„Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber dem gesamten Verein“, sagt Patrick Reifenscheidt, Sportlicher Leiter der Eisbachtaler Sportfreunde.
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„Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber dem gesamten Verein“, sagt Patrick Reifenscheidt, Sportlicher Leiter der Eisbachtaler Sportfreunde.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Auch die Eisbachtaler Sportfreunde plädieren für Saisonabbruch

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Wird in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – mit den Eisbachtaler Sportfreunden – in der aktuellen Saison noch einmal der Ball rollen oder nicht? Wenn es nach dem Gros der 24 Vereine geht, eher nicht. Das hat eine Meinungsumfrage unter Vereinen, Fußball-Regional-Verband (FRV) Südwest und Liga-Verantwortlichen ergeben. 

Wie FRV-Geschäftsführer Oliver Herrmann im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte, sprachen sich 19 Vereine dagegen aus, die seit Ende Oktober unterbrochene Punktspielrunde fortzusetzen. Nur drei – unter ihnen die Staffel-Tabellenführer Eintracht Trier (Nord) und Wormatia Worms (Süd) – sprachen sich klar für eine Fortsetzung aus. Während sich ein Verein enthielt, wollte eine Mannschaft weiterspielen, wenn Zuschauer auf die Sportplätze dürfen.

„Das war keine Abstimmung, sondern lediglich das Einholen eines Meinungsbildes, das aber doch sehr deutlich war“, wie Herrmann zugeben muss. Die Vereine hatten sich zuvor ohne Verbandsvertreter untereinander in einer Online-Konferenz ausgetauscht. Der Spielausschuss des Regionalverbandes stellte den Vereinsvertretern per Videoschalte verschiedene Szenarien vor, wie die Saison unter Umständen doch noch zu einer Wertung gebracht werden könnte.

Eine Variante wäre, dass die beiden Staffeln ihre Partien alle ausspielen und am Ende die Tabellen „gemischt“ werden, um anhand der erzielten Punkte die Auf- und Absteiger zu ermitteln. „Das würden wir mit ausreichend Vorlaufzeit allerdings wohl nicht mehr hinbekommen“, so Oliver Herrmann. Variante zwei sieht vor, die begonnene Runde in der Nord- und Süd-Staffel jeweils nur einfach und im Anschluss eine Auf- und Abstiegsrunde zu spielen. Hier müssten die Mannschaften nur noch in einfacher Form (ohne Rückspiel) gegen die sechs Clubs der anderen Staffel antreten, die um den Auf- oder Abstieg spielen. In der Summe wären das für jedes Team zwischen acht und elf Spiele, die es zu absolvieren gälte. „Das würden wir hinkriegen, wenn wir am 5. Mai starten. Dann wären wir am 16. Juni fertig“, erklärt der FRV-Geschäftsführer. Voraussetzung hierfür wäre allerdings, dass alle Mannschaften ohne Einschränkungen, wie etwa Testungen oder komplette Mannschaftsquarantänen, vier Wochen Kontakttraining absolvieren könnten; und zwar ab 6. April uneingeschränkt, was aktuell aufgrund erneut steigender Fallzahlen mehr als fraglich ist.

„Das wurde alles sehr Spitz auf Knopf gedacht“, ärgert sich Patrick Reifenscheidt. Der Sportliche Leiter der Sportfreunde Eisbachtal macht keinen Hehl daraus, dass die „Eisbären“ einen Saisonabbruch präferieren. Vor allem ohne Zuschauer sehen die Westerwälder keine Möglichkeit, die Saison fertigzubringen. „Wirtschaftlich wäre das für kleine Vereine wie uns tödlich und nicht realisierbar“, so Reifenscheidt. Man habe auch eine Verantwortung dem ganzen Verein gegenüber. „Wir dürfen auch nicht aus den Augen verlieren, was wir unseren Spielern, deren Familien und Arbeitgebern zumuten. Ihnen gegenüber haben wir auch eine gewisse Verantwortung. In der momentanen Lage macht ein Spielbetrieb einfach keinen Sinn. Die Vorbereitungszeit wäre viel zu kurz“, sagt Patrick Reifenscheidt. „Lieber bereiten wir uns in Ruhe auf die neue Saison vor.“

Eine Entscheidung über den Abbruch der Oberliga-Saison ist noch nicht gefallen, denn nunmehr gilt es erst einmal, die nächste Bund-Länder-Konferenz am 22. März abzuwarten. Danach soll Ende März/Anfang April entweder mit den Vereinen oder in den Verbandspräsidien eine Entscheidung fallen, ob die Saison 2020/21 in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar erneut abgebrochen oder doch noch fortgesetzt wird. Sollte es zum Abbruch kommen, würde Eisbachtal auch zur neuen Saison in der 5. Liga spielen. Oliver Herrmann mit einer weiteren Entscheidung: „Wenn die Oberliga die Runde abbricht, dann nimmt sie in der darauffolgenden Saison keine Aufsteiger aus den Verbandsligen auf.“ ANDREAS EGENOLF

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