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Crnjac: „Mir tut es für die Mannschaft leid“

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Von: Thorsten Remsperger

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Julian Reinwald (MTV Kronberg) beim Dunking
Julian Reinwald (MTV Kronberg) beim Dunking © Heiko Rhode

Das Team von MTV Kronbergs Headcoach Miljenko Crnjac verliert auch das vierte Spiel. Beim 82:90 gegen Bensheim fehlt aber nicht mehr viel für den Basketball-Regionalligisten aus dem Taunus zum ersten Saisonerfolg.

Kronberg – Immer wieder stand MTV Kronbergs Basketball-Headcoach Miljenko Crnjac während der Partie gegen den VfL Bensheim von seinem Stuhl in der Coachingzone auf und gab seiner Mannschaft wild gestikulierend lautstarke Kommandos. Gleichzeitig versuchte er dabei aber, Ruhe auszustrahlen. Am Ende halfen alle Anweisungen und taktische Kniffe nichts – die MTV-Korbjäger verloren auch ihr viertes Spiel in der Regionalliga Südwest mit 82:90.

Keine einfache Zeit für die junge Kronberger Truppe, die nach wie vor mit Verletzungen zu kämpfen hat. Vedran Mirkovic, Din Omerhodzic und Leon Schicktanz mussten ersetzt werden. Wieder im Kader hingegen waren Leonard Cheng, Jonathan Mesghna und Florian Dietrich. Vor allem Letzterer (18 Punkte, 6 Rebounds) zeigte, wie sehr er vermisst worden war und lieferte eine ganz starke Partie ab.

Keine einfache Zeit hatte auch der junge Mann vom Kampfgericht, der die Zeit für die Wurfuhr bediente. Gleich mehrfach standen die beiden Schiedsrichter bei ihm und wiesen ihn darauf hin, dass die falsche Zeit auf der Uhr über dem Korb angezeigt wurde – es lief nicht alles glatt am jüngsten Spieltag.

Der MTV war aber keineswegs chancenlos. Vielmehr war es eine über weite Strecken enge Begegnung, das ließ sich zur Halbzeit auch von der Anzeigentafel ablesen (37:39). Hinten raus aber waren die Gäste im Schlussviertel routinierter und abgezockter, wenn auch das junge Team des MTV bis zur letzten Sekunde aufopferungsvoll gekämpft hatte. Was auch Crnjac registriert hatte: „Mir tut es für die Mannschaft leid, die wirklich gut gekämpft hat. Die Bensheimer sind auf diesem Niveau einfach erfahrener. Uns fehlt diese Erfahrung. Besonders die vielen Ballverluste in den letzten fünf Minuten haben uns richtig wehgetan.“

Clever nutzten die mit hohem Tempo in der Offensive agierenden Bensheimer die Ballverluste des MTV (insgesamt 19) immer wieder für schnelle Punkte. Ein Garant für den Auswärtssieg war der unheimlich flinke US-Amerikaner Christopher Trecie Miller (27 Punkte), der dank seines Tempos immer wieder den Kronberger Korb attackierte. Einmal mehr zeigte der Aufbauspieler seine Klasse, als er mit einem super Crossover-Dribbling Leonard Cheng mal kurz auf die „Schlittschuhe“ packte. Cheng taumelte in der Verteidigung nur noch weg und Miller traf aus dem Halbfeld zur Bensheimer 65:62-Führung – der Endstand im dritten Viertel.

VfL-Headcoach Thorsten Schulz war mit seiner Mannschaft zufrieden, lobte aber auch den Auftritt des MTV: „Dieser Sieg ist für uns ganz wichtig. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, besonders die beiden Kronberger Center, Dietrich und Reinwald, haben uns ordentlich Kopfschmerzen bereitet. Am Ende waren wir routinierter und haben kurz vor Schluss unsere Freiwürfe getroffen.“

Tatsächlich waren Rückkehrer Dietrich und Reinwald (20 Punkte, 7 Rebounds) Lichtblicke des MTV. Immer wieder ging in der Offensive der Ball in die Hände eines der beiden groß gewachsenen Center, die sich unter dem Korb gut durchsetzten und per Korbleger oder Dunk öfters zum Erfolg kamen. Mit exakt so einer Aktion startete Kronberg ins letzte Viertel. Nach einem schönen Spielzug hieß es „ab durch die Mitte“, und schon ließ es Reinwald krachen. Nur wenige Minuten später probierte er es erneut, stieg hoch zum Korb und versuchte über gleich zwei Verteidiger des VfL zu dunken – und scheiterte. Einen Foulpfiff gab es von den Referees in dieser Situation nicht, obwohl es ein klares Foulspiel der Bensheimer war. Darüber beschwerte sich auch MTV-Trainer Crnjac. Ohne Erfolg. Am Ende hatten also etwas Spielglück und die Zielgenauigkeit von der Freiwurflinie gefehlt. Nur neun von 20 versenkten Freiwürfen, das ist in einer so engen Partie am Ende zu wenig.

MTV: Zimmermann (10/1), Fischbach (4/1), Y. Schicktanz (15/6), Adib Kalkhoran (5/5), Reinwald (20/7), Cheng (2/1), Mesghna (8/9), Dietrich (18/6).

FYNN HORNBERG

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