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Kyle Howie (rechts) hat für den FC Neu-Anspach wieder getroffen.

Fußball, Hochtaunus

Anspachs Formkurve zeigt nach oben, DJK Bad Homburgs Serie reißt

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Zum Tag der offenen Tore – 54 Mal klingelte es in den gestrigen acht Partien – steuern auch die heimischen Teams viele Treffer bei. Allerdings nur für den FC Neu-Anspach und die Usinger TSG auch mit Punkten versüßt.

FC Olympia Fauerbach – FSV Friedrichsdorf 2:1 (0:0): Zweifelsohne ein bitterer Rückschlag für die Mannen von FSV-Trainer Metin Yildiz, die sich nach dem letztwöchigen 2:0-Erfolg in Beienheim wieder auf einem guten Weg wähnten. „Leider haben wir uns in Fauerbach auf dem hohen Rasen des schwer zu bespielenden Elachfeldes zu harmlos vorm Tor des FC Olympia präsentiert“, vermisste Yildiz bei seinen Schützlingen gestern die Gier und die Galligkeit, Tore erzwingen zu wollen – zugleich attestierte er Fauerbachs Offensivduo Cristian Bodea/Paul Wischtak eine starke Leistung: „Vor allem Bodea bekamen wir kaum in den Griff.“ Im Grunde genommen hätten zwei Fehler die Partie entschieden – gegen sein Team. Bis zur Pause hatte der FSV mehr Spielanteile und besaß durch Denis Schäfer (20./seine Bogenlampe aus 40 Metern zischte nur knapp vorbei) und Mustafa Koyun (28./Pfosten) sowie bei Fernschüssen von Deniz Güven gute Chancen. Das erste Tor der Partie fiel jedoch auf der Gegenseite durch Bodea, der FSV-Keeper Kai Klug zum 1:0 (67.) bezwang. Kurz zuvor hatte Klug einen Strafstoß von Wischtak pariert (60.). Auch das 2:0 (74.) – ein Aufsetzer aus 25 Metern – trug Bodeas Absender. Der FSV bewies Moral und verkürzte durch Francesco Marino auf 2:1 (82.), mehr wollte den Gästen im Kellerduell in der Wetterau jedoch nicht mehr gelingen.

Sportfreunde Friedrichsdorf – FG Seckbach 3:7 (0:2): Für Martin Schmidt, den Sportlichen Leiter des Aufsteigers, war die gestrige Partie ein Spiegelbild sämtlicher Gesichter, die der Gastgeber im Laufe dieser Saison schon gezeigt hat. „Von ganz ordentlich bis katastrophal“, wie es Schmidt formuliert. Zwei Fehler im Spielaufbau wurden durch Seckbachs Steven Mühl (15.) und Ali Wardak zum 0:2 (20.) bestraft. „Es folgten – wie schon zu Spielbeginn – zehn sehr gute Minuten von uns, ehe wir uns nach der Pause binnen zehn Minuten wieder drei Dinger einfingen“, verweist Schmidt auf das 0:3 (53.) von Luki Matondo (53.), das 0:4 (59.) durch Mühl und das 0:5 (63.) von Milad Wardak. Ebenso kurz sollte dann „unser Zwischenhoch zwischen der 67. und 77. Minute sein“, führte Schmidt aus. Florian Kister (67.), Uli Strenkert (69.) und Deniz Pekgüzelyigit (77.) weckten mit dem 3:5 wieder Hoffnungen. Das Team von Trainer Josip Coric („Nicht er steht für uns auf dem Platz, sondern lauter gestandene Spieler, die sich alle mal hinterfragen sollten“ – O-Ton Schmidt) ließ sich aber prompt wieder „den Zahn ziehen“ und kassierte im „kollektiven Tiefschlaf“ (Schmidt) Matondos 3:6 (78.) und das 3:7 (80.) von Jonas Scheitza. „Wenn du in einem Heimspiel drei Tore machst“, sagt Schmidt, „darfst du eigentlich nicht verlieren.“

SKV Beienheim – TSV Vatanspor Bad Homburg 6:2 (2:2): Das Dilemma des TSV Vatanspor nahm bereits am Sonntagvormittag seinen Lauf. Da hatte nach Luca Lotz (durch mehrere Bänderrisse bis zur Winterpause außer Gefecht) und Jan Bieker (USA-Aufenthalt) mit Nico Molitor (fiebrige Erkältung) auch noch der dritte Tormann im Team absagen müssen. Kurzerhand erklärte sich Feldspieler Ömer Hotaman dazu bereit, die Torwarthandschuhe überzustreifen. „Er hat seine Sache gut gemacht“, lobte TSV-Sprecher Pedro Ribeiro. Für ihn ist es vielmehr unerklärlich, dass man das Spiel nach anfänglicher Dominanz – mit Chancen zu einer 3:0-Führung – noch aus der Hand geben sollte. Mann des Tages war Beienheims Kapitän Ante Paradzik. An seinem gestrigen 31. Geburtstag verursachte er zunächst einen Strafstoß, der die Homburger 1:0-Führung bedeutete, um dann mit dem 4:2 und 5:2 sowie einem Pfostentreffer (77.) für die Wende zu sorgen. – Torfolge: 0:1 Danyal Tekin (17./FE, Foul an Fabris Brayan Afou Nga), 0:2 Nga (22./Volleyabnahme auf Flanke von Silvio Penava), 1:2 Leon Hirzmann (33./ins Dreieck), 2:2/3:2 Luca Calla (48./61.), 4:2/5:2 Paradzik (67./69.), 6:2 Fatih Uslu (90.+2/FE/Nga-Foul an Niyazi Yigin).

Spvgg. Fechenheim – FC Neu-Anspach 3:4 (0:3): Zur Pause konnte Anspachs Trainer Jörg Loutchan zufrieden sein: „Hinten sicher, zielstrebig nach vorne und effizient vorm Tor – das war eine sehr gelungene erste Halbzeit von uns.“ Bis dahin hatten Kyle Howie (16./auf Rückpass von Yassin Belfkih), Niklas Kraus (33.) und Marvin Akkus Rodriguez (34./abgestaubter Schuss von Naoufal Akil) für eine komfortable 3:0-Führung gesorgt. Dass es nach dem Wechsel aber doch noch einmal spannend werden sollte, schrieb Loutchan „unserer gleichen Startelf im vierten Spiel in Folge“ zu – hinten raus habe seinen Spielern nämlich ein wenig die Frische gefehlt, die Körner wurden knapp. Folglich verkürzte Fechenheim durch Kamil Yikilmaz auf 1:3 (66.) und nach Rodriguez’ Kopfball zum 1:4 (76./Freistoßflanke Kraus) durch den gleichen Spieler auch noch auf 2:4 (81.) und 3:4 (89./FE, nach Foul von Najmaddin Abuhoureyah). Loutchan selbstkritisch: „Bei meinen Auswechslungen hatte ich auch nicht gerade die besten Entscheidungen getroffen.“

1. FC-TSG Königstein – Usinger TSG 1:4 (1:2):  Wohl dem, der einen Marcel Kopp in seinen Reihen weiß. Der schlaksige Torjäger des Verbandsliga-Absteigers entschied das gestrige Taunus-Derby mit seinen „Saison-Buden“ acht bis zehn ganz alleine – und zauberte damit so manch weitere Sorgenfalte auf die Stirn der Königsteiner Verantwortlichen. Die gut in die Saison gestarteten Schützlinge von Bayram Mechmet – mittlerweile auf Abstiegsplatz 14 angekommen – hatten gestern Kopps frühen ersten Streich zum 0:1 (5.) in der 29. Minute durch „Bebo“ da Silva noch ausgleichen können. Christian Kaus brachte die UTSG aber noch vor dem Gang zum Pausentee wieder in Front (36.). Für die endgültige Entscheidung sorgte nach Wiederbeginn Kopp, der in der 49. und 77. Minute auf 1:4 erhöhte – und mit nun zehn Saisontoren zusammen mit Kyle Howie (FC Neu-Anspach/10) den führenden Gruppenliga-Torjägern Luki Matondo /FG Seckbach/12) und Ante Paradzik (SKV Beienheim/11) im Nacken sitzt.

SV Gronau - DJK Bad Homburg 5:4 (3:3): Wie passt das zusammen? Da hält sich die DJK Bad Homburg mit der Usinger TSG und der FG Seckbach zwei Titelaspiranten jeweils mit 4:3 vom Leib – und kehrt dann gestern mit einer 4:5 (3:3)-Niederlage vom Tabellenvorletzten SV Gronau zurück. Für Enis Dzihic, Trainer der von Rang zwei auf drei gerutschten Helveten, kommt der gestrige Rückschlag nicht von ungefähr „Nicht nur im Fußball ist es so: Sport ist zum Großteil reine Kopfsache. Im Vorfeld hatte ich vor dem schnellen Umschaltspiel der Gronauer gewarnt – aber wenn dann die Einstellung bei uns nicht stimmt und nur zwei, drei Spieler Normalform erreichen, dann passt es eben nicht.“ Sprach’s und bescheinigte seiner „jungen Mannschaft, mit diesem Spiel einen weiteren Lernprozess“ durchlebt zu haben. Der Sieg der Gronauer – dem Team mit der schwächsten Tordifferenz der Liga – sei in Ordnung gegangen. Gronaus 1:0 (10.) durch Marco Greco hatte Jean Luc Jänsch noch postwendend ausgleichen können (13.), doch ein Doppelschlag der Gastgeber durch Yannik Schildger (18.) und Nico Gasch (21.) zum 3:1 zeigte auf, dass der Aufsteiger aus dem Bad Vilbeler Stadtteil gewillt war, dem Tabellenzweiten beizukommen. „Als wir dann an unsere Leistungsgrenze gingen, lief’s sofort“, verwies Dzihic auf den Umschwung zum 3:4 (63.) durch Tore von Ibrahim El Ouahiani (39./63.) und „Ibo“ Cigdem (42.). Ein strittiger Elfer von Elvir Pintol (66.) und Tom Hanf nach DJK-Einwurf und - Ballverlust sowie besagtem Gronauer Umschalten führten jedoch zum 5:4 (77.).

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