So lässt‘s sich leben: Björn Enderich in den Flitterwochen auf den Malediven.
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So lässt‘s sich leben: Björn Enderich in den Flitterwochen auf den Malediven.

NNP-Serie: Die Kapitäne

Björn Enderich: „Müssen ein eingeschweißter Haufen sein“

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Sie genießen den Respekt ihrer Mitspieler und der Trainer, tragen die Binde am Ärmel mit Stolz und haben etwas zu sagen: die Kapitäne. Auf dem Platz im Vereinsdress kennt man sie als Leader ihrer Mannschaft. Wir wollen wissen, wer der Mensch ist, der in diesem Trikot steckt. Heute präsentieren wir Björn Enderich vom Fußball-Kreisoberligisten SG Kirberg/Ohren.

VON PATRICK JAHN

Björn Enderich hat zwar in seinem Fußballer-Leben nur drei Vereine kennengelernt, könnte über diese aber wahrlich sein eigenes Buch schreiben. Im Kindesalter mit dem Fußballsport in Kirberg begonnen, zog es ihn dank seines großen Talentes bereits in der D-Jugend zum SV Wehen. Sein damaliger Trainer ist auch heute kein Unbekannter: Christian Hock, aktuell Sportdirektor beim SV Wehen Wiesbaden. Als dieser jedoch irgendwann als Trainer zur 1. Mannschaft bestellt wurde, durfte Björn Enderich mit Kosta Runjaic die nächste prägende Person kennenlernen. Runjaic war im Übrigen als Trainer beim SV Darmstadt 98, MSV Duisburg, 1. FC Kaiserslautern, TSV 1860 München und aktuell beim polnischen Erstligisten Pogon Stettin tätig.

„Das war eine geile Zeit“, erinnert sich Björn Enderich gerne zurück. Vor allem bei den A-Junioren sammelte der damals schon als Kapitän auflaufende Spielgestalter tolle Erfahrungen. „Ein halbes Jahr habe ich in der damaligen 2. Mannschaft (Hessenliga) gespielt. Viel interessanter war aber die Tatsache, dass ich als A-Junior bereits mit der Ersten ins Trainingslager nach Belek/Türkei reisen durfte. Eine wahnsinnige Herausforderung.“ Für die Dauer des Trainingslagers wurde er sogar von der Schule freigestellt. In der Zeit danach hatte er ein strammes Programm zu absolvieren: morgens Schule, nachmittags Training. Als ihn dann eine Schambeinentzündung fünf Monate lang außer Gefecht setzte, war der Traum vom Profifußball futsch. „Im Nachhinein betrachtet, hat mir die Verletzung vielleicht das Genick gebrochen. Dennoch war es mir wichtiger, mich auf mein Abitur zu konzentrieren.“

Sechseinhalb Jahre beim RSV Weyer

In der Winterpause 2007/2008 wechselte der mittlerweile 32-Jährige zum damaligen Gruppenligisten RSV Weyer, wo er sechseinhalb Jahre Stammspieler war, davon viereinhalb - na, klar - als Kapitän. Im Juli 2014 ging es dann zurück in die „Heimat“ zur SG Kirberg/Ohren. In Kirberg wohnt Björn Enderich übrigens schon sein ganzes Leben lang. Vom Start weg war der Blondschopf natürlich sofort wieder Spielführer seiner Truppe.

Trainer Daniel Dylong hatte seinerzeit einige Anwärter - mit Björn Enderich auch seinen Wunschkandidaten - in die engere Auswahl berufen, und im Rahmen einer Spielersitzung kam es dann zur Bestätigung. Zu den ausschlaggebenden Gründen sagt der 32-Jährige, der von Robin Butzbach und Daniel Kraft vertreten wird: „Ich glaube, ich bin Kapitän, weil ich so bin wie ich bin. In dieser Rolle bin ich fast schon mein ganzes Leben lang. Ich sehe mich auf und neben dem Platz als authentischen Leader, der einen guten Draht zu verschiedenen Spielertypen aufbauen kann. Jeder braucht nämlich eine andere Ansprache.“

Ehrgeizig, authentisch, zuverlässig sein

Wichtige Fakten, die ein „Captain“ mitbringen muss, sind seiner Ansicht nach, „dass man ehrgeizig, authentisch und vor allem zuverlässig ist. Außerdem sollte man sowohl im Training als auch im Spiel immer versuchen, alles reinzuwerfen“. Doch auch abseits des Platzes sind die Aufgaben eines Mannschaftsführers vielfältig. „Mir ist wichtig, dass wir - egal, ob es gut oder schlecht läuft - ein eingeschweißter Haufen sind. Deswegen pflege ich sowohl mit dem Trainer und den Spielern, als auch mit den Verantwortlichen einen regen Austausch. Rundum kann man sagen, dass ich Sorge dafür trage, dass einfach alles bestmöglich läuft.“

Stolz auf seinen Kapitän ist auch Trainer Daniel Dylong: „Er hat einfach eine gewisse Qualität, die er auf und neben dem Platz zeigt. Ich schätze seinen Charakter sehr. Auf dem Platz ist er die zentrale Figur, die weiß, worauf es ankommt. Er führt die jungen Spieler sehr gut, auch wenn es mal nicht läuft. Und nicht zu vergessen: Trotz seiner eher defensiven Ausrichtung schießt er auch einige wichtige Tore.“ Inwieweit Björn Enderich auch für Dylong als Trainer eine Hilfe ist, macht der Coach deutlich: „Da ich ja teilweise auch selbst noch mitgespielt habe, ist er immer der erste Ansprechpartner für mich. Wir sprechen auch über die taktische Ausrichtung und die Aufstellung. Außerdem holt er die Stimmung aus der Mannschaft ein, was natürlich sehr wichtig für mich ist.“

Abseits des Sports fließt viel Zeit auch in den Job. Björn Enderich ist seit 13 Jahren bei einer Wasserfilter-Firma in Taunusstein angestellt. Mittlerweile hat er es dort bis zum Abteilungsleiter im Vertriebsinnendienst gebracht. Da er insgesamt sieben Mitarbeiter führt, versteht sich von selbst, dass die 40-Stunden-Woche nicht ausreicht. Umso wichtiger ist es also, in der verbleibenden Zeit zu entspannen.

Nachdem er 2018 seine Frau Tamara geheiratet hatte, ging es in die Flitterwochen auf die Malediven. „Eine absolut traumhafte Insel. Wenn es möglich ist, wollen wir da noch mal hin“, sagt er voller Vorfreude. Alternativ genießt er die Zeit mit seiner Frau auch noch in verschiedenen Wellness-Thermen. Wenn Corona dann irgendwann vorbei sein sollte, geht es wieder auf dem Platz um Punkte. Und um noch was, das ihm wichtig ist: „Ich vermisse schon die Würfelrunden im Sportheim mit den Jungs.“ Er ist einfach ein Pfunds-Kerl!

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