Volleyball

Besseres Ende für die SG Rodheim in spannendem Duell mit Eintracht Frankfurt

  • schließen

Es war kein gutklassiges, aber eines der spannendsten Duelle, die zwischen Eintracht Frankfurt und der SG Rodheim je ausgetragen wurden – mit dem besseren Ende für die Gäste aus Rodheim.

Die Regionalliga-Volleyballer der SG Rodheim waren bei Eintracht Frankfurt praktisch schon geschlagen. 25:17, 25:17, 20:16 führten die drückend überlegenen Adlerträger, die bis dahin sehr stark in der Feldabwehr waren und mit geschickt platzierten Angaben die Annahmeschwäche der Wetterauer nutzten. Doch dann brachten sich die Gastgeber selbst aus dem Spiel und verloren noch mit 2:3 (weitere Sätze 30:28, 25:18, 15:10).

Vier Eigenfehler führten zu einem 20:21-Rückstand, wenig später gab es gar den ersten Satzball für die bis dahin eher apathisch wirkenden Rodheimer, die dann ihrerseits mit zwei Eigenfehlern den Frankfurtern den ersten Matchball bescherten. Robert Stodtmeister protestierte heftig und sah „Gelb-Rot“. Die Eintracht-Mannschaft bejubelte bereits den Sieg, da eine Rote Karte einen Punkt für den Gegner zur Folge hat.

Die Freude war verfrüht: „Gelb-Rot“ wiederum ist nur eine persönliche Strafe, die dem Betroffenen untersagt, in dem laufenden Satz weiter mitzuwirken. Für die Mannschaft hat sie aber keine Konsequenzen. Der Matchball wurde dann vergeben, aber Dominik Winter, der neben Oliver Wirth stärkste Frankfurter an diesem Tag, bescherte seinem Team den nächsten. Rodheim wehrte durch einen cleveren Angriff von Alexander Schuld ab und dann verwandelte Philip König den dritten Satzball der „Piraten“ zum 30:28.

Aufgeregte Diskussionen

Dadurch kippte das Spiel komplett. Während im Lager der Frankfurter noch aufgeregt über die Schiedsrichter-Entscheidung und über die vertane Chance diskutiert wurde, spürte man auf der anderen Seite plötzlich eine vorher nicht da gewesene Entschlossenheit. Die Gäste, die ohne den erkrankten Tim Wacker vorher selten am Netz durchkamen, wachten plötzlich auf, feuerten sich an, waren voll da. Vor allem die älteren Spieler wie Andreas Zander, Tim Breitenfelder und vor allem Robert Stodtmeister.

Auf der anderen Seite lief bei den Gastgebern mit Ausnahme des Blocks gar nichts mehr rund. Auf einmal waren sie nicht imstande, den Ball auf den Boden zu bringen. Ihr rasanteste Angriffsspieler Oliver Werth musste das Spielfeld zudem wegen Knieschmerzen verlassen. Der vierte Satz ging locker an Rodheim, im Tiebreak blieb es nur bis zum 7:7 ausgeglichen. Dann zogen die „Piraten“ davon. Den Matchball zum 15:10 verwandelte nach einer schlechten Frankfurter Annahme Philip König, der mit zehn Zählern einer der vier Rodheimer war, die zweistellig punkten konnten. Auf 13 Punkte kam Moritz Sachs, auf 14 Breitenfelder und auf 18 Diagonalspieler Robert Stodtmeister.

„Ältere Spieler leben von Emotionen – und die kamen zum Schluss. Auch mir ist plötzlich alles gelungen. Das sind so Momente, dafür spielt man mit 40 immer noch Volleyball“, erklärte Stodtmeister. Trainer Jo Voeske sah im Kampfgeist den Schlüssel zum Sieg.

Die Frankfurter dagegen haderten noch lange damit, dass sie den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben hatten. „Das hätten drei Punkte werden müssen. Wir haben den Gegner total beherrscht und alle Trümpfe in der Hand gehalten. Dann haben wir uns aber von den Entscheidungen des Schiedsrichters runterziehen lassen. Ich kann das verstehen, aber nicht gut heißen“, so Trainer Andreas Petrocchi. Bester Eintracht-Scorer war Dominik Winter (18).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare