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Beim Oberurseler Hallencup geht die Post ab

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Einmal im Jahr gibt es in der Bommersheimer Reithalle richtig auf die Ohren: Partystimmung, 500 begeisterte Zuschauer und in aberwitzigem Tempo durch die Halle fetzende Gespanne.

Festhallenstimmung beim RFV St. Georg Oberursel Bommersheim: 500 begeisterte Zuschauer haben beim 3. Oberurseler Hallencup die Tribüne und jeden freien Stehplatz in der Reithalle gefüllt. Sie erlebten ein Fahrturnier, wie es spannender kaum hätte sein können.

Beim Dressurreiten hört man Stecknadeln fallen und beim Springreiten gibt es schon mal Szenenapplaus. Doch beim Fahrsport brennt die Luft. Fahrpferde sind akustisch außerordentlich stoßfest und fast könnte man meinen, sie brauchen den Radau aus 500 Kehlen und einem Dutzend Lautsprecher, vor allem auf der Zielgeraden. Da gibt es dann kein Halten mehr, auf den Rängen nicht und in der Bahn nicht.

Spektakulär war wieder das Vierspännerfahren mit Ponys. Die Gespanne fetzten in aberwitzigem Tempo durch den aus festen Hindernissen und Kegeln bestehenden Parcours – und dank ihrer Wendigkeit in Zeiten, an die mit Großpferden nicht zu denken ist.

Der Gastgeberverein hat selbst keine Teilnehmer ins Rennen geschickt und sich aufs Organisieren beschränkt. Turnierorganisator war einmal mehr einer der besten hessischen Fahrer, Uwe Fuchs, selbst Mitglied des St. Georg. Dabei juckte es Christine Fischer, Vorsitzende des RFV, gehörig in den Fingern: „Ich darf gar nicht hinschauen, es kribbelt schon.“

Fischer hat früher selbst erfolgreich auf dem Bock gesessen und Pokale bis zur Klasse M an den Urselbach geholt. Bis zu acht Ohren hatte sie in ihrer Karriere vor sich, die Königsdisziplin für sie ist aber das einspännige Fahren, „da muss einer alleine den Karren geradeziehen“.

Fischer ist einerseits froh, dass ihr RFV einer der wenigen noch verbliebenen Pferdesportvereine ist, die das F für Fahren noch zu Recht im Namen tragen. Sie hat aber auch Verständnis dafür, dass die Zahl der Gespannfahrer sinkt: Der Aufwand sei riesig, was die Kosten anbelangt, aber auch beim Aufrüsten. „Ohne fünf, sechs Leute geht da gar nichts. Fahren ist ein Familiensport, da muss jeder anpacken“, weiß Fischer aus Erfahrung.

Vierspännig an den Start zu rollen, erfordert vom Team Vorarbeit von eineinhalb Stunden. Marathonkutsche, Dressurkutsche, Zaumzeug, Leinen, Transporter – da sind 50 000 Euro schnell erreicht, „und dann hast du noch nichts zum Ziehen“, lacht Fischer.

Beim Oberurseler Hallencup gab es fünf sogenannte Kombinierte Hindernisfahrten mit Geländehindernissen für Ein- und Zweispänner, bzw. Pony-Ein-, -Zwei- und -Vierspänner. Im Hindernisfahren zweispännig Kl. A siegte Arnd Trautmann (LRFV Rimbach; 0,0/174,85 sec) vor Benjamin Reuter (RFV Hünfeld, 0,00/176,59). Auf Rang drei fuhr Karl-Heinz Rohrbacher vom RuF Weinheim (0,0/176,96). Sieger Pony zweispännig wurde Marvin Peter (RFV Schloß Wittgenstein; 0,0/152,81). In der Prüfung Einspänner Klasse A sicherte sich Jessica Wähler (RFV Modautal; 0,0/137,59) den Sieg. Das Hindernisfahren Pony Einspänner gewann Christine Bopp (RFV Mainz-Gonzenheim; 0,0/143,46). Den besonders spektakulären Wettbewerb Pony vierspännig gewann Vorjahressieger Sven Böcking (RFV Driedorf; 0,0/200,73).

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