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Daumen hoch beim neuen Kreisschiedsrichterausschuss (vorne, von links): Jakob Kufert, Ralf Schuchardt, Florian Röder, Harald Mersdorf sowie (hinten, von links) Jörg Coenen, Ilkan Kaya, Hubert Dickopf, Wolfgang Sontowski und Hubert Engelhart.

Kreisschiedsrichtervereinigung Limburg-Weilburg

Aufbruchstimmung bei den Schiedsrichtern?

Der Tag nach der Wahl für den neuen Kreisschiedsrichterobmann Ralf Schuchardt und seinen unterlegenen Gegenkandidaten Tobias Barthelmes.

Im proppenvollen Bürgerhaus in Schupbach war der Jubel gegen 21 Uhr groß – zumindest bei den Anhängern des neuen Kreisschiedsrichterobmanns Ralf Schuchardt (FC Dorndorf). Er hatte die mit Spannung erwartete Wahl beim Kreistag der Schiedsrichtervereinigung Limburg-Weilburg überraschend deutlich mit 107:56 Stimmen gegen seinen Kontrahenten Tobias Barthelmes (RSV Weyer) gewonnen. Schuchardt tritt also die Nachfolge von Friedhelm Bender an und war zugleich dessen Wunschkandidat. Der 46-Jährige hatte bis dahin bereits als Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Ausschuss fungiert. „Ich danke allen, die mich gewählt haben. Das ist ein überwältigendes Ergebnis“, sagte der neue Kreisschiedsrichterobmann im Augenblick des Triumphes.

„So viel war hier noch nie los“, war bereits vor der Eröffnung der Veranstaltung aus dem Publikum zu vernehmen. In der Tat waren 164 von 217 aktiven Unparteiischen zum Kreistag gekommen. Bevor aber der große Moment gekommen war, hatte Kreisfußballwart Jörn Metzler dankende und verabschiedende Worte an den bisherigen Amtsinhaber, Friedhelm Bender, gerichtet. „Ich möchte mich für die geleistete Arbeit bedanken. Du bist ein Ehrenamtler mit Leib und Seele“, sagte Metzler, der auch gleich seine Wünsche an die neuen Ausschussmitglieder formulierte: „Vom neuen Ausschuss wünsche ich mir einen fairen Umgang und sachliche Diskussion sowie die offene und ehrliche Arbeit aller Beteiligten ohne Egoismus.“

Ähnlich bewertete auch der Regionalbeauftragte für das Schiedsrichter-Ansetzungswesen der Region Wiesbaden, Klaus Holz, die Situation: „Möge der Glücklichere gewinnen. Ich hoffe, dass die unterlegene Seite nach der Wahl weiterarbeitet und die überlegene Seite unterstützt wird.“

In seiner Abschiedsrede nahm auch Friedhelm Bender noch einmal Bezug auf interne Querelen, die während seiner Amtszeit in der Schiedsrichtergemeinschaft bisweilen für Ärger gesorgt hatten: „Die zwölf Jahre waren nicht einfach. Es wurde hinter dem Rücken agiert. Das ist mir fremd“, beteuerte Bender. „Bei allem, was man mir vorwirft, war ich nie ein Mensch, der von oben herab auf andere geschaut hat. Ich bin nicht besser und nicht schlechter. Ich wünsche mir, dass die Zukunft gut ist.“ Spekulationen, dass er für das Amt des Kreisfußballwartes kandidieren wolle, schob der 64-Jährige einen Riegel vor: „Das ist nur ein Gerücht. Ich werde nicht kandidieren.“

Klare Niederlage für Tobias Barthelmes

Ralf Schuchardt feierte letztlich einen Wahlsieg mit klarer Mehrheit. Sein Team steht mit Hubert Dickopf als seinem Stellvertreter. Der neue Mann an der Spitze der Schiedsrichter machte sich für die Zusammenarbeit mit dem Team seines Gegenkandidaten Tobias Barthelmes stark. „Ich bitte auch das unterlegene Team, mitzuarbeiten. So wie es in den letzten vier Jahren gelaufen ist, mache ich das nicht mit“, machte Schuchardt klar, dass er in Zukunft einen fairen Umgang in der Vereinigung anstrebt. „Wir haben ein klares Konzept und klare Ziele. Jetzt geht es an die Umsetzung. Daher laufen nun die Vorbereitungen auf die neue Saison. Außerdem steht die Förderung der jungen Schiedsrichter im Vordergrund“, so Schuchardt. „Es soll Leben in die Sache kommen. Mit besserer Stimmung und Harmonie. Ich denke, das bekommen wir hin.“ Auch sein Engagement als Co.-Trainer beim Hessenligisten Rot-Weiß Hadamar will Ralf Schuchardt trotz der neuen Aufgabe fortführen. „Der Verein und das Trainerteam stehen dahinter. Mit Hubert Dickopf habe ich auch noch einen Stellvertreter.“

Der unterlegene Tobias Barthelmes gab sich am Tag danach geheimnisvoll: „Natürlich sind mein Team und ich von diesem niederschmetternden Ergebnis enttäuscht. Wir konnten dennoch hoch erhobenen Hauptes die Versammlung verlassen, wollten wir doch unserer Vereinigung die Möglichkeit eines Neuanfangs bieten. Es bedarf keiner umfassenden Analyse, um zu erklären, weshalb es nicht zu dem erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen kam.“

Das "Team Schuchardt

Kreisschiedsrichterobmann: Ralf Schuchardt (FC Dorndorf)

Stellvertrender KSO: Hubert Dickopf (TuS Seelbach)

Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit: Florian Röder (SV Wilsenroth) 

Lehrwart: Jakob Kufert (TSV Heringen)

Beisitzer: Jörg Coenen (TuS Laubuseschbach), Hubert Engelhart (TuS Obertiefenbach), Harald Mersdorf (SV Heckholzhausen), Wolfgang Sontowski (FC Dorndorf)

Integrationsbeauftragter: Ilkan Kaya (SG Merenberg)

YANNICK WENIG

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