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Achraf Gara Ali (Neu-Anspach) erzielt das Tor zum 2:0

Gruppenliga

In Anspach „geht die Post ab“

Der 9. Spieltag in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West ist ein besonderer. Keines der sechs Hochtaunus-Teams verliert.

FC Neu-Anspach – TSG Nieder-Erlenbach 5:4 (3:3): Ein Blick auf das Resultat lässt es bereits vermuten, FCNA-Trainer Rico Henrici sprach es nach dem Abpfiff aus: „Die Partie hatte definitiv Unterhaltungswert.“ Bereits zur Halbzeit stand es 3:3. Das hatte auch mit den gut aufgelegten Offensivreihen zu tun, mehr noch aber mit den Fehlern in der Defensivarbeit. Während beim FCNA erneut „die Post ab ging“ (Henrici), wurde nach Ballverlusten nicht konsequent in die Rückwärtsbewegung umgeschaltet. „Am Ende hätte es auch 9:7 ausgehen können, Chancen gab es genug“, sagte der Coach.

Die entscheidende Möglichkeit nutzte der eingewechselte Ahmad Mohabat in der 76. Minute. Nach Querpass von Niklas Kraus, der selbst zweimal traf, verwandelte Mohabat zum 5:4. Auf die Frage, ob er ein Trainer sei, der lieber 1:0 oder 5:4 gewinnt, antwortete Rico Henrici: „Ich bin ein Trainer, der gerne gewinnt.“ Künftig muss aber die Defensivleistung besser werden. Trotz zwölf Gegentreffer holte man in vier Spielen zehn Punkte. Auf Dauer geht das wohl nicht gut.

Tore: 0:1 Calla (6.), 1:1/4:4 N. Kraus (17., 51.), 1:2 Eifert (30.), 2:2 Paul (32.), 3:2 P. Kraus (36.), 3:3 Gargalie (42.), 3:4 Lamjahdi (50.), 5:4 Mohabat (76.). rk

Olympia Fauerbach – 1. FC-TSG Königstein 0:2 (0:1): Früh gingen die Gäste zwar in Führung, doch lange war das Spiel offen. In der 6. Minute hatte Jinseok Jeagal am ersten Pfosten eine flache Flanke von Jeffrey Schäfer zum 1:0 für Königstein verwertet. „Danach haben wir wie schon so oft unsere Chancen nicht genutzt, weswegen es bis zum Ende spannend war“, sagte Trainer Bayram Mechmet. In der zweiten Hälfte traf der Gast dreimal Aluminium: Özkan Ucar jeweils Latte und Pfosten, Estefanio Brandao da Silva den Querbalken.

Drei Minuten vor dem regulären Spielende knipste Angreifer „Bebo“ da Silva dann aber doch noch: Als Gefoulter trat er selbst zum Strafstoß an und strafte den Mythos Lügen. Im Tor stand Ersatzkeeper Dominik Roos, da sich Stammtorhüter Jens Michalak kurz vor der Pause schwer verletzte und mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus musste. Es bestand Verdacht auf Rippenbruch. „Der Sieg nach vier Niederlagen ist unheimlich wichtig für die Moral und das Selbstvertrauen der Spieler“, weiß Mechmet. Jetzt muss nur noch an der Chancenverwertung gefeilt werden.

Tore: 0:1 Jeagal (6.), 0:2 da Silva (87./FE). rk

SKV Beienheim – TuS Merzhausen 1:3 (1:2). Dass sich der TuS Merzhausen bislang etwas unter Wert verkauft hat, zeigt der schon zweite souveräne Sieg in Folge bei einem vermeintlichem Favoriten. „Die Jungs haben an die starke Leistung von letzter Woche in Kalbach angeknüpft“, freute sich Trainer Slobodan Turjacanin über die drei Punkte in der Wetterau. Besonders lobte der Übungsleiter die Art und Weise, wie seine Spieler auftraten. „Sie haben bewiesen, dass sie wirklich eine Mannschaft sind.“ Das sei nicht immer der Fall gewesen. Zudem profitierte die TuS von dem „richtigem Näschen“ (Turjacanin) von Angreifer Ivan Vidovic, der bei den ersten beiden Treffern abstaubte. Nach Foul von Leon Moses im eigenen Strafraum fanden die Hausherren per verwandelten Elfmeter zurück ins Geschehen (46.). Im Anschluss vergaben Baltaci, Hohmann, Ivan und Berschick allesamt freistehend. Letzterer sorgte im zweiten Anlauf aber per Kopf für die Entscheidung.

Tore: 0:1, 0:2 Vidovic (1., 22.), 1:2 Heck (45.), 1:3 Berschick (90.+1). rku

FC Kalbach – FC Oberstedten 3:4 (2:2). FCO-Trainer Artur Rissling sprach von „Freude mit kleinem Beigeschmack“. Mit dem Abpfiff geriet der Erfolg des Kellerkindes beim Meister etwas in den Hintergrund: Ein Kalbacher Spieler habe Nouri Jegham im Vorbeigehen „Nettigkeiten“ in Bezug auf dessen Mutter zugerufen. Woraufhin dieser sich wütend umgedreht und seine Trinkflasche nach dem Sprücheklopfer geworfen habe. Schiedsrichter Ioannis Saradis zeigte lediglich Jegham die Rote Karte. „Das war von beiden absolut unangebracht“, sagte Rissling. Das wenig berauschende Spiel hätte keinen Sieger verdient gehabt. „Das Pech der letzten Wochen hat sich in Glück für uns gewandelt“, freute sich Rissling nach dem Spiel bei seinem Ex-Verein. „Das war hoffentlich der erste Schritt in die richtige Richtung.“

Tore: 1:0 Bouzarzar (2.), 1:1 Özdemir (5.), 1:2 Jegham (23.), 2:2 Erkmen (41.), 3:2 Singh (46.), 3:3 Klempin (79.), 3:4 Sobotzik (85.). rku

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