+
Christian Kaus (FC Neu-Anspach)

Fußball, Gruppenliga Frankfurt West

Anspacher Trendwende im Hagelschauer - 3:0 gegen Königstein

Unter dem neuen Trainer Jörg Loutchan gewinnt der FC Neu-Anspach das Hochtaunus-Derby gegen den 1. FC-TSG Königstein mit 3:0. Viel besser sind die Gastgeber aber eigentlich nicht.

Die Stimmung von Michael Caspari und das Wetter im Usinger Land gestalteten sich am Sonntagnachmittag doch recht konträr. Während sich zum Ende des Fußballspiels der Gruppenliga zwischen dem FC Neu-Anspach und des 1. FC-TSG Königstein ein starker Schnee- und Hagelschauer über den Sportplatz ergoss, strahlte der Anspacher Manager übers ganze Gesicht. „Mir ist ein Riesenfelsbrocken vom Herzen gefallen“, gab Caspari nach dem 3:0-Erfolg seiner Mannschaft dann auch unumwunden zu. Seinem neuen Trainer Jörg Loutchan (siehe Box) gelang ein Start nach Maß, zu einem Zeitpunkt, als der FCNA das Siegen fast schon verlernt hatte. Der letzte Erfolg, das beeindruckende 7:0 über die Spvgg. Fechenheim, datierte vom 7. Oktober 2018. So leicht, wie es damals gegen die Frankfurter war, machten es die Königsteiner den Hausherren beileibe nicht.

Vom Anpfiff an versuchten beide Hochtaunus-Mannschaften, mit schnellem Kurzpassspiel in die Spitze zu kommen. Allerdings taten dies beide Teams aus einer gut geordneten Defensive heraus, so dass die meisten Angriffe an der kollektiven Abwehrarbeit des jeweiligen Gegners zum Erliegen kamen.

Die beiden besten Möglichkeiten des ersten Durchgangs hatten die Gäste. In der 37. Spielminute fasste sich Leo Kovacevic ein Herz und zog aus rund 30 Metern ab. Der Ball kam zwar zentral aufs Tor, doch flatterte das Spielgerät kräftig und senkte sich zum Schluss auch noch gefährlich, so dass Mario Schreiber sicherheitshalber zur Ecke parierte. Auch in der 44. Minute traf der FCNA-Torhüter die richtige Wahl. Nach einem Ballverlust in der eigenen Hälfte wurde die ansonsten sattelfeste Viererkette der Hausherren auf dem falschen Fuß erwischt. Wayne Schäfer spielte clever in die Schnittstelle, wo Shuichi Tani aus rund zwölf Metern frei zum Schuss kam. Schreiber war jedoch gedankenschnell aus seinem Kasten gestürmt und verhinderte so den Rückstand.

In der zweiten Hälfte wurde Neu-Anspach mutiger. Gerade die Vorstöße über den linken Flügel sahen vielversprechend aus. Von dort brachte Niklas Kraus in der 58. Minute eine flache Hereingabe an den Fünfmeterraum, wo der mitgelaufene Achraf Gara Ali zum 1:0 einschob. Königsteins Trainer Bayram Mechmet reagierte prompt und wechselte Nachwuchsstürmer Aaron Schlünz ein, der allerdings schon nach sechs Minuten wieder vom Feld musste. Nach einem Schlag auf den linken Fuß konnte der Angreifer nicht mehr auftreten. Kurz darauf fiel das vorentscheidende 2:0. Gara Ali erkämpfte sich den Ball in der gegnerischen Hälfte und leitete ihn schnell weiter nach Rechtsaußen. Von dort traf der kurz zuvor eingewechselten Ahmad Mohabat mit Hilfe des Innenpfostens (70.).

Danach öffnete Königstein den Abwehrverbund, konnte allerdings keine zwingende Torchance erspielen. Dafür hatte der FCNA jetzt Platz. Erneut traf Joker Mohabat von rechts ins lange Eck (80.).

„Sie waren dreimal vor unserem Tor und dreimal hat es geklingelt, die effektivere Mannschaft hat heute gewonnen“, ärgerte sich Mechmet. „Königstein hat es im Grunde sehr ordentlich gespielt, sagte Caspari, „ich denke, dass die Konzentration heute den Unterschied ausgemacht hat.“ Ein Lob muss man allerdings beiden Mannschaften aussprechen: Das Derby entpuppte sich als überaus faires Fußballspiel.

Schiedsrichter Andreas Link hatte nur eine knifflige Szene zu bewältigen. Nach rund einer halben Stunde verpasste Jeffrey Schäfer Niklas Kraus einen „Gehfehler“, woraufhin dieser zum Nachtreten ansetzte. Die folgende Rudelbildung löste der Referee aber schnell und souverän auf. Dann richtete er an Schäfer und Kreis prägnante Worte, und fortan wurde nur noch Fußball gespielt. Vorbildlich.

VON ROBIN KUNZE

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare