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Kronbergs Spieler bejubeln den Ausgleichstreffer zum 2:2.

Fußball, Spiel der Woche im Hochtaunus

Ausgleich in der Nachspielzeit: Kronberg bringt Stierstadt die ersten Punktverluste bei

Während die IAA in vollem Gange ist, trotzen EFC Kronbergs Fußballer in der Kreisoberliga dem favorisierten FV Stierstadt ein 2:2 ab. Beides hat mehr miteinander zu tun, als Sie glauben.

Unter der Woche besuchte Marco Hentsch die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt und bekam dabei allerhand noble Karossen zu sehen. Und auch am vergangenen Wochenende durfte der Sportchef des FV Stierstadt zumindest 45 Minuten lang einige beeindruckende „Boliden“ bestaunen, schließlich gleicht sein Kader für die Verhältnisse in der Fußball-Kreisoberliga fast schon einer Ansammlung von leistungsstarken Sportwagen. Doch wie es so häufig mit Sportflitzern ist, droht bei zu hohen Drehzahlen auch mal ein Kolbenfresser.

Stierstadts Spieler bekommen sich in die Haare

Nachdem der gastgebende EFC Kronberg am Sonntagmittag mit der letzten Aktion das 2:2 erzielte, kam der Stierstädter Motor ordentlich ins Stottern: Auf dem Weg zur Kabine bekamen sich die Gäste untereinander in die Haare. Es folgte ein Gerangel am Vereinsheim, und auch innerhalb der Umkleide ging es lautstark zu, ehe Kapitän André Becher und Trainer Christian Liebig für Ruhe sorgten. „Vielleicht brauchen sie das zur Frustbewältigung“, merkte Hentsch sarkastisch an.

Schon in der 60. Minute hatte sich der Sportliche Leiter lautstark über die zweifelhafte Einstellung im Team aufgeregt. Rechtsaußen Marvin Diehl sah innerhalb einer halben Minute zunächst Gelb wegen eines Foulspiels und dann Gelb-Rot aufgrund anhaltenden Reklamierens. Als sich Diehls Teamkollegen und auch Trainer Liebig danach über Schiedsrichter Jendrik Münstermann echauffierten, wurde es Hentsch zu bunt. „Das war eine glasklare Gelb-Rote“, schnauzte er die Akteure von der Seitenlinie aus an, „da gibt es absolut nichts zu diskutieren.“

Marvin Diehl (FV Stierstadt) kickt nach seinem Platzverweis eine leere Wasserflasche weg.

Der Favorit bestimmt zunächst das Spiel

Recht hatte er, zumal Diehl bei all seiner spielerischen Klasse dafür bekannt ist, dass ihm auch die Zündkerzen durchbrennen können, um beim Auto-Vergleich zu bleiben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Stierstadt verdient mit 2:0 in Führung gelegen. Beide Tore gehen auf das Konto von Ausnahmestürmer Tim Pelka. Den ersten Treffer erzielte er trotz enger Bewachung seines Gegenspielers mit einem überragenden Kopfball, der über EFC-Keeper Nicholas Seiler (0:1, 13.) ins Netz flog. Der zweite Treffer des Tages und der bereits 15. in dieser Saison gelang Pelka per Foulelfmeter mit einem platzierten Flachschuss ins linke Eck (0:2, 15.). 

Auch wenn Kronberg über Konter immer wieder Gefahr andeutete, so gab Stierstadt im ersten Durchgang den Ton an. Der Tabellenführer kombinierte gefällig und diktierte das Tempo. Nach dem Platzverweis von Diehl in der zweiten Hälfte ließen dann aber schnell die Kräfte nach. „Man hat gemerkt, dass es gegen einen anspruchsvolleren Gegner, der mehr als 80 Minuten mitzieht, bei uns so nicht reicht“, monierte Abwehrchef Becher.

Dabei konnten sich die Gäste lange Zeit auf die verschwenderische Chancenverwertung der Hausherren verlassen. Robin Krug (13., 29.), Tim Nauheim (19.), Yannick Jochmann (25.), Konstantin Peuser (36., 54.) oder Antonio Marino (45. + 1) – egal, welcher Kronberger es versuchte, der Ball wollte nicht rein. Doch dank eines berechtigten Foulelfmeters in der 69. Minute blieb man im Rennen. Spielführer Stefan Both schob den Ball lässig in die Mitte und erzielte das 1:2.

Der späte Ausgleich

Als die zweite Minute der Nachspielzeit angebrochen war, ließ sich Stierstadts Marcel Kowalski zu einem unnötigen Foul am eigenen Strafraum hinreißen. Den anschließenden Freistoß brachte Marcel Würges hoch in den „Sechzehner“ und dort köpfte Yannick Jochmann zum 2:2 ein. Bei Kronbergs Trainer Tobias Fleck brachen dann alle Dämme. Er wie auch Marco Hentsch sprachen nach dem Abpfiff von einem verdienten Unentschieden.

Als moralische Sieger dürfen sich jedoch die Kronberger fühlen. Während sie den späten Punktgewinn bejubelten, gingen sich die Stierstädter an den Kragen. Für den Tabellenführer bleibt zu hoffen, dass es sich dabei nur um ein paar Kratzer am Lack handelt und nicht etwa um einen Getriebeschaden.

ROBIN KUNZE

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