Tischtennis

Der Aufstieg als zusätzlicher Ansporn

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Die Eintracht ist auf einem guten Weg, den Sprung in die Hessenliga zu packen. Es läuft auf einen Zweikampf mit den finanzkräftigen Nauheimern hinaus um den Aufstiegs- und Relegationsplatz. Ein Weißrusse wird in der Rückserie das Team verstärken.

Auch wenn Eintracht Frankfurt noch nicht dort ist, wo man hin will. Das Fundament ist jedenfalls vorhanden, um sich auf der nächsten Ebene bewähren zu können. Das betont jedenfalls Norbert Schneider, die treibende Kraft in der Tischtennis-Sparte des Traditionsvereins. „Wir haben jetzt schon das Potenzial, eine gute Rolle in der Hessenliga zu spielen. Es ist die beste Mannschaft, seitdem ich bei der Eintracht bin“, betont der 51-Jährige, der als Stellvertretender Abteilungsleiter die treibende Kraft ist.

Die Zwischenbilanz ist sicherlich vorzeigenswert. Nach Abschluss der Hinrunde steht die Eintracht in der Verbandsliga Süd auf dem zweiten Rang, der zur Teilnahme an der Relegationsrunde berechtigt; der Vorsprung auf den Verfolger TSV Höchst/Odenwald beträgt bereits vier Punkte. Im Spitzenspiel trotzten die „Ping-Pong-Adler“ auswärts dem Titelfavoriten und Spitzenreiter TV Nauheim auch ein Unentschieden ab.

Wäre da bloß nicht tags zuvor der kleine Ausrutscher gegen den Abstiegskandidaten TTC Heppenheim II gewesen: 3:0 führte der Favorit nach den Doppeln. Doch weil alle fünf Einzel, die in den Entscheidungssatz gingen, verloren wurden, reichte es nur zu einem 8:8. Als Blackout bezeichnet Schneider diesen Auftritt. Die restlichen sieben Partien wurden mehr oder weniger klar gewonnen.

Duell der Konzepte

Bereits am zweiten Rückrundenspieltag, am 2. Februar (17 Uhr), kommt es in der Sporthalle des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums zum Showdown mit Spitzenreiter TV Nauheim. Es treffen dabei auch zwei Konzepte aufeinander: Auf der einen Seite das Team aus der 10 000-Einwohner-Stadt Nauheim, das Ralf-Rüdiger Frankenberg dank seiner intensiven Sponsoraktivitäten aus den Niederungen des Kreises Groß-Gerau bis in die Verbandsliga hieven konnte. Auf der anderen Seite die Riederwälder, die seit vielen Jahren vor allem den Nachwuchs fördern und laut Aussage von Schneider bis jetzt keine Spieler bezahlten.

Als Paradebeispiel für erfolgreiche Basisarbeit dient Leon Pradler. Der 17-Jährige gewann unlängst die Hessische Jugend-Meisterschaft und avancierte mit einer 13:2-Bilanz in der Verbandsliga Süd zum stärksten Akteur des mittleren Paarkreuzes. Im Alter von sechs stieg Pradler bei der Eintracht ein, 2014 führte er das A-Schüler-Team zum Gewinn des nationalen Titels.

Spitzenspieler Khoa Ta Tuan (6:7) steht indes für gelungene Integration. Vor etwa zehn Jahren kam der Vietnamese nach Deutschland. „Wir haben ihm über zwei Jahre Sprachkurse bezahlt, damit er hier studieren konnte“, sagt Schneider. Wie Neuzugang Lovre Dragicevic (10:4 auf Position 4) werde der Asiate „ausschließlich als Trainer bezahlt“. Stammkräfte sind zudem Nils Schwinning (9:6 auf 2, vom Essener MTG Horst gekommen), und der zweite Dragicevic, Lovres Bruder Andrija (12:2 auf 5).

Eine feste Nummer sechs hatte die Eintracht im ersten Saisonabschnitt nicht. Dafür wird ein Spieler aus Weißrussland 2019 für eine Qualitätssteigerung sorgen: Kiryl Barabanov, der zuletzt für den pfälzischen ASV Sembach schmetterte, hat einen QTTR-Wert von 2191 – da drohen selbst den beiden überragenden Spielern der Hinserie, den Nauheimern Dominik Stuckmann (18:0) und Ahmed Nazam (16:0), nun Niederlagen.

Die Personalauffrischung hat einen Hintergrund. Vor einem Jahr hatte die Eintracht auch vorne mitgemischt. Doch in der entscheidenden Saisonphase konnte der damalige Verbandsliga-Aufsteiger nicht mehr mithalten, da in Fabian Dolderer ein wichtiger Spieler fehlte – wegen einer mehrwöchigen USA-Reise. Diesmal soll die Mission Hessenliga gelingen. „Ein weiteres Jahr in der Verbandsliga würde Stillstand bedeuten, insbesondere für Leon Pradler“, sagt Schneider.

19 Teams im Spielbetrieb

Für die vielen jungen Spieler wäre dieser Erfolg zusätzlicher Ansporn. Elf Nachwuchsmannschaften nehmen am Spielbetrieb teil, desweiteren sieben Herren- und ein Damen-Team. „Wir können sechs Trainingstage anbieten“, sagt Schneider. Neben der Sporthalle des Gagern-Gymnasiums im Ostend steht auch diejenige der Georg-Büchner-Schule in Bockenheim zur Verfügung. 225 Mitglieder gehören der Tischtennis-Abteilung an. „1996, da hatten wir lediglich 35“, erinnert sich Schneider.

Damals stieg Norbert Schneider bei der Eintracht ein. Der Oberfranke aus Bamberg peppte die darbende Abteilung mit Jugendleiter Paul Zielinski wieder auf. Die jahrelange Aufbauarbeit spiegelt sich in den steigenden Mitgliedszahlen und Erfolgen der Teams und Spieler wider.

Geht es nach Schneider, dann ist das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. „Mittelfristig wollen wir 300 Mitglieder haben – und versuchen, irgendwann an glorreiche Bundesliga-Zeiten anzuknüpfen.“

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