Die Münsterer hatten auch im Derby gegen Breckenheim im Angriff einen schweren Stand: Hier versucht es Mario Gonzalez Borja (am Ball) gegen die Breckenheimer Paul Kaufmann (links) und Kenneth Fuhrig, die auch den Münsterer Kreisläufer Tim Klotz im Griff hatten. FOTO: maik reuss
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Die Münsterer hatten auch im Derby gegen Breckenheim im Angriff einen schweren Stand: Hier versucht es Mario Gonzalez Borja (am Ball) gegen die Breckenheimer Paul Kaufmann (links) und Kenneth Fuhrig, die auch den Münsterer Kreisläufer Tim Klotz im Griff hatten.

HANDBALL-OBERLIGA

Breckenheim dominiert das Derby

  • Volker Hofbur
    VonVolker Hofbur
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Münster bricht nach einer schnellen 7:1-Führung völlig ein

Kriftel -Das war ein denkwürdiges Derby in der Krifteler Kreissporthalle. In der Handball-Oberliga Süd setzte sich die HSG Breckenheim Wallau/Massenheim bei der TSG Münster mit 20:13 (10:8) durch und wahrte ihre Chance auf die Aufstiegsrunde, während die Münsterer auf ihren zweiten Saisonsieg warten müssen.

Der Münsterer Trainer Daniel Wernig ist derzeit nicht zu beneiden. Jonas Höllebrand fehlt wegen einer Hüftverletzung seit dem Saisonstart, auch Bastian Schwarz und Marc Zelser haben in der Hinrunde kaum Spiele gemacht und fehlen verletzungsbedingt wohl den Rest des Monats. Moritz Prause fiel kurzfristig wegen einer Daumenverletzung aus, Jan Niklas Müller und Stefan Mollath fallen beruflich bedingt für den Rest der Saison aus. Sein Kollege Gilles Lorenz musste neben den langzeitverletzten Marco Hoß und Arne Walter kurzfristig auch noch auf Eric Schaeffter, für den ein Einsatz nach der im Hinspiel erlittenen Daumenverletzung zu früh gekommen wäre, und den erkrankten Timo Treber verzichten.

Schon der Auftakt hatte es in sich. "Wir waren so dominant", sah Daniel Wernig den optimalen Start, "Abwehr, Torhüterspiel und Umschaltspiel liefen wunderbar". Die Münsterer führten nach 13 furiosen Minuten mit 7:1, was Gilles Lorenz auf Seiten der Gäste ärgerte: "Was ich merkwürdig fand, war unser Start. Die Jungs waren in der Kabine so heiß, hatten sich so hochgepusht, dass ich auf eine Ansprache verzichtet hatte. Wir wollten das Spiel in die Breite ziehen, um den körperlich starken Münsterer Innenblock zu umgehen, sind dann aber immer wieder zur Mitte gezogen und dort geblockt worden. Da haben wir uns richtig schlecht angestellt." Der Gäste-Trainer brachte Andre Avemann auf die zentrale Rückraum-Position, um das Spiel zu beruhigen, und seine Mannschaft spielte fortan ihre Angriffe durchdachter aus. Und Münster, das bis dato zu einigen einfachen Toren aus dem Tempospiel gekommen war, traf nur noch einmal bis zur Pause durch Julian Schuster per Gegenstoß, der einen Pass abfing. "Ich hatte nach dem Start das Gefühl, dass wir das Spiel nicht verlieren können. Aber dann kamen Negativ-Situationen, so dass die Mannschaft nicht mehr weiterspielte und nach einigen Fehlern fast gehemmt wirkte", erläuterte Wernig. Seine Mannschaft hatte einen 1:9-Lauf bis zur Pause. "Und da war kein Anker, um sich herauszuholen", so der Trainer zum 8:10-Pausenstand.

Breckenheimer stecken

Ausfälle stark weg

Sein Kollege Lorenz beschrieb das weitere Spiel aus seiner Sicht: "Die Münsterer kamen mit viel Dynamik, aber wir haben gegen den Kreisläufer Tim Klotz gut gearbeitet und sie im Griff gehabt. Dabei haben wir Yannick Mrowietz durch eine Rote Karte nach einer Fehlentscheidung verloren, da Klaudio Hranjec von Kenneth Fuhrig auf ihn gestoßen wurde und er sich nur schützen wollte. Die Schiedsrichter vertraten die Ansicht, dass er ihm in den Wurfarm gegriffen hatte. Drei Minuten später fiel Paul Kaufmann mit einem Muskelfaserriss aus. Dann hatte ich keinen gelernten Rückraum-Linken mehr. Doch Antonio Bogdanic hat dann sein bestes Spiel in unserem Trikot gemacht." Dazu hatte Lorenz nach den ersten drei von Tim Kunz verwandelten Siebenmetern dann dafür für den starken Vincent Robinson Dennis Quandt gebracht, der die kommenden fünf Siebenmeter der Münsterer alle abwehrte.

Daniel Wernig ging selbst für die Münsterer auf das Feld. "Ich hatte Fehlwürfe, zwei verworfene Siebenmeter und drei technische Fehler", war das für ihn ernüchternde Fazit, "ich wollte meiner Mannschaft helfen und ihr Sicherheit geben und reihte mich da genauso ein". Der Trainer weiß, dass er derzeit nur vier Rückraumspieler zur Verfügung hat, will nun selbst wieder ins Training einsteigen und seine Mannschaft nun auch aktiv unterstützen: "Uns fehlt im Rückraum zum einen durch die Ausfälle Qualität, zum anderen haben die Spieler kein Selbstvertrauen." Das zeigte sich in der zweiten Hälfte, als den nun mehr immer verunsicherten Gastgebern nur noch fünf Tore gelangen und die Breckenheimer ihren Vorsprung mühelos zum sicheren Sieg ausbauten.

Münster: Thomas Bolling, Sven Müller; Klaudio Hranjec 3, Tim Kunz 3/3, Julian Schuster 2, Felix Ikenmeyer, Mario Gonzalez Borja, Sebastian Jacobi, Tim Klotz, Tom Gerntke je 1, Daniel Wernig, Jan Niklas Müller, Jan Fegert, Björn Heller. Breckenheim Wallau/M.: Vincent Robinson, Dennis Quandt; Philip Botzenhardt 4/4, Antonio Bogdanic, Tim Heuss je 3, Lukas Crecelius, Henry Gottron, Kenneth Fuhrig, Yannick Mrowietz je 2, Timo Mrowietz, Andre Avemann je 1, Paul Kaufmann, David Buckel, Paul Schäfer. vho

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