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Letzter Aufschlag: Tessa Koschig hat im Frühjahr wie die anderen Spieler aus dem Zweitligakader die SG Anspach verlassen.

Tennis im Hochtaunus

Mit Boris Becker den Sieg gefeiert

Wenn es um sportliche Nostalgie im Hochtaunus geht, ist Tennis weit vorne. Über mehrere Ereignisse historischen Ausmaßes berichtete Gerhard Strohmann, für diese Zeitung unter anderem Experte für Rückschlagsport und Turnen, in der Saison 2017.

Die Rückschlagsportler haben 2017 im Hochtaunuskreis zahlreiche Highlights gesorgt und viele positive Schlagzeilen produziert. Tennis hat im Taunus eine besonders große Tradition, nachdem anno 1877 auf Initiative von Sir Robert Anstruther im Bad Homburger Kurpark die ersten Bälle auf dem europäischen Kontinent geschlagen wurden. In der Freiluft-Saison diesen Jahres ist es am 25. Juni auch zu einem historischen Ereignis gekommen: Erstmals standen sich in der Herren-Regionalliga Südwest mit dem TEVC Kronberg und dem TC Bad Homburg zwei Mannschaften aus der Taunusregion gegenüber. Der TEVC gewann mit 6:3, und beide Teams haben schließlich den Klassenerhalt geschafft. Auf ein Neues in 2018.

Drei Tennisspieler haben in diesem Jahr über die Grenzen des Hochtaunuskreises hinaus für Furore gesorgt: Der Usinger Profi Tim Pütz, der mit 29 Jahren sein Debüt im Davis Cup feierte und im Doppel einen wichtigen Sieg zu Deutschlands Klassenerhalt in der Weltliga beisteuerte. Da staunte auch „Head of Tennis“ Boris Becker, der mit dem deutschen Team in Lissabon den Erfolg feierte. Julian Lenz vom TC Bad Homburg ist der zweite der besagten Tenniscracks. Er gewann auf der Anlage im Kurpark seinen vierten Hessentitel. Herausragend spielte auch das 14-jährige Nachwuchs-Ass Mara Guth vom Usinger THC, das es als eine der besten ihres Jahrgangs 2003 bis ins Porsche-Team des Deutschen Tennis-Bunds schaffte.

Im Tischtennis ist der TTC OE Bad Homburg nun schon seit mehreren Jahren das Maß aller Dinge im Hochtaunuskreis und die Nummer zwei in Hessen hinter dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Im Sog der Profimannschaft aus dem Stadtteil Ober-Erlenbach, die mit ihren 14:4 Punkten vom Aufstieg in die 1. Herren-Bundesliga träumen darf, ist die zweite Garnitur als Hessenliga-Meister der Aufstieg in die Oberliga gelungen, in der das Hampl-Ensemble eine ordentliche Rolle spielt.

Vergessen darf man vor diesem Hintergrund mit (semi-)professionellen Strukturen jedoch nicht die Erfolge der SG Anspach, die nur durch den Aufstiegsverzicht des TuS Kriftel II in der Hessenliga Süd-West verblieben war und diese mit 14:4 Punkten als Tabellenzweiter mächtig aufmischt. Zudem hat die SGA II ebenfalls in diesem Jahr den Sprung von der Bezirksoberliga in die Verbandsliga West geschafft und grüßt dort mit 12:6 Punkten vor Beginn der zweiten Halbserie von Tabellenplatz drei.

Badminton feierte im Hochtaunus zweimal einen runden Geburtstag, denn sowohl der BV Friedrichsdorf als auch die Abteilung der SG Anspach sind 1977 gegründet worden. Während man dieses Ereignis beim BVF ausgelassen feierte, war das Fest bei der SGA mit Wehmut verbunden. Nach 24-jähriger ununterbrochener Zugehörigkeit zur Badminton-Bundesliga hatte sich der Abteilungsvorstand im April schweren Herzen dazu durchgerungen, nicht mehr in der 2. Liga anzutreten und freiwillig in die viertklassige Oberliga Mitte abzusteigen. Die deutlich gestiegenen Anforderungen seitens des Verbands, die immer schwerer zu stemmende Infrastruktur für Leistungssport in diesem Bereich und letztlich der Abgang mehrerer Topspieler hatten Georg Komma und seine Mitstreiter zu diesem Schritt bewogen.

Von einem Rückschritt zu großen Sprüngen beim Geräteturnen: Was Jahns Erben in den zurückliegenden Monaten erreichten, ließ nicht nur das Herz von Turngau-Chef Helmuth Reith höher hüpfen. Die Männer-Riege des TV Weißkirchen, die 2016 den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hatte, konnte sich dank eines Heimsiegs gegen den Wiesbadener Turnerbund am letzten Kampftag den Klassenerhalt sichern und startet auch 2018 in der vierthöchsten Klasse des Deutschen Turner-Bunds (DTB).

Auf hohem Niveau angelangt sind auch die Turnerinnen der SGK Bad Homburg, die sich im November beim Finale in Limburg die Meisterschaft in der Landesliga II gesichert haben und in der nächsten Saison in der höchsten hessischen Wettkampfklasse, der Landesliga I, starten. Wenn dann auch noch das neue Leistungszentrum am Gluckenstein eingeweiht wird, stehen die Kirdorferinnen ebenso wie die Jungs im Nachwuchskader von Ralf Schwabe vor einer glänzenden Zukunft. Dies gilt auch für den 13 Jahre alten Wehrheimer Pascal Brendel, der im Trikot der Frankfurter Eintracht mittlerweile zu den ganz großen Nachwuchshoffnungen im DTB zählt.

Beim Rückblick auf die großen Erfolge der Taunus-Turner dürfen Julian Peters und Fabian Urban vom TV Weißkirchen nicht vergessen werden, die sich im Juni beim Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin in ihren jeweiligen Altersklassen die Titel im Deutschen Mehrkampf geholt haben. Dabei bewiesen die beiden, wie vielseitig Turner sein können: im Sprint, Weitsprung und Kugelstoßen.

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