Paula Gürsching leitete mit ihrer Aufschlagserie die Wende im vierten Satz zugunsten der Bad Sodenerinnen ein. foto: marcel lorenz
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Paula Gürsching leitete mit ihrer Aufschlagserie die Wende im vierten Satz zugunsten der Bad Sodenerinnen ein.

Volleyball, 2. Bundesliga Süd Damen

Bad Soden verpasst knapp die Wende

  • Volker Hofbur
    vonVolker Hofbur
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Nach dem 0:2-Satzrückstand verliert das Team von Steffen Pfeiffer unglücklich

Bad Soden -Im Hessenderby beim Zweitplatzierten VC Wiesbaden II deutete für die Zweitliga-Volleyballerinnen der TG Bad Soden nach den ersten zwei Sätzen alles auf eine deutliche 0:3-Niederlage hin. Doch einmal mehr gaben sie sich nicht auf und erzwangen mit einem wahnsinnigen Kraftakt den Tiebreak. Da zog das Team von Steffen Pfeiffer knapp mit 12:15 und letztlich mit 2:3 (14:25, 21:25, 25:20, 25:19, 12:15) den Kürzeren.

Ein schwacher

erster Durchgang

Im ersten Satz fanden lange nur die favorisierten Wiesbadenerinnen statt. Über druckvolle Aufschläge setzten sie die anfangs wacklige Annahme der Gäste enorm unter Druck. Früh zog Pfeiffer seine beiden Auszeiten, jedoch ohne Erfolg. Zur zweiten technischen Auszeit lag seine Mannschaft schon mit 3:16 zurück. "Wiesbaden hat sehr gut aufgeschlagen. Sie waren von Beginn an heiß, den zweiten Rang klarzumachen", merkt der Trainer an. Als die überragende Wiesbadener Außenangreiferin Laura Rodwald den Ball punktgenau an der Seitenlinie entlang ins Feld zum 7:23 aus Sodener Sicht legte, sah es nach einem einstelligen Satzverlust aus. Über eine starke Blockarbeit - angeführt von der ehemaligen Wiesbadenerin Anna Koptyeva - stemmte sich Bad Soden gegen den Angriffsdruck der Gastgeberinnen. Dennoch ging der erste Durchgang deutlich an den Gegner - 14:25.

Aufholjagd

kommt zu spät

Im zweiten Satz das gleiche Bild: Pfeiffer rotierte zwar Emma Vente, Jennifer Burda und Angela Martin rein, gegen den Druck des Rivalen konnten auch sie zunächst wenig ausrichten. Wieder ging Rodwald voran. Mit einem emphatischen Punktgewinn aus "zwei Meter Abschlaghöhe", wie Wiesbadens Kommentator Benjamin Corts betonte, und einer erfolgreichen Aufschlagserie zwang sie Pfeiffer beim 3:11 zur zweiten Auszeit. "Wir haben uns draußen gefragt, was mit den Mädels los ist, ob sie vielleicht wegen der Ausgangssperre früh genug zu Hause sein wollen", sagte der Coach mit einem Augenzwinkern. Kurz darauf brachte er Hannah Gürsching im Zuspiel und Anna Kunstmann auf der Diagonalposition. In der Schlussphase ersetzte Jacqueline Pfeiffer Monika Dolezajova auf der Libera-Position. Sie wehrte unzählige Angriffe der Gastgeberinnen ab und verhalf ihrer Mannschaft bis zum Spielende zu einer enormen Stabilität. Auch wenn die Bad Sodenerinnen bis auf 20:22 verkürzten, belohnten sie sich für die Aufholjagd nicht und mussten auch diesen Satz abgeben - 21:25.

Miese Anfangsphase

als Initialzündung

Von dem frühen 0:4-Rückstand im Folgesatz erholten sich die Sodenerinnen schnell. "In den ersten zwei Sätzen haben wir keinen Druck mit dem Aufschlag gemacht. Das haben wir ab Durchgang drei deutlich verbessert", lobte Pfeiffer sein Team. Wiesbaden zeigte dann auch Schwächen und probierte es im Angriff vermehrt mit Lobs, worauf die Gäste mit einer guten Block-Feldabwehr antworteten. Zur Schlussphase des Durchgangs hin setzte sich Bad Soden erstmals etwas ab. Die später als beste Spielerin ausgezeichnete Franziska Koob vollendete den Spielzug zum 19:15. Ohne weitere Probleme verkürzte das Bad Sodener Team mit dem 25:20.

Weit weg von einem Punktgewinn war das Team beim 8:15 in Durchgang vier. Pfeiffer forderte seine Mannschaft in der Auszeit kurz zuvor auf, "mutig zu sein". Paula Gürsching setzte dies von der Aufschlaglinie aus um und legte den Grundstein für einen Acht-Punkte-Lauf zur 16:15-Führung. Das Pendel drehte sich. Mit einem der vielen erfolgreichen Hinterfeldangriffe erzwangen die Gäste den Tiebreak - 25:19.

Es entwickelte sich ein echter Krimi. Nach dem 10:10 streute Bad Soden zu viele Bälle bei der Aufschlagserie von Marie Zehentner. Zwar wehrten sie zwei Wiesbadener Matchbälle ab, mussten aber den Punkt zum 12:15 hinnehmen. "Es war ein gutes Spiel, indem sich die Mädels trotz 0:2-Satzrückstand nicht aufgegeben haben", zollt Pfeiffer seinem Team Respekt, dem Rang sechs trotzdem nicht mehr zu nehmen war. "Das ist ein Mega-Ergebnis für uns", freut sich der Trainer des Aufsteigers.

Bad Soden: Paula Gürsching, Matylda Bartoszewska, Monika Dolezajova, Jonna Lieb, Franziska Koob, Jennifer Burda, Angela Martin, Jacqueline Pfeiffer, Hannah Gürsching, Samantha Habrich, Emma Vente, Anna Koptyeva, Anna Kunstmann. mü

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