Nach dem Ball darf im Sand wieder gehechtet werden. Aber nicht zu nah am Mitspieler oder Gegenspieler. FOTO: dpa/Charisius
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Nach dem Ball darf im Sand wieder gehechtet werden. Aber nicht zu nah am Mitspieler oder Gegenspieler.

Volleyball, Hochtaunus

HTG lädt zum Baggern im Beach ein und hat einen neuen Trainer

Die Homburger TG lädt zum Spielen im Sand nach "Corona-Regeln" ein. Eine Gegenleistung müssen Beachvolleyballer aber erbringen.

Noch vor wenigen Monaten wären die Hüter der Spielregeln für so etwas direkt des Feldes verwiesen worden: Beachvolleyball spielen, ohne Schmetterbälle des Gegners blocken zu dürfen. Nur nach links oder rechts aufschlagen, aber auf keinen Fall in die Mitte des Spielfeldes. Und, noch schlimmer: Während des Spiels ist das Abklatschen untersagt, sich gegenseitig angefeuert wird nur im Abstand von 1,5 Metern. Und nach dem sportlichen Vergleich ist unbedingt der gesellige Plausch, inklusive der Einnahme eines gemeinsamen Kaltgetränks, zu unterlassen. Geht's noch?

In Corona-Zeiten lauten sinngemäß die neuen Regeln für die Sommersportart so. Aufgestellt hat sie der Deutsche Volleyball-Verband in seinem Übergangskonzept, in dem es primär darum geht, überhaupt wieder Beachvolleyball spielen zu können. Deshalb dürften sich die Beschwerden in Grenzen halten.

Die drei Felder am Niederstedter Weg seien mit frischem Sand hergerichtet worden, "man kann wunderbar darauf spielen", weiß Kristin Bernius aus eigener Erfahrung. Die Assistenztrainerin der sich gerade neu aufstellenden 1. Damen-Mannschaft der Homburger TG (siehe auch Extra-Text auf dieser Seite) ist sich darüber bewusst, dass ein richtiges Spiel mit Punkten und vor allen Dingen eines, wo es um etwas geht, so nicht möglich ist. Aber den Sport könne man auch auf Distanz - mit einer Extra-Linie am Netz, um den Abstand von einem Meter zu wahren - ausüben. Der Ball würde nach dem Spiel desinfiziert. Über einen solchen habe sich vermutlich auch noch niemand angesteckt, glaubt Bernius.

Die Volleyballerinnen der HTG haben auf Sand mit dem Training begonnen. "Wir sind super froh, dass wir die Anlage nutzen dürfen." Unter Wettkampfbedingungen hätten ohnehin die wenigstens im Sommer gespielt, erläutert Bernius. Sehr gerne würde man auch anderen die Möglichkeit zum Spielen geben. Für 90 Euro sei eine Beach-Mitgliedschaft zu haben, die fünf Monate gelte. Jelena Voegele koordiniert den Trainingsbetrieb. Sie ist per E-Mail an beachwartin@htg-volleyball.de erreichbar. Termine werden mit ihr vereinbart. Nur fünf Personen inklusive Trainer sind pro Feld erlaubt. Es werden Teilnehmerlisten geführt, um bei einer später auftretenden Corona-Erkrankung die Infektionskette nachvollziehen zu können.

Die HTG-Damen versuchen so, Einnahmen zu generieren. Die fehlten in der Abteilungskasse, da Turniere nicht ausgerichtet werden können und "die meisten Sponsoren für diese Saison abgesagt haben", wie das Team per Video auf Facebook erläutert.

TV Bommersheim möchte ins Bad

Es könnte durchaus sein, dass auch Volleyballer des TV Bommersheim im benachbarten Bad Homburg aufschlagen. Bisher können die "Schmetterlinge" aus Oberliga (Herren) und Landesliga (Damen) nämlich nicht auf das Spielfeld im Freibad. "Wir würden dieses auch unter neuen Regeln auf jeden Fall nutzen", sagt Trainer Sebastian Kind. Jedoch sei man noch im Gesprächen mit der Stadt, da das Bad ja derzeit noch geschlossen ist.

Derweil haben sie im Hessischen Volleyball-Verband die Hoffnung auf eine verkürzte Sommersaison noch nicht ganz aufgegeben. "Deshalb haben wir die Beachvolleyballturniere zunächst nur bis Ende Juni abgesagt", sagt Heike Müller, Mitglied der HVV-Beach-Kommission: "Ab Juli hoffen wir noch, dass Turniere stattfinden können."

In Hessen gibt es knapp 1000 organisierte Beachvolleyballer. Die Saisonlizenzgebühr für die Teilnahme an der dann verkürzten HVV-Beach-Tour hat der Verband schon einmal auf 15 Euro reduziert.

THORSTEN REMSPERGER, STEFAN MORITZ

Oberliga-Damen der HTG setzen auf 27-jährigen Trainer Kiayrash Maleki

Kiayrash Maleki kann als der Julian Nagelsmann in den hessischen Volleyball-Oberligen gelten. Der neue Trainer der Homburger TG (HTG) im Oberhaus für Frauenmannschaften ist gerade einmal 27 Jahre alt und damit - wie auch Nagelsmann zu Beginn seines Engagements in der Fußball-Bundesliga - jünger als manche seiner Schützlinge. Er folgt auf Jens Völkel, der aus beruflichen und privaten Gründen nach vier Jahren den Trainerposten aufgegeben hat. Mit Völkel waren die HTG-Damen 2018 in die Regionalliga Südwest auf- und im März wieder in die Oberliga abgestiegen.

Kiayrash Maleki

Maleki trug für sein Heimatland Iran das Nationaltrikot und spielte als Profi in der Türkei, in Katar und zuletzt beim Zweitligisten USC Gießen. Im Trainergeschäft hat er ebenfalls schon ein paar Spielzeiten hinter sich. Zuletzt erreichte er als Assistenzcoach der SSG Langen mit den Regionalliga-Männern den dritten Platz. "Es freut mich, die Chancen erhalten zu haben und ein Teil der HTG zu werden", sagt Maleki, "die Mädels bringen gute spielerische Voraussetzungen mit, sind engagiert und hochmotiviert. Das ist alles, was ein Trainer braucht. Mit diesen Voraussetzungen macht Arbeiten immer Spaß."

Auch bei seinen weiteren Aussagen hinterlässt der Iraner den Eindruck, dass er auch in jungen (Trainer-)Jahren schon professionell unterwegs ist. "Wir haben ein klares Ziel und arbeiten schon jetzt daran", so der neue HTG-Coach, zu eben jenem befragt. "Wir wollen Step by Step so weit nach vorn, wie es geht." Diese vage Aussage könnte genauso gut auch von Julian Nagelsmann stammen. . .

Wann die Hallensaison beginnt, weiß auch Maleki nicht. Das kann in Zeiten der Corona-Pandemie keiner sagen. Was der junge Trainer schon weiß: "Ich freue mich schon darauf, wieder ohne Einschränkungen spielen zu können, auf Turnieren Erfahrungen zu sammeln und mit dem Team spielerisch zu wachsen. Aber auch ganz normale Spiele zu bestreiten und sich ausgelassen über Siege zu freuen." (rem)

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