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Barockstadt zu abgezockt: Erste Play-off-Niederlage für Hadamar

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Von: Marion Morello

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Gelb für den Hadamarer Jerome Zey (rechts) – er kann es nicht fassen.
Gelb für den Hadamarer Jerome Zey (rechts) – er kann es nicht fassen. © Patrick Jahn

In der Aufstiegsrunde der Fußball-Hessenliga hat der SV Rot-Weiß Hadamar beim 0:2 gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz die erste Niederlage kassiert. Die Osthessen waren vor allem im ersten Durchgang die klar bessere Mannschaft und versäumten eine frühzeitigere Entscheidung, so dass gegen Ende noch einmal Zittern angesagt war. Die Fürstenstädter bleiben aber trotz der Pleite Tabellenzweiter.

SV Rot-Weiß Hadamar – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz 0:2 (0:1). Dass die Hadamarer nicht schon zur Pause aussichtslos zurücklagen, war einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass die Barockstädter ihre zum Teil klaren Gelegenheiten nicht zu nutzen gewusst hatten. Bereits nach vier Minuten hätte es im Rot-Weiß-Kasten klingeln können, als Moritz Reinhard einen Einwurf per Kopf verlängerte und Tolga Duran aus kurzer Distanz völlig freistehend drüber köpfte. Dass es durchaus kampfbetont zur Sache gehen würde, belegten nach nicht einmal fünf Minuten zwei Gelbe Karten gegen Niklas Kern und Jerome Zey. Hadamar hatte den Kampf zweifelsohne angenommen, die Truppe von Trainer Sedat Gören wirkte aber spielerisch reifer und hatte auch deutlich mehr Ballbesitz zu verzeichnen.

Erneut hatten die Fürstenstädter Glück, als Moritz Reinhard am zweiten Pfosten nach Flanke des Ex-Hadamarers Marius Löbig das Zielwasser vergessen hatte (21.). Kurz darauf war es aber soweit: Marius Grösch spielte einen klugen, aber abseitsverdächtigen Pass in den Lauf von Marius Löbig, der zum Abschluss kam, Leon Hasselbach noch dran war, doch Dominik Wüst staubte ab – 0:1 (25.).

Der Kühne-Elf fehlten im ersten Akkord schlichtweg die Mittel. Bis auf einen 18-Meter-Freistoß von Luca Teller, der zu zentral Richtung SGB-Tor flog, war offensiv nichts zu bestellen (39.). Davor hätte Fulda-Lehnerz die Partie schon längst vorentscheiden müssen. Dominik Wüst war schon frei durch, vertändelte aber mehr als aussichtsreich (27.). Und dann hatte der Mittelstürmer auch noch Pech, als er sich gegen Mirco Paul und Iddris Sedy behauptete, sein Abschluss aber gleich an beide Pfosten klatschte und wieder heraustrudelte (42.).

Rot-Weiß, das immer noch arg ersatzgeschwächt antrat, musste sich fortan steigern und schaffte das auch. Zwar ging es überwiegend über den Kampf, doch der Wille war deutlich erkennbar. Pech hatte Ruben Monteiro-Carvalho, der nach Kern-Rückpass auch Opfer des Windes wurde und deutlich verzog (56.). Auch wenn es irgendwie danach aussah, als würde die Elf aus Fulda und Lehnerz abbauen, wurde es kaum richtig gefährlich vor dem Kasten von Keeper Tobias Wolf. Hoffnung keimte auf, als sich Dennis Müller wegen Unsportlichkeit eine selten dämliche Gelb-Rote Karte abholte (68.), doch nur 120 Sekunden später folgte ihm Iddris Sedy nach Foulspiel – nummerisch war also alles wieder pari.

Der neutrale Beobachter durfte den Platzherren keinen Vorwurf machen: Kämpferisch unternahm Hadamar alles, allein der Gegner wirkte zu abgezockt, auch wenn er spürbar müde wurde. In den Schlussminuten versäumten Akif Kovac und Dominik Wüst zunächst hochkarätig die Entscheidung (83., 86.), die Wüst aber bald darauf doch noch besorgte, als er nach Zuspiel des eingewechselten Kovac nur vollenden musste – 0:2 (88.). Es gab kein Zweifel: Die SG Barockstadt war der verdiente Sieger.

Rot-Weiß-Trainer Stefan Kühne sagte nach Spielende: „Fulda-Lehnerz hätte das Spiel in der ersten Halbzeit schon entscheiden können und hat aufgrund des Chancenverhältnisses auch zurecht gewonnen. Ich mache den Jungs aber keinen Vorwurf, denn die zweite Halbzeit war in Ordnung. In Bestbesetzung hätten wir uns sicherlich nicht verstecken müssen. Jetzt gilt es, zu regenerieren, um in Stadtallendorf vielleicht sogar eine neue Serie zu starten.“ PATRICK JAHN

Hadamar: Hasselbach, Paul, Dimter, Kittel (66. Moldsen), Teller, Sedy, Zey, Monteiro-Carvalho (73. Bangert), Velemir, Kern (73. Dillmann), Koch – Fulda-Lehnerz: Wolf, Tavares Ganime Bastos, Pecks, Wüst, Pomnitz, Reinhard, Göbel (86. Kovac), Grösch, Löbig (77. Trägler), Duran (72. Hillmann), Müller – SR: Tesch (Dieburg) – Tore: 0:1 (25.), 0:2 (88.) beide Dominik Wüst – Gelb-Rot: Dennis Müller (F./68., Unsportlichkeit), Iddris Sedy (H./70., Foulspiel) – Zuschauer: 240.

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