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Deutsche Jugendmeisterinnen im Synchronschwimmen: Lea Kittinger (links) und Francesca Isola aus Königstein.

Synchronschwimmen

„Großer“ DM-Titel nur eine Frage der Zeit

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Francesca Isola aus Königstein belegt bei der DM im Solo Platz drei. Einen weiteren Medaillenrang verpasst sie. Ihre Partnerin Lea Kittinger war in der Vorbereitungsphase erkrankt und muss daher in Karlsruhe passen.

Der 5. Mai dieses Jahres war für Annette Gäßler ein besonderer Tag. Nicht nur, weil es ihr Geburtstag ist. An jenem Samstag gab es für die A-Lizenz- und Heimtrainerin des Ersten Sodener Schwimm-Clubs (ESSC) einen weiteren Grund zum Feiern. Ihre Schülerinnen Lea Kittinger und Francesca Isola gewannen bei der deutschen Nachwuchs-Meisterschaft in Remscheid den Titel in der Altersklasse B für 16- und 17-Jährige.

Beide hatten sich dann auch etwas für die „große“ DM in Karlsruhe ausgerechnet, Rang drei im Duett, das schien absolut realisierbar. Doch seit nunmehr etwa vier Wochen leidet Lea am Pfeifferschen Drüsenfieber, sagt Annette Gäßler. Erst ab Januar rechnet die Trainerin wieder mit der 16-Jährigen.

Somit musste Francesca im Mittelbadischen ihren Fokus auf den Solo-Wettbewerb legen. Und das gelang ihr gut mit Rang drei. „Mit ihrer Leistung bin ich sehr zufrieden. Sie kann auf den Punkt genau Leistung bringen, das ist fantastisch“, verteilt Gäßler reichlich Lob an die 17-Jährige.

Für eine Synchronschwimmerin ihres Alters habe Francesca Isola „schon eine große Ausstrahlung“, betont Gäßler und nennt weitere ihrer Vorzüge: „Sie ist sehr zielstrebig und zuverlässig sowie absolut teamfähig. Dazu ist Francesca absolut beweglich und als Solistin einfühlsam und verfügt über ein tolles Musikgefühl.“ Dass es noch nicht für ganz oben aufs Treppchen gereicht hat, hänge laut Gäßler auch mit einem anderen Faktor zusammen. Wenn man noch nicht etabliert sei, sei es sehr schwierig, sich gegen Marlene Bojer zu behaupten. Die Münchnerin (Jahrgang 1993) hat schon viele DM-Titel eingeheimst und erreichte im August bei der Europameisterschaft in Glasgow den elften Platz.

Marlene Bojer, die für die SG Isarnixen startet, bekam bei der DM in der Freien Kür 81,900 Punkte, damit blieb sie nur 0,200 hinter ihrer persönlichen Bestleistung, aufgestellt in der schottischen Metropole, zurück. Klara Bleyer (FS Bochum, 74,633) belegte den zweiten Platz vor Isola mit 69,267. An der Technischen Kür nahm Isola nicht teil, auch in dieser Disziplin dominierte Bojer (80,645). In der Gruppe (Freie Kür) belegte Isola mit den Sodenerinnen den achten Rang (64,333); der Titel ging hier an die Münchner Isarnixen (76,333). Von Uruguay in den Taunus

Erst seit anderthalb Jahren lebt Francesca Isola in Deutschland. Aus beruflichen Gründen zog es die Familie von Uruguay ins Rhein-Main-Gebiet, ihr Vater arbeitet am Flughafen. In Königstein ist Francesca zu Hause, seither ist sie auch für den ESSC aktiv. „Acht Tage war sie gerade einmal in Deutschland, da kam sie auch schon zu uns in Training“, sagt Gäßler. Ihr Vater hätte sich in Südamerika bereits via Internet kundig gemacht, wo die Tochter ihrer Leidenschaft nachgehen könnte.

Und Annette Gäßler, die auch als Schiedsrichterin beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) fungiert und Fachwartin beim hessischen Landesverband ist, erkannte Francescas Potenzial sofort. „Sie passt gut zu Lea.“

Zudem gibt es keine Kommunikationsprobleme, denn Isola lernte in Montevideo in der Schule die deutsche Sprache. „Sie spricht perfekt Deutsch“, betont Gäßler. Mit dem Vater wird auf Englisch parliert. Dass die Isolas noch länger in Königstein bleiben werden und Francesca im Wasser beim ESSC für Belebung sorgen wird, davon ist die Trainerin überzeugt. Dann könnte es auch mittelfristig mit einem „großen“ DM-Titel klappen.

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