Bester Mann auf allen Plätzen: „Chancentod“

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Das Erfreulichste des Spieltages vorweg: Aufsteiger SV Rot-Weiß Hadamar 2 hat den Fluch besiegt und den ersten Punkt eingefahren beim

Das Erfreulichste des Spieltages vorweg: Aufsteiger SV Rot-Weiß Hadamar 2 hat den Fluch besiegt und den ersten Punkt eingefahren beim 0:0 in Bierstadt. Dennoch bleibt das Maurer-Team zunächst auf dem letzten Platz. Mit Rang 14 muss sich derzeit der RSV Weyer begnügen, der gegen den neuen Tabellenzweiten, SV Zeilsheim, eine glatte 0:3-Niederlage kassierte. Jetzt wäre mal ein etwas schwächerer Gegner willkommen, denn mit Flörsheim, Niederhöchstadt und jüngst Zeilsheim hatte es das Team von Frank Wissenbach gleich mit drei Mannschaften der derzeitigen Top-Fünf zu tun. Doch am nächsten Sonntag wartet das Derby bei der SG Hausen/Fussingen/Lahr. Die Waldbrunner gingen bei Spitzenreiter Niederhöchstadt ihrerseits leer aus.

TuRa Niederhöchstadt – SG Hausen/Fussingen/Lahr 4:0 (2:0). Mit der bisher besten Saisonleistung, aber im fünften Spiel zum vierten Mal ohne Torerfolg, traten 28 Angereiste nach einem Festival vergebener Möglichkeiten die Heimreise in den 95 Kilometer entfernten Westerwald an. Bereits in der 2. und 4. Minute hatte sich Celin Eisenkopf durchgetankt, um nicht zu treffen. Stattdessen verhalf ein fahrlässiger Abwehrpatzer den Platzherren per Abstauber zur Führung und leitete gegen nun verunsicherte Gäste die stärkste Phase ein, die mit dem zweiten Treffer endete, als sich bemerkenswerterweise die SG wieder aufgerappelt und sehenswerte Angriffe inszeniert hatte. Der agile Breuer scheiterte am Schlussmann, Hillenbrand – später verletzt – köpfte aus drei Metern daneben (42.). Auch das 3:0 (55.) war noch keine Entscheidung, denn die Waldbrunner stürmten munter drauf los. Der „Chancentod“ lauerte weiterhin überall. Was Eisenkopf, Scholl und der eingewechselte Mühl an Chancen vergaben, ging schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. 14 Fans und die Spieler rauften sich die Haare, zumal Dennis Blum mit dem schönsten Treffer des Tages für ein paradoxes Endergebnis sorgte, das nicht den Spielverlauf widerspiegelte, sondern die Ineffizienz der SG beim Abschluss. Das „letzte Aufgebot“ verdiente sich Anerkennung, besonders die jungen kampf- und spielstarken Horn, Mendel, Breuer und Robin Scholl. Respekt und Sonderlob gebührt Kai Tillmann, dem letzten verbliebenen Torhüter, der auch mit fast 40 Jahren eine tadellose Leistung ablieferte. Hausen/Fussingen/Lahr: Tillmann, Hillenbrand (40. L. Scholl), Mehr, J. Eisenkopf (60. Mühl), C. Eisenkopf, Metovic, Horn, Mendel, Gross, R. Scholl, Breuer – Tore: 1:0 Masushima (9.), 2:0 Wöhl (22.), 3:0 Blum (56..), 4:0 Blum (86.).

FC Bierstadt – SV RW Hadamar 2 0:0. Nach einer Abtastphase erspielte sich Hadamar ein Übergewicht und hatte auch die erste Chance: Langer Ball auf Behar Perquku, der den Torwart ausspielte, doch sein Schuss wurde von einem Verteidiger geklärt. Die nächste gute Aktion wurde durch einen langen Ball auf Alexander Schraut eingeleitet, der aus halbrechter Position sofort abzog, doch das Tor knapp verfehlte. Ein 18-m- Freistoß von Kilic Görgülü ging knapp über das Gehäuse, ebenso sein Schuss von der Strafraumgrenze. Die erste und einzige Torchance in der ersten Hälfte für den FCB: Nach einer Flanke kam Jerome Ernst freistehend am langen Pfosten zum Schuss, der zur Ecke abgewehrt wurde. Nach toller Kombination über Kilic Görgülü und Alex Schraut säbelte Marcel Löbach freistehend aus achte Metern über die Latte. Wieder eine gute Freistoß-Situation für Kilic Görgülü, doch sein Schuss wurde von Torwart Mourad Koubaa zur Ecke abgewehrt. Eine Unsicherheit in der Bierstädter Hintermannschaft wurde ebenso wenig genutzt wie die Kopfballmöglichkeit Julian Phillips. Kurz vor Schluss fand Robin Böcher beim Freistoß seinen Meister in Keeper Mourad Koubaa. Der FC Bierstadt hatte in der zweiten Halbzeit keine nennenswerte Torchance. Bierstadt: Koubaa, Schmolke (46. Nkongolo), Hoch, Vogel, Piling, Maus, Küster (35. Rebic), Bagdatli, Ernst, Brake, Carrera – Hadamar 2: Hasselbach, Schraut, Philipps, E. Böcher, Wilhelmy (76. Maurer), Perquku, Görgülü, R. Böcher, Löbach (76. Meloni), Dimter, Tsobanidis – SR: Eck – Zuschauer: 90.

RSV Weyer – SV Zeilsheim 0:3 (0:1). Bis zur ersten Trinkpause verlief das Spiel weitgehend auf Augenhöhe, wobei die Gäste zwar die bessere Spielanlage zeigten, Weyer aber deutlich machte, sich nicht wie in der Vorwoche abschießen lassen zu wollen. Nach der Hälfte der ersten Halbzeit erhöhte Zeilsheim das Tempo und erzielte durch einen „Schnicker“ von Yamato Hara das 0:1. Im direkten Gegenzug hätten die Gastgeber allerdings den Ausgleich erzielen können. Zunächst scheiterte Tobias Uran am Pfosten, und dann brachte Andi Petri den Nachschuss nicht stark genug aufs Tor, so dass Torhüter Rothenbächer abwehren konnte. Nach dem Wechsel ging Weyer sofort in die Offensive und brachte den Favoriten ein ums andere mal in Bedrängnis. So zum Beispiel, als der gerade eingewechselte Mo Katzerooni für Patrick Kolodziejczyk auflegte, aber ein Abwehrbein knapp neben das Tor rettete (62.). Aber jetzt war Weyer am Zug, und der Ausgleich lag in der Luft, wobei auch erwähnt werden muss, dass Leo Hisenay bei drei brandgefährlichen Kontern im letzten Moment den knappen Rückstand rettete. Aber als Ahmet Goek dann zum vierten Mal alleine vor dem Weyrer Keeper auftauchte, versenkte er zum vorentscheidenden 0:2. Mit Ablauf der regulären Spielzeit fiel noch das zu hohe 0:3, Weyer war deutlich unter Wert geschlagen.

Weyer: Hisenay, Johnson, Neugebauer, Sawall, Chaparro, Harmouch (61. Katzerooni), Azemi, Blazquez (75. Habe), Uran, Hofmann, Petri (40. Kolodziejczyk) – Zeilsheim: Rothenbächer, Kress, Bender, Schlee, Massfeller, Bianco, Hara (76. Nefes), Horiuchi, Lejalem, Pfeifer (46. Elouardani), Tokay (59. Goek) – SR: Müller (Herborn) – Zuschauer: 105 – Tore: 0:1 Hara (30.), 0:2 Goek (81.), 0:3 Massfeller (89.).

(mor)

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