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Trieb seine Teamgefährten immer wieder nach vorn: Jonas Herdering.

Fußball-Hessenliga

Bärenstark: SV Rot-Weiß Hadamar übertrumpft 0:2 zum 3:2-Sieg

Wie groß das Selbstvertrauen des SV Rot-Weiß Hadamar derzeit ist, bewies der Auftritt der Stefan-Kühne-Elf beim FV Bad Vilbel. Dort machten die Fürstenstädter aus einem 0:2 ein 3:2 und sind jetzt Tabellenvierter.

VON UW BORN

Am Sonntagnachmittag beabsichtigten die Brunnenstädter, durch einen Erfolg über den zuletzt auf Höhenflug befindlichen Rangfünften, SV Rot-Weiß Hadamar, endlich wieder auf die Überholspur zu wechseln. Die bittere Wahrheit: Das Team von FV-Coach Amir Mustafic legte gegen die Fürstenstäder wie schon vor Wochenfrist in Neuhof furios los, stand aber angesichts einer 2:3 (2:2)-Niederlage erneut mit leeren Händen da und bewegt sich im Hessenliga-Tabellenkeller nach nunmehr neun sieglosen Partien auf sehr dünnem Eis. Ganz anders die Hadamarer, die durch den Sieg in der Wetterau einen weiteren Platz nach oben kletterten und jetzt Vierter sind. „Wir haben gut angefangen und hätten höher als 2:0 führen können, sind aber einmal mehr durch dumme Gegentreffer aus der Bahn geworfen worden. Leidenschaft und Moral waren speziell in der zweiten Hälfte in Ordnung, individuelle Qualitätsunterschiede jedoch ebenso erkennbar“, bilanzierte Mustafic, der im Vergleich zur Neuhofer Begegnung nicht weniger als fünf Personal-Änderungen für notwendig erachtete. 

Derweil konnte sich Hadamars Trainer Steffen Kühne mit den Darbietungen seiner Elf trotz des siebten Saisonerfolges nicht wirklich anfreunden. „Lediglich das Ergebnis stimmte“, ließ er wissen und bemängelte, seine Spieler seien lange Zeit viel zu mutlos und ohne vernünftiges Passspiel zu Werke gegangen. „Erst der Anschlusstreffer hat uns wachgerüttelt, und der Ausgleich fiel zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt, nämlich kurz vor der Pause“, ergänzte der Rot-Weiß-Coach. Speziell zwei seiner Spieler verdienten sich Bestnoten: Stürmer Leon Burggraf als zweifacher Torschütze und Mittelfeldmotor Jonas Herdering. 

Zum Spielfilm: Bad Vilbel verbuchte den perfekten Start, denn Goals von Außenverteidiger Ahmet Dogan (Kopfball nach Zino Zampachs Freistoß-Flanke) und Kapitän Thorben Knauer (16-Meter-Flachschuss) bescherten den Bad Vilbelern bis zur 17. Minute ein Zwei-Tore-Polster. Farid Affo und Maximilian Brauburger hätten in der Folgezeit durchaus erhöhen können, zeigten jedoch im Abschluss Nerven und vergaben. Hadamar witterte erst nach Burggrafs Anschlusstreffer (toller Schrägschuss ins lange Eck nach Herderings Superpass) Morgenluft, egalisierte durch Herderings Abstauber kurz vor der Halbzeit und stellte mit dem schönsten Tor des Tages (52.) die Weichen auf Sieg: Mirko Dimter spielte steil, Steffen Rücker flankte von rechts, und Leon Burggraf stand im Zentrum goldrichtig – 2:3. Bad Vilbeler Bemühungen, wenigstens ein Remis zu holen, waren ab etwa der 60. Minute erkennbar, jedoch mit einer Ausnahme – Alexandr Railean (62.) – nicht wirklich zwingend. Zu wenig, um die Hadamarer zu beeindrucken. 

Bad Vilbel: Sememy – Dogan (64. Saso), Grüter, Alik, Babic – Dananovic, Biehrer (71. Maksumic), Brauburger – Knauer, Farid Affo, Zampach (50. Railean) – Hadamar: Strauch – Gschwender, Sembene (89. Kröner), Dimter, Rücker – Markus Neugebauer, Zey, Sedy (64. Noguchi), Herdering – Pandza (73. Aschenkewitz), Burggraf – SR: Eick (Alsfeld) – Gelb-Rot: Maksumic (89./Meckern) – Zuschauer: 150 – Tore: 1:0 Dogan (8.), 2:0 Knauer (17.), 2:1 Leon Burggraf (32.), 2:2 Jonas Herdering (45.), 2:3 Leon Burggraf (52.).

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