Erinnerungsfoto aus dem Londoner Wembley-Stadion (von links): Christian Schmitt, Bastian Ortseifen und Jonas Eisenkopf.
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Erinnerungsfoto aus dem Londoner Wembley-Stadion (von links): Christian Schmitt, Bastian Ortseifen und Jonas Eisenkopf.

NNP-Serie: „Die Kapitäne“

Bastian Ortseifen: „Ich wollte nie woandershin“

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Sie genießen den Respekt ihrer Mitspieler und der Trainer, tragen die Binde mit Stolz am Arm und haben etwas zu sagen: die Kapitäne. In ihrem Vereinsdress auf dem Platz kennt man sie als „Leader“ ihrer Mannschaft. Wir wollen wissen, wer der Mensch ist, der in diesem Trikot steckt. Heute lernen wir Bastian Ortseifen vom Kreisoberliga-Team des FC Waldbrunn 2 etwas näher kennen.

Er ist einer von der ruhigeren Art, wägt die Worte sorgsam ab und überlegt genau, bevor er antwortet. Bastian Ortseifen wirkt bescheiden, zurückhaltend. Irgendwie sympathisch, aber auch irgendwie untypisch für einen Spielführer, der auf dem Platz zu hören sein muss, der etwas zu sagen hat, der sich vor allem in hektischen Situationen Gehör verschaffen muss. Auf dem Platz sei er anders, sagt er. „Da muss ich manchmal auch ein wenig lauter werden.“

Fußball spielt er seit seinem dritten Lebensjahr. Geboren vor 30 Jahren in Hausen, war er nie woanders und will auch nie woandershin. „Ich fühle mich hier pudelwohl“, sagt er. „Ein Wechsel zu einem anderen Verein war für mich nie ein Thema.“ Seit 2016 ist Bastian Ortseifen Kapitän der 2. Mannschaft des FC Waldbrunn. Bis dahin sei er Vizekapitän hinter Michele Stähler gewesen. „Wir haben beide auf der gleichen Position gespielt.“ Bastian Ortseifen ist die „zentrale Sechs“ vor der Abwehr. Irgendwann wurde er als Kapitän vorgeschlagen, die Mannschaft stimmte ab - für ihn. So einfach geht das.

Wenn er sich selbst beschreiben soll, klingt das bei Bastian Ortseifen so: „Ich bin ein gelassener Typ und für jeden Spaß zu haben. Ein umgänglicher Mensch.“ Der waschechte Hausener ist beruflich als Industriekaufmann unterwegs. Langfristig möchte er in Richtung „Controlling“ - die Buchhaltung - gehen. Zusammen mit seiner Freundin Sabrina wohnt er mit seinem Bruder Florian im neu gebauten Haus.

Großer Fan des FC Bayern München

Bastian Ortseifen ist Fan des FC Bayern München und war kurz vor dem ersten Corona-Lockdown noch in der Allianz-Arena beim Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Aber nicht nur Fußball liebt er, auch vom Wintersport, besonders vom Biathlon, ist er begeistert. Und an den Wochenenden haben die Amateurfußballer fürwahr in den letzten Monaten reichlich Zeit gehabt, die Weltcup-Wettkämpfe vor dem Fernseher zu verfolgen.

Doch Bastian Ortseifen geht auch selbst gerne Ski laufen - zumindest war das vor der Pandemie so. Auf dem Tuxer Gletscher im Zillertal fühlt er sich besonders wohl. Zudem mag er Handball; „aber nur die Spiele der Nationalmannschaft“. Außerdem hängt sein Herz ein wenig an den „Carolina Panthers“, einem Football-Team aus der NFL. Mit seinen Kumpels - unter anderem Christian Schmitt und Jonas Eisenkopf - war Bastian Ortseifen 2018 und 2019 im Londoner Wembley-Stadium, um sich ein NFL-Spiel live anzuschauen. Tolle, unvergessliche Erlebnisse.

Und auch sonst hat er ein paar verrückte Ideen, würde zum Beispiel ganz gerne mal Bungeejumping ausprobieren. Wer hätte das gedacht von dem ruhigen, zurückhaltenden Bastian Ortseifen? In seiner begrenzten Freizeit sitzt er zudem ganz gerne mal vor der Konsole und spielt „FIFA“ oder „Call of Duty“. Doch am allerliebsten verbringt er Zeit mit seinen Fußball-Kumpels. Das fehlt ihm im Moment schon sehr.

Erfolge, die ihm keiner nehmen kann

Irgendwann wird auch wieder Fußball gespielt. Und das kann Bastian Ortseifen besonders gut. Mit dem FC Waldbrunn 2 und zuvor mit der SG Hausen/Fussingen/Lahr 2 hat er mehrfach den Reserven-Kreispokal gewonnen, zuletzt dreimal hintereinander. Das kann ihm und „seinen“ Jungs keiner mehr nehmen. Stolz ist Bastian Ortseifen auch auf den Aufstieg des FCW 2 in die Kreisoberliga, wo die Mannschaft als Tabellenfünfzehnter überwintert hatte.

Trainer hat der 30-Jährige einige kommen und gehen sehen: Herbert „Hubi“ Leus, Martin Krekel, Steffen Borbonus, Aleksandr Tatarenko, Holger Otto, Peter Henkes, um nur ein Gros der illustren Gesellschaft zu nennen. Sie alle sind weg. Bastian Ortseifen ist immer noch da. Mit seinen aktuellen Trainern, Cornelius Doll und Tobias Rösler, kommt er bestens klar. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Die beiden Spielertrainer bauen auf ihren Kapitän und wissen nur Gutes über ihn zu berichten. „Bastian ist ein absolut zuverlässiger Spieler, der auch mal das Wort ergreift und das anspricht, was zu sagen ist. Er kommt aus Hausen, ist hier daheim“, sagt Cornelius Doll. „Als Spieler ist er der rustikale Typ, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Er ist Vermittler und Sprachrohr der Spieler. Auf dem Platz geht er da hin, wo es wehtut, auch auf die Gefahr hin, sich unnötig zu verletzen.“

„Einer, der die dritte Halbzeit zelebriert“

All das weiß auch Tobias Rösler zu bestätigen: „Auf Bastian ist immer Verlass. Er ist ein ruhiger, wirklich vorbildlicher Spieler, technisch versiert und mit gutem Überblick. Als Sechser geht er im Kampf stets voran und ist noch dazu in der Lage, brillante Bälle zu spielen.“ Tobias Rösler hört gar nicht auf zu schwärmen: „Bastian ist ein sehr geselliger Typ, einer vom alten Schlag, der auch die dritte Halbzeit noch zelebriert und nicht gleich heimfährt nach dem Duschen. Er lebt den Vereinsfußball und ist eine absolute Bereicherung im Team.“ Und dann sagt der Spielertrainer einen Satz, den man schöner einfach nicht sagen kann: „Man darf froh sein, mit Bastian befreundet zu sein.“

In unserer nächsten Folge präsentieren wir einen Spielmacher aus der Kreisoberliga, der auch in der Küche und am Herd eine ausgezeichnete Figur macht.

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