Seit Jahren die Garanten für Punkte: Die Routiniers Steffen Hornig (vorn) und Arnd Vetters wollen auch in der Regionalliga das 1. Herren-Doppel der SG Anspach bilden. foto: gerhard strohmann
+
Seit Jahren die Garanten für Punkte: Die Routiniers Steffen Hornig (vorn) und Arnd Vetters wollen auch in der Regionalliga das 1. Herren-Doppel der SG Anspach bilden.

Badminton, Regionalliga Mitte

SG Anspach: Fast wie in alten Zeiten

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
    schließen

Drittliga-Aufsteiger SG Anspach trainiert wieder. Abteilungsleiter Georg Komma wagt einen optimistischen Ausblick.

In der Badminton-Abteilung der SG Anspach geht es wieder aufwärts, und das passt wunderbar in den allgemeinen Trend. Mehr als zwei Jahrzehnte lang gehörte die Mannschaft zu den Top-Adressen unter den mit einem Feder- oder Plastikball spielenden Deutschen, ehe 2017 der freiwillige Rückzug in die viertklassige Oberliga erfolgte. Als souveräner Vizemeister ist die SGA inzwischen wieder in die Regionalliga Mitte aufgestiegen. Für den 3. Oktober ist das erste Saisonspiel terminiert. Anfang Herbst - wie immer in dieser Sportart also. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir dann auch spielen und Zuschauer bei uns begrüßen können", meint Abteilungsleiter Georg Komma.

Auch wenn an kurzfristige Wettbewerbe in dieser kontaktlosen Sportart kein Gedanke verschwendet wird, stellt sich der Badminton-Macher aus dem Usinger Land gerne schon mal dieses Szenario vor. Dass Steffen Hornig, Janne Vang Nielsen und Co. in der ARS-Sporthalle wieder auf Drittliga-Niveau spielen. "Bei einer Kapazität von bis zu 1000 Zuschauern in der Halle wird es uns gelingen, das Publikum auf Abstand zu halten", sagt Komma. Mehr als ein paar Dutzend Fans sind für gewöhnlich nicht zu erwarten.

Der Geist besserer Zeiten wird jedoch bei der SG Anspach vorherrschen, wenn am kommenden Mittwoch mit dem Training begonnen wird. Hornig war mit seinen 41 Jahren jüngst bester Spieler der gesamten Oberliga Mitte (21 Siege in 24 Einzeln), Trainerin und Top-Spielerin Janne Vang Nielsen kämpft mit 47 sogar noch bei Altersklassen-Weltmeisterschaften um Medaillen.

"Unsere Mannschaft besteht aus Akteuren, die schon immer für uns spielen", lächelt Komma. Wahrscheinlich setze er das auch fort, bis der Körper nicht mehr mitmache. Immer noch auf hohem Niveau, mit einem "erstaunlichen Durchschnittsalter" (Komma), möchte die SGA bald wieder angreifen. Nach adäquatem und jüngerem Ersatz schaue sich das Team selbst um, gerade die durchweg erfahrenen Spieler aus dem Hochtaunus bleiben von Verletzungen nicht verschont.

Jetzt gilt es aber erstmal, langsam wieder reinzukommen. Die Abteilung hat auf der Grundlage der Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes und Badminton-Verbandes ein vierseitiges Hygiene-Konzept erstellt, das an alle Aktive verschickt wurde. Die mehr als 60 Spieler/innen im Verein konnten sich daraufhin entscheiden, ob sie wieder trainieren wollen. Dazu müssen sie sich bei Trainerin Vang Nielsen anmelden und eine Einverständniserklärung unterschreiben, dass sie die Verhaltens- und Hygieneregeln einhalten.

In mehreren Slots wird so bis zu den Sommerferien zunächst nur mittwochs ab 17 Uhr gespielt. Neun Spielfelder können von je zwei Spielern benutzt werden. Mit festgelegten Bällen, die später gesäubert oder ausgetauscht werden. Nur eine Änderung müssen die Badminton-Freunde während der Ausübung ihres Hobbys berücksichtigen: Der Bereich zwischen Netz und Aufschlaglinie ist tabu. "Das sind zwei Meter, da gehen wir auf Nummer sicher", sagt Komma.

Gespielt wird ohne Stopps. Um langsam wieder in Form zu kommen, ist das vielleicht auch gar nicht so schlecht. Gerade die kurzen, reflexartigen Bewegungen sind es, die beim Badminton den Körper auf Dauer so herausfordern. Hornig, Vang Nielsen und Co. wissen das genau. Sie werden in ihren Körper hineinhören auf dem Weg zurück in den höherklassigen Sport und in die Normalität.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare