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Andrés Hecktor fiebert seiner ersten WM entgegen

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Von: Alexander Wolf

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Daniel Andrés Hecktor bereitete sich akribisch auf die WM vor.
Daniel Andrés Hecktor bereitete sich akribisch auf die WM vor. © Hans Nietner

Mehr durch Zufall als durch kalkulierte Karriereplanung startet der 26-jährige Höchster Daniel Andrés Hecktor am kommenden Wochenende für sein Vaterland Spanien bei der Kunstrad-Weltmeisterschaft in Österreich.

Er fährt nur auf dem Hinterrad, das Vorderrad zeigt gen Hallendecke. Dann geht er aus dem Sattel, wendet seinem Fahrrad den Rücken zu und stellt sich auf die Pedale, um weiter im Kreis fahren zu können. „Das ist der ’Kehrstandsteiger’“, erklärt Daniel Andrés Hecktor, „der zählt zu den schwersten Übungen, die ich aus einer Liste von über 200 Übungen ausgesucht habe.“

Wenn der Höchster Informatik-Doktorand im Einer-Kunstrad-Wettkampf samstagnachmittags diese artistische Meisterleistung gut auf’s Rad und das Rad sicher auf den Hallenparkettboden bringt, stehen die Chancen gut, dass er sein Ziel in der Elite-Klasse der Männer gleich bei seiner ersten Weltmeisterschaft erreicht. „In fünf Minuten werden 30 Übungen gezeigt und ich möchte meine persönliche Bestleistung schaffen“, erklärt der 26-Jährige. Weil er keine Chancen auf eine Top-Ten-Platzierung hat und im Klassement weit hinten angesiedelt ist, möchte er von dieser Position aus zumindest nicht abrutschen.

Je länger man sich mit dem Sohn einer deutschen Mutter und eines spanischen Vaters unterhält, desto klarer wird, dass die Teilnahme an der Weltmeisterschaft schon der größte Erfolg für ihn ist. „Ich fahre seit über 20 Jahren Kunstrad und war auch schon bei mehreren Hessenmeisterschaften dabei. Für die Deutschen Meisterschaften habe ich mich aber noch nie qualifiziert“, erklärt der Sportler aus dem Frankfurter Westen, „das war im Nachhinein auch gut so.“ Hätte der Halb-Spanier nämlich an einer Deutschen Meisterschaft teilgenommen, könnte er nun nicht für sein iberisches Vaterland im österreichischen Dornbirn an den WM-Start gehen. „Meine Mutter war beim RV Höchst früher aktive Kunstradfahrerin und später auch Trainerin. Als sie mich als Fünfjährigen mit in die Halle genommen hat, habe ich meine Leidenschaft für diesen Sport entdeckt und bin bis heute dabei geblieben“, berichtet Andrés Hecktor. Auf einer Sprachreise nach Madrid spazierte er vor gut einem Jahr eher zufällig am Quartier des spanischen Radsportverbands vorbei und fragte spontan nach, wie es mit dem Kunstradfahren in seinem Vaterland bestellt sei. Weil in Spanien derzeit faktisch keine solche Sportart existiert, wird der Höchster wieder nach Hause geschickt, ehe der RFEC (Real Federación Española de Ciclisomo) ihn 2017 doch zum finalen Gespräch nach Madrid einlädt. Seitdem trainiert Andrés Hecktor neben seiner Arbeit als Doktorand in Mainz fleißig auf dem Kunstrad, um in die Fußstapfen seines Mentors José Arellano zu schlüpfen. Der Trainer kommt aus dem Stuttgarter Raum und war vor über zehn Jahren der letzte spanisch-stämmige Teilnehmer an einer Weltmeisterschaft. Nun gehört er zur Delegation um Daniel Andrés Hecktor und hofft auf ein gutes Abschneiden seines Schützlings. Auch die Familie und alle Mitglieder des RV Höchst werden den Premieren-Auftritt in Österreich verfolgen. Wenn nicht in der Halle in Dornbirn, dann im Livestream auf .

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