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U21-Europameister Rares Sipos hat beim TTC OE Bad Homburg seinen Vertrag verlängert - aber nur für die 1. Liga.

Tischtennis, 2. Bundesliga

Aufstiegsplatz ist dem TTC OE Bad Homburg sicher, es fehlen aber noch Sponsoren

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Der Erstliga-Bewerber aus dem Hochtaunus hat nun bis zum 15. April Zeit für Sponsorensuche. Es gibt mehrere positive Entwicklungen für den TTC OE.

Der TTC OE Bad Homburg hat einen Aufstiegsplatz in die 1. Tischtennis-Bundesliga sicher. Wie das in Zeiten der Corona-Krise und dem ausgesetzten Spielbetrieb in allen Sportarten sein kann? Ganz einfach: Es hat sich sonst kein Team aus der 2. Bundesliga für eine Lizenz in der höchsten deutschen Spielklasse beworben.

Was sich für den einen oder anderen wie eine sportliche Randnotiz anhören mag - zumal auch in den Vorjahren im Tischtennis-Unterhaus kein Gedränge um den Aufstieg herrschte - ist für die Ober-Erlenbacher eine wichtige Nachricht. Denn es besteht jetzt Planungssicherheit für den Verein, der zurzeit versucht, aller Widrigkeiten zum Trotz die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den erstmaligen Aufstieg zu schaffen. Ein Etat von rund 200 000 Euro wird benötigt.

Als die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) den Spielbetrieb vorerst bis zum Ende der Osterferien aussetzte, hätte der Tabellenführer aus dem Taunus an vier Spieltagen theoretisch noch von einem der zwei Aufstiegsränge im Klassement verdrängt werden können. Nun ist es aus seiner Sicht diesbezüglich egal, ob die Saison noch zu Ende gespielt wird.

Weitere Entwicklungen könnten den TTC-OE-Machern um die Geschäftsführer Mirko Kupfer und Bernd Röschenthaler sowie dem Sportlichen Leiter Sven Rehde in die Karten spielen. Wegen des Ausnahmezustandes im Land hat der Ligaverband die Fristverlängerung für die Einreichung aller Lizenzunterlagen vom 1. April bis zum 15. April verlängert. Der Verein gewinnt also Zeit bei der auf vollen Touren laufenden Sponsorensuche.

Freilich müssen die Ober-Erlenbacher in der Woche nach Ostern veranschaulichen, wie sie zumindest den Großteil der Gesamtausgaben für die nächste Saison bewerkstelligen wollen. 120 000 bis 140 000 Euro also müssten bis dahin schon als Zuwendungen gesichert sein.

Schon gut angelaufen, so Kupfer, sei das Crowdfunding-Projekt, mit dem der TTC OE Geld für das Projekt Erstliga-Aufstieg sammelt. Auf www.ttcoe.de/ttbl/ bietet der Verein den Spendern ab gewissen Summen Gegenleistungen wie beispielsweise ein Vereinstraining mit einem der Profis oder Saisondauerkarten für den VIP-Bereich bei den Heimspielen in der Wingert-Sporthalle an. Bei denen sollen ja bald Stars wie Timo Boll aufschlagen.

Ebenfalls nicht von Nachteil für die Ober-Erlenbacher ist die Tatsache, dass mit dem TTC indeland Jülich einer der bisher zwölf Erstligisten auf ein weiteres Jahr in der Beletage verzichten wird. Die Liga dürfte ein Interesse daran haben, wieder mit voller Mannschaftsstärke die Saison 2020/21 zu bestreiten. Ob im Spätsommer oder wegen Corona zu einem späteren Termin - der Tischtennisverband könnte den Saisonverlauf recht flexibel handhaben, glaubt Mirko Kupfer vom TTC OE.

Was wird aus dem Wimbledon-Turnier?

Diese Flexibilität haben andere Wegbereiter für professionellen Sport nicht. So gilt das WTA-Turner für Tennisspielerinnen, das vom 21. bis 27. Juni erstmals im Bad Homburger Kurpark stattfinden soll, inzwischen wegen der weltweiten Corona-Krise als gefährdet. Und da es als Rasenturnier der Vorbereitung für Wimbledon dient, dürfte es kaum eine Verschiebung geben.

Genau diese Großveranstaltung möchten sportaffine Geldgeber aus der Region lieber unterstützen als beispielsweise Bundesliga-Tischtennis. Das aber könnte sich bald ändern. Wenn jene Geldgeber dann noch Geld für Sportsponsoring übrig haben. . .

Sipos, Hohmeier, Katsman unterschreiben für 1. Liga

Wenn der Verein die wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen kann, wird Rares Sipos in seine dritte Saison beim TTC OE Bad Homburg gehen. Wie Geschäftsführer Mirko Kupfer mitteilte, hat der 19-jährige Rumäne einen Vertrag für die nächste Spielzeit unterschrieben, der im Falle eines Aufstiegs Gültigkeit erlangt. Das Gleiche gelte für die bereits erfolgte Unterschrift von U23-Nationalspieler Nils Hohmeier und Lev Katsman. Sipos hatte am bis dato letzten Wochenende des weltweiten Tischtennis-Spielbetriebs, dem 7./8. März, große Erfolge bei der U21-EM in Kroatien erzielt. Im Einzel unterlag der Ober-Erlenbacher Profi im Finale dem Russen Wladimir Sidorenko (TTF Liebherr Ochsenhausen) mit 1:4. Im Doppel wurde Sipos mit Christian Pletea Europameister. Dagegen war TTC-OE-Kollege Lev Katsman disqualifiziert worden. Der Russe hatte in seinem Achtelfinalspiel aus Wut über eine Schiedsrichterentscheidung gegen eine Tür getreten und dafür die Rote Karte gesehen. (rem/sp)

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