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Vor einer Woche: Neu-Isenburg Kapitän Johannes Günther (rechts) gegen Fliedens Torjäger Fabian Schaub.

Interview

Johannes Günther zur Lage des Hessenliga-Schlusslichts: „Auf unsere Stärken konzentrieren“

Seit Beginn der Wintervorbereitung ist Johannes Günther Kapitän des Fußball-Hessenligisten Spvgg. Neu-Isenburg. Nach Platz elf in der vergangenen Saison sind die „03er“ aktuell auf dem letzten Platz zu finden. Die Klasse erneut zu halten, wird für den Deutschen Amateurmeister von 1956 ein sehr schwieriges Unterfangen. Am Sonntag (15 Uhr) erwarten die Neu-Isenburger mit dem Hünfelder SV einen weiteren direkten Konkurrenten. Über die aktuelle Lage sprach Patrick Leonhardt mit dem 27-Jährigen.

Herr Günther, was denken Sie, wenn Sie auf die Tabelle der Hessenliga blicken?

JOHANNES GÜNTHER: Wir sind nicht zufrieden, das ist ganz klar. Gerade weil es in der vergangenen Saison super gelaufen ist. Wir mussten im vergangenen Spiel gegen Flieden sechs, sieben Tore schießen, bekommen aber kurz vor Ende das 1:1. Jetzt müssen wir das Positive mitnehmen und auf die guten Ansätze aufbauen. Die Tabelle müssen wir ausblenden, die verunsichert den einen oder anderen. Wie müssen uns wieder auf unsere Stärken konzentrieren.

Insgesamt haben sieben Spieler die Spielvereinigung verlassen, im Winter kamen sechs Neue hinzu. Wie sehen Sie die Mannschaft aufgestellt?

GÜNTHER: Wir haben sehr viel an Erfahrung verloren, da kommen knapp 1000 Hessenliga-Spiele zusammen. Wir müssen viele junge Spieler einbauen, die Last und Verantwortung auf andere Schultern verteilen. Da sind Damien Letellier oder auch ich gefordert. Aber auch junge Spieler wie Paul Bickel oder Marc Züge, die schon eine Weile in Neu-Isenburg spielen. Ich traue aber auch den jungen Spielern zu, die Verantwortung zu übernehmen und mit dieser schwierigen Situation umgehen zu können.

Die Neuzugänge kommen alle aus unteren Spielklassen. Reicht das für den Klassenerhalt?

GÜNTHER: Das Vertrauen von Vereinsseite aus in die Mannschaft ist da, wir können die Liga halten. Besmir Haliti beispielsweise hat bisher zwei überragende Spiele gemacht. Ich bin einmal abgestiegen – mit der OFC-A-Jugend aus der Bundesliga – das will ich nicht noch einmal, das ist ein mieses Gefühl. Wir haben uns noch nicht aufgeben, dafür sind noch zu viele Spiele.

Sie haben die Stärken angesprochen. Trainer Peter Hoffmann sprach von hohem Tempospiel und davon, dass die Mannschaft wieder mehr Spaß hat. Warum hat es gegen Flieden dennoch nicht zu einem Sieg gereicht?

GÜNTHER: Wenn wir 3:0 oder 3:1 gewinnen, ist das noch eine magere Ausbeute. Die Chancen, die wir nicht genutzt haben, waren schon keine hundertprozentigen mehr, wir haben das leere Tor nicht getroffen. Wir haben sicher mehr Tempo im Spiel, und Spaß hat man immer, wenn die Charaktere stimmen. Aber es war auch Verunsicherung zu spüren, der Druck ist sehr groß. Jeder wusste, wie wichtig das Spiel ist. Spielerisch waren gute Ansätze erkennbar, die müssen wir bis zur 90. Minute durchziehen.

Nun geht es gegen Hünfeld . . .

GÜNTHER: Ich denke, wir agieren wie gegen Flieden, es gibt keinen Grund zur Rotation. Wir müssen weiter Fußball spielen, auch wenn das bei den aktuellen Platzverhältnissen nicht einfach ist. Wir müssen im letzten Drittel konsequenter sein und den Ball ins Tor schießen. Und wir müssen die Leichtsinnsfehler abstellen. Da ist jeder Einzelne gefragt, denn die Lage ist ernst.

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