, in einem kleinen, feinen Zehnkampf-Feld“, meinte Bechmann bei einer ersten Bilanz. „Mein Dank geht auch an das Betreuer-Team, an Lars (Bundestrainer Lars Albert; Anmerkung der Redaktion), und David (Physiotherapeut David Violakis) und an meinen Heimtrainer Jürgen Sammert, der extra hergekommen ist.“

(wag)

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