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Das 5:1 für die SpVgg Bad Homburg. EFC-Torwart Francesco La Medica ist machtlos.

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

Beim EFC Kronberg schlägt's fünfmal ein

Während an der KOL-Spitze die SF Friedrichsdorf einsam ihre Runden drehen, kommt in den Abstiegskampf Bewegung. Seulbergs und Weißkirchens Kicker feiern wichtige Auswärtssiege.

SF Friedrichsdorf – FC Oberstedten II 6:0 (4:0): Im Winter hatten die Sportfreunde intern eine klare Marschroute vorgegeben, wie Martin Schmidt verrät: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, dann ist es egal, wie die anderen spielen.“ Dieser Vorgabe kam das Team einmal mehr nach, sehr zur Freude des Sportchefs. „Ohne das despektierlich zu meinen, aber von Oberstedten kam zu wenig“, sagte Schmidt, „ihr Torhüter war dagegen richtig, richtig gut.“ Timo Vahlhaus konnte mehrere Großchancen vereiteln und speziell gegen SF-Torjäger Florian Kister behielt er lange die Oberhand. Am Ende kam Kister dann aber doch zu seinen beiden nächsten Treffern. Das 6:0 war das 100. Saisontor der Friedrichsdorfer im 22. Spiel. Wer seine Hausaufgaben so gewissenhaft erledigt, der bekam in der Schule früher zumindest ein Fleißsternchen. Mit der Meisterschaft und dem Aufstieg werden sich die Sportfreunde wohl am Ende selbst belohnen.

Tore: 1:0 Alpermann (11./ET), 2:0 Pekgüzelyigit (23.), 3:0 Strenkert (38.), 4:0 Razai (41.), 5:0/6:0 Kister (57., 85.).

EFC Kronberg – SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg 1:5 (1:3): Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, da herrschte ein Stück Ratlosigkeit an der Bank der „Nullfünfer“. Aber nicht etwa, weil’s auf dem Feld nicht lief. Im Gegenteil. Nach einem Konter über Victor Radu auf El Mard Zouhir führten die Gäste „im Spiel um Platz zwei“ mit 1:0. „Da haben wir draußen auch erstmal nur geguckt“, berichtet Ralf Haub schmunzelnd. Einen so dominanten Auftritt seiner Mannschaft habe der Coach nicht erwartet. Gerade die Aggressivität in den Zweikämpfen und das schnelle Umschalten von Verteidigung auf Angriff imponierten ihm enorm. „Die Niederlage geht auch in dieser Deutlichkeit in Ordnung“, gestand EFC-Coach Michael Janson, „wir waren heute einfach nicht fähig, die jungen Kerle des Gegners im Zaum zu halten. Teilweise haben sie uns richtig veräppelt.“ Die Spielvereinigung zieht nun zumindest vorübergehend an Kronberg vorbei. Der EFC hat jedoch ein Spiel weniger bestritten und könnte sich den zweiten Rang aus eigener Kraft zurückerobern. Zunächst gilt es wohl aber erst einmal, die herbe Schlappe zu verdauen.

Tore: 0:1/1:3 Zouhir (2., 21.), 0:2 Embaye (11.), 1:2 Kopylowicz (15.), 1:4 Radu (69.), 1:5 Taadou (79.).

Teutonia Köppern – SGK Bad Homburg 6:2 (2:1): Dass Favorit Köppern die Partie so deutlich gewinnen würde, zeichnete sich in den ersten 45 Minuten nicht ab. „Nach dem 1:1 ist die SGK besser ins Spiel gekommen“, sagte Teutonia Trainer Alexander Fievet, „wir haben dann zwar zur Halbzeit 2:1 geführt, doch der Treffer von Luka Milic war ein bisschen glücklich.“ Aus rund 25 Metern zog Milic ab, und der Ball schlug im Winkel des gegnerischen Kastens ein. Die Entscheidung fiel letztlich zwischen der 50. und 52. Minute, als die Hausherren drei Treffer nachlegten. „Es wirkte ein wenig so, als wäre die SGK noch in der Kabine gewesen“, sagte Fievet.

Tore: 1:0 Dos Santos (19.), 1:1 Eltayeb (29.), 2:1/4:1/5:1 Milic (45., 51., 52.), 3:1/6:1 Kadel (50., 75.), 6:2 Yalcin (85.).

FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach – SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach 0:2 (0:0): Geduld ist eine Tugend, die sich im Fußball auszahlt. „Der Gegner hat massiv hinten drin gestanden und gut verteidigt. Trotzdem hatten wir nicht so viel Ballbesitz, wie erhofft“, berichtet SG-Coach Gregory Strohmann. Doch seine Mannschaft behielt die Nerven, wartete auf die Chancen und nutzte diese am Ende effizient aus.

Tore: 0:1/0:2 Brinkmeier (82., 90.+1).

Eintracht Oberursel – SG Ober-Erlenbach 1:3 (0:1): Insgesamt gesehen konnte sich Mehmet Cetin über die Niederlage nicht beschweren. „Es war ein schwaches Spiel von uns“, sagt Eintrachts Trainer, „speziell in der ersten Halbzeit hat uns die nötige Überzeugung gefehlt.“ Im zweiten Durchgang lief es besser, doch der unglückliche Treffer zum 0:2 lief entgegen der Spielentwicklung. Sebastian Grassler zog ab, der Ball war eigentlich ungefährlich, doch Gaszmend Grajcevci fälschte ihn ins eigene Tor ab. Noch bitterer aus Sicht der Gastgeber: Murid Escandar und Kapitän Gerome Löw verletzten sich, Yahya Alemdar sah zudem in der 80. Minute die Rote Karte, da er sich zu einem Frust-Rempler an Torschütze Sebastian Seitz hinreißen ließ. „Personell wird es jetzt ganz eng“, seufzte Cetin.

Tore: 0:1 Matuschewski (17.), 0:2 Grajcevci (47./ET), 1:2 Rogacz (55.), 1:3 Seitz (80.).

FC Neu-Anspach II – SV Seulberg 1:2 (1:2): Im Abstiegskampf gegen einen direkten Tabellenkonkurrenten auf dessen Platz nach fünf Minuten zurückliegen und dann am Schluss doch drei Punkte holen – die Leistung des SV Seulberg zeugt von großer Moral im Team. „Es war allerdings gerade in der zweiten Halbzeit ein hartes Stück Arbeit“, sagte Trainer Uwe Gronau. Das 1:0 für die Gastgeber erfolgte nach einem leichtsinnigen Querpass der Seulberger, den Eric Becker erahnte und zur frühen Führung nutzte. Doch schon sechs Minuten später brachen die Gäste über den rechten Flügel durch und glichen in Person von Marco Schmidt aus. Das entscheidende Tor erzielte Liberato Aiello vom Punkt aus, nachdem er zuvor im Strafraum der Anspacher gefoult wurde. Nach der Pause hätte Seulberg frühzeitig alles klar machen können, doch Aiello vergab frei vom Tor (48.). „Danach haben wir uns zu weit hinten reindrängen lassen, Anspach übte viel Druck aus und am Ende hat uns unser Torwart Nick Vogt die Punkte festgehalten“, berichtete Gronau, „der Sieg war etwas glücklich, aber nicht unverdient. Was meine Jungs heute geleistet haben, war aller Ehren wert.“

Tore: 1:0 Becker (5.), 1:1 Schmidt (11.), 1:2 Aiello (40./FE).

SG Blau-Weiß Schneidhain – FC Weißkirchen 2:5 (1:2): Im Bemühen, Relegationsplatz 13 noch zu verlassen, erledigte der FCW die Pflichtaufgabe souverän. „Ich ziehe aber den Hut vor diesem Gegner, der trotz der null Punkte in der Tabelle jedes Wochenende antritt“, zollte Weißkirchens Coach Uwe Eckerl den Gastgebern Respekt. Schneidhain ging sogar in der zehnten Minute durch Julian Proisy in Führung. „Es war ein sehr holpriges Spiel von beiden Mannschaften“, meinte Eckerl, der sich für sein Team eine bessere Chancenverwertung gewünscht hätte. Unter dem Strich zählen aber Punkte, und die wurden vom FC Weißkirchen eingefahren.

Tore: 1:0/2:4 Proisy (10., 60.), 1:1 Großmann (27.), 1:2 Ajmaja (30.), 1:3 Grewis (50.), 1:4 Mahbubi (55./FE), 2:5 Kraus (80.).

ROBIN KUNZE

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