Ein Schiedsrichter ist bei einem Spiel des FC Rojkurd Limburg-Weilburg beleidigt worden.
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Ein Schiedsrichter ist bei einem Spiel des FC Rojkurd Limburg-Weilburg beleidigt worden. (Symbolbild)

„Antideutsche Diskriminierung“

„Bastard“ und „Anhänger der AfD“: Spieler beleidigen Schiri – Sportgericht fällt deutliches Urteil

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
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Spieler und Zuschauer beleidigen und diskriminieren einen Schiedsrichter beim Spiel des FC Rojkurd Limburg-Weilburg. Das hat nun Folgen.

Limburg – Das Sportgericht des Fußballkreises Limburg-Weilburg unter Vorsitz von Heinz Schneider fällt ein weiteres deutliches Urteil aufgrund von Diskriminierung und Rassismus auf dem Sportplatz. Dieses Mal war das Opfer ein Schiedsrichter.

Sie hatten ihn als „Bastard“ und „Anhänger der AfD“ beleidigt und ihm Folgendes mit auf den Weg gegeben: „Nun fährst du nach Hause, Kartoffeln fressen“, „Du hast keine Ehre“. Ein klarer Fall von Rassismus und Diskriminierung, wie das Sportgericht des Fußballkreises Limburg-Weilburg unter Vorsitz von Sportrichter Heinz Schneider befand. Das alles hatte sich im Rahmen des Punktspiels der Fußball-Kreisliga C1 zwischen der SG Weilmünster/Laubuseschbach 2 und dem FC Rojkurd Limburg-Weilburg (1:1) am Sonntag, 10. Oktober, ereignet. Beteiligt waren nicht nur Rojkurd-Spieler, sondern auch dem Verein zuzuordnende Zuschauer. Der Schiedsrichter, der einem Rojkurd-Akteur in der 73. Minute die Rote Karte gezeigt hatte, verfasste daraufhin einen Sonderbericht. Der Fall landete vor dem Sportgericht.

Limburg-Weilburg: Sportgericht fällt klares Urteil zur „antideutschen Diskriminierung“

Dieses fällte nach Hören der Zeugen ein klares Urteil: Der Verein Rojkurd Limburg-Weilburg wird mit drei Punkten Abzug und einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro bestraft und muss zudem die Verfahrenskosten sowie die Verwaltungsgebühr berappen (150 Euro).

Heinz Schneider und die Beisitzer Harald Mersdorf und Georg Horz begründeten das Urteil damit, dass sie in der Aussage „Schiri, du bist Anhänger der AfD“ eine diskriminierende Äußerung sehen. „Durch diese Aussage, und davon ist das Sportgericht überzeugt, unterstellt der Rufer dem Schiedsrichter, dass er rassistische, rechtsradikale Positionen vertritt, oder gar ausländerfeindlich ist“, heißt es in der Begründung. In dem Ruf „Nun fährst du nach Hause, Kartoffeln fressen“, sehe das Sportgericht eine antideutsche Diskriminierung laut Merkblatt des DFB „Diskriminierung und Gewalt“ und somit eine Herabwürdigung des Schiedsrichters. (Marion Morello)

Vor einigen Jahren kam es zu viel so Gewalt gegen Schiedsrichtern beim Fußball, dass die Schiris streikten.

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