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Siegtorschütze Eric Becker, genannt Becks, wird von seinen Mitspielern am Donnerstagabend beglückwünscht.

Fußball, Gruppenliga

Anspacher Jubel nach Becks? Traumtor

Ein Durchschnittsalter von 22 Jahren haben die Fußballer in der Startelf des FC Neu-Anspach. Die Überraschung gegen Oberrad geht aufs Konto eines Routiniers. In den anderen Gruppenligaspielen trifft Nouri Jegham vom FC Oberstedten von der Mittellinie.

Ein „Riesenkompliment in Sachen taktischer Disziplin und Laufbereitschaft“ attestierte FCNA-Trainer, Rico Henrici, seiner Elf nach Abpfiff der Gruppenliga-Partie gegen die Spvgg. Oberrad am Abend des Gründonnerstags. In zuvor 90, teils hochklassigen Minuten gelang seiner „Rasselbande“, die zu Spielbeginn ein Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren aufwies, ein verdienter wie furioser 1:0-Erfolg über die Gäste aus dem Frankfurter Süden – Traumtor inklusive.

Spielerisch war kaum ein Unterschied zwischen dem Aufstiegsaspiranten aus Oberrad und dem im Mittelfeld des Tableaus rangierenden FCNA zu erkennen. Zwar gehörten den Gästen die ersten Abschlüsse, wirklich Gefahr für das Gehäuse von Mario Schreiber brachten diese aber nicht. Auf der Gegenseite kombinierte sich die Henrici-Elf oft ansehnlich bis ins letzte Angriffsdrittel, ließ dann aber die nötige Präzision vermissen. Die beste Möglichkeit bot sich Youngster Niklas Kraus. Nach toller Doppelpass-Kombination mit Achraf Gara Ali tauchte er frei vor Keeper Etienne Schmidt auf, schoss diesem aber den Ball in die Arme (39.).

Ein Beispiel für die Ideenlosigkeit des Ex-Hessenligisten folgte kurz darauf, als sich Alexander Hien und Khalid El Houssaini gefühlt minutenlang den Ball zuschoben. Ein Lücke im gut gestaffelten Anspacher Defensivkonstrukt, bei dem die beiden Stürmer Gara Ali und Marko Jonjic auf Höhe der Mittellinie bereits die erste Abwehrreihe bildeten, war wahrlich nur schwer zu finden.

Das Bild blieb auch nach dem Seitenwechsel zunächst ein Ähnliches. Halbgare Distanzschüsse der Oberräder Victor Rolph (52.) und Randy Best (55.) bereiteten Schreiber keine Mühen. Schließlich folgte Henricis nächster Schachzug, als er Routinier Eric Becker – von den Teamkollegen „Becks“ gerufen – ins Spiel brachte (56.).

„Becks“, schon seit längerem mehr für die Tore der Anspacher Zweitvertretung zuständig, belebte sofort das Offensivspiel. Eine Direktabnahme Beckers nach Fehlpass von Namensvetter Timo Becker auf Gästeseite verfehlte knapp das Tor (65.). Eine scharfe „Becks“-Eingabe in den Strafraum setzte Gara Ali kurz darauf, in Abseitsposition, an den Querbalken. Bei einer Gara-Ali-Flanke in Minute 72 vergab wiederum Eric Becker aus der Nahdistanz.

In Minute 89 staunte dann aber auch Anspachs Ex-Torjäger Marco Weber, wie der Rest der rund 70 Zuschauer, unter denen er sich befand, nicht schlecht. Als man sich auf der Tribüne schon fast mit einem torlosen Remis abgefunden hatte, fasste sich „Becks“ kurz hinter der Mittellinie ein Herz und bescherte seiner Mannschaft mit einem Traumtor aus gut 40 Metern das „Finale furioso“.

Neu-Anspach: Schreiber – Fomin, Juric, Möbius, Gilles – Bank (71. Adam), Puck, Pauls, Kraus – Gara Ali, Jonjic (56. Becker). – Tor: 1:0 Becker (89.). (gba)

FV Hausen – FV Stierstadt 0:0: Es heißt nicht umsonst Abstiegskampf – mit einer klaren Betonung auf „Kampf“. Dass die Mannschaft des FV Stierstadt diesen beim Auswärtsspiel gegen den FV Hausen annahm, zählt zu den positiven Erkenntnissen der Partie. „Kaum Fußball, sehr umkämpft, fast jeder Zweikampf grenzwertig“, lautete das Fazit von Marco Hentsch. Stammspieler Christian Liebig fiel der harten Gangart zum Opfer und musste, am Knie verletzt, in der 34. Minute raus. Nach den vollen 90 Minuten war der Vorsitzende des Spielausschusses Hentsch bemüht, nicht von „verlorenen zwei Punkten“ zu sprechen. Aber: „Ein Unentschieden war heute und hier zu wenig. In der Summe hätten wir das Spiel gewinnen müssen.“ Mit der vollen Ausbeute hätte sich Stierstadt vor dem Derby gegen TuS Merzhausen in zwei Wochen in eine gute Position bringen können. Zumindest steht die Null schon seit zwei Partien. Aber hinten wie vorne. (rk)

FSV Friedrichsdorf – SV BKC Bosnien 2:3 (1:1):„Es hat fast so gewirkt, als habe der Eine oder Andere über die Winterpause vergessen hat, warum wir zuvor so erfolgreich waren“, mutmaßte FSV-Coach Metin Yildiz. Cleverness und abgezocktes Auftreten vermisste der Trainer und ärgerte sich über die Niederlage nach zweimaliger Führung. Ebenfalls nicht einverstanden war er mit einer Schiedsrichterentscheidung gleich zu Beginn. Angreifer Benjamin Celikci war auf dem Weg zum 1:0 frei druch, wurde dabei aber gefoult. Statt Rot zeigte Referee Manuel Abbondanza (Wiesbaden-Kohlheck) aber nur Gelb. Den daraus resultierenden Freistoß verwandelte Sabit Zejnullahu zwar direkt zur Führung (7.), doch die Gäste blieben in voller Mannschaftsstärke. Ausschlaggebend für die Niederlage waren aber andere Faktoren. Nach der abermaligen Führung durch Celikci (47.) ist der FSV nicht kompakt genug aufgetreten und leistete sich vor den weiteren Gegentreffern gleich mehrere Fehler. „Am Montag gegen Merzhausen haben wir jetzt Druck“, sagte Yildiz, „aber vielleicht brauchen wir diesen ja.“

Tore: 1:0 Zejnullaha (7./DFS), 1:1 Pita (31.), 2:1 Celikci (47.), 2:2 Matijevic (63.), 2:3 Glamocanin (80.). (rk)

SKV Beienheim – FC Oberstedten 1:5 (1:2):„Fünf Tore musst du in Beienheim erstmal machen“, lobte Manager Rüdiger Rau den Auftritt des FCO beim Konkurrenten im Abstiegskampf. Den ersten Treffer gab’s bereits nach zwei Minuten zu bejubeln. André Masarski traf auf Zuspiel von Nouri Jegham. Der Ausgleich in der 12. Minute entpuppte sich nur als Störfeuer, denn noch vor dem Kabinengang brachte Daniel Wolf sein Team mit einem strammen Schuss aus 20 Metern zurück in Führung. Kollege Jegham verwandelte aus gleicher Distanz in der 77. Minute einen direkten Freistoß zum 4:1. Warm geschossen’ hatte sich der Mann mit der genialen Schusstechnik zwei Minuten früher. Aus der eigenen Hälfte traf die Nummer 10 – mal wieder – zum 3:1. „Er stand knapp vor dem Mittelkreis“, schildert Rau, „der Ball war gefühlt eine Minute in der Luft, flog wie ein Ufo, doch der Torwart kam trotzdem nicht mehr ran. Was für ein Tor!“ Wolf traf noch aus rund 16 Metern zum 5:1 (80.) und Jegham sag Gelb/Rot wegen einer „Schwalbe“ (90.).

Da die Konkurrenz allesamt Punkte liegen ließ und Oberstedten nun die direkten Vergleiche mit Beienheim, Stierstadt und Friedrichsdorf gewann, war die Stimmung beim FCO prächtig. „Wir sind mit 33 Punkten relativ locker über die A5 nach Hause gefahren“, berichtet Rau schmunzelnd.

Tore: 0:1 Masarski (2.), 1:1 Visoka (12.), 1:2/1:5 Wolf (42., 80.), 1:3/1:4 Jeghan (75., 77. DFS). (rk)

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