+
Blick zurück: Der ehemalige Regionalligaspieler Martin Ochmann aus Bad Homburg hat seine Karriere beendet.

Fußball Hochtaunus

Bye-bye Bubu

Mit Martin Ochmann beendete im Sommer ein Spieler seine Karriere, der im Hochtaunus-Fußball Spuren hinterlassen.

Eines der wichtigsten Spiele der vergangenen Jahre für die DJK Bad Homburg war gleichzeitig Martin Ochmanns letztes in seiner langen Karriere. Und „Bubu“, wie ihn alle schon seit ewigen Zeiten nennen, half als Mannschaftskapitän wesentlich mit, dass am 26. Mai dieses Jahres mit einem 2:1-Sieg gegen den SKV Beienheim der Klassenerhalt in der Gruppenliga Frankfurt West am letzten Spieltag doch noch geschafft wurde.

Für seinen Verein und ihn selbst wäre eine Niederlage ein Fiasko gewesen. Ein „Bubu“ Ochmann hört auf als Absteiger? Undenkbar. Aber beinahe passiert.

Ochmann ist in seiner langen Karriere mehrmals aufgestiegen, unter anderem mit der DJK zweimal. Einen noch größeren Rahmen hätte der Abwehrspieler zum Abschied deshalb verdient gehabt. Das Freundschaftsspiel der „Schwarzen“ gegen Eintracht Frankfurt am 4. Juli vor rund 4500 Zuschauern wäre eine passende Gelegenheit gewesen. Aber es sollte nicht sein. Ein lange geplanter Urlaub mit seiner Familie verhinderte das. Typisch Ochmann: Die Reise mit seinen Liebsten war ihm, der sich nicht darum reißt, im Mittelpunkt zu stehen, wichtiger.

Philipp Braun, eine der „Seelen“ des Kirdorfer Vereins, der dort seit Jahrzehnten wirkt, früher unter anderem als Jugendleiter und Jugendtrainer, war sein „Entdecker“, erzählt Ochmann. „Auch seine Frau Moni setzte sich für mich ein“, erinnert er sich. Braun begleitete seine ganze Laufbahn als Fußballer – von der E-Jugend bis heute.

„Ich hatte Philipp versprochen, meine Karriere bei meinem Heimatverein ausklingen zu lassen“, erzählt Ochmann. Er hat Wort gehalten. Erfolgreiche Jahre hat „Bubu“ auch in anderen Vereinen erlebt, nachdem er bei der DJK von Trainer Rainer Stumpf viel beigebracht bekommen habe. Zum Beispiel beim 1. FC Eschborn, mit dem er im Jahr 2003 von der Oberliga Hessen in die damals drittklassige Regionalliga Süd aufstieg und mit dem Underdog für die ein oder andere Überraschung sorgte. Auch wenn am Ende der Gang zurück in die Hessenliga stand mit dem inzwischen aufgelösten Verein, der später in große finanzielle Turbulenzen geriet.

Sieg vor 7500 Zuschauer

Für ihn unvergesslich ist der 3:1-Sieg, den Ochmann, der höherklassig auf der Außenbahn zum Einsatz kam, mit der Elf aus dem Main-Taunus-Kreis am Bieberer Berg feierte. Bei Kickers Offenbach, vor 7500 Zuschauern – Wahnsinn.

Hier im Hochtaunuskreis kennt ihn so ziemlich jeder, der sich für heimischen Amateurfußball interessiert ist. Kein Wunder: Sieben Jahre spielte Bubu Ochmann bei TuS Merzhausen, vier Jahre beim FSV Friedrichsdorf, zwischendurch auch beim 1. FC Oberursel. Auf dieser Leistungsebene war an ihm als Innenverteidiger und später auch „auf der Sechs“ nur schwer vorbeizukommen. Ochmann, auf den die Attribute ehrlich und verlässlich zutreffen, scheute keinen Zweikampf, bestach durch sein Stellungsspiel und seine Spielübersicht.

Auch heute noch – mit 41 Jahren – könnte er in der Gruppenliga sicher mithalten. Topfit ist er, macht nach wie vor das Trainingsprogramm der 1. Mannschaft mit. Bubu – sein Vater schon gab ihm diesen Spitznamen – möchte aber jetzt endlich sonntags mehr Zeit für seine Familie, also seine Frau und seine beiden Töchter, haben. Der Maschinenbau-Ingenieur will erst einmal Abstand gewinnen vom Ligabetrieb, schließt aber eine Tätigkeit als Fußballtrainer nicht aus.

Martin Ochmann – ein Leben lang ein Vollblutfußballer. Das kann man sich gut vorstellen. Wetten, dass man ihn irgendwo, irgendwann wieder auf dem grünen Rasen sehen wird, in welcher Funktion auch immer?

WOLFGANG KULLMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare