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Eine exzellente Technikerin: Celine Rumpf.

Das Interview

Celine Rumpf: Von Heringen über Florida nach Island

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Der TSV Heringen und die SG Heringen/Mensfelden scheinen eine regelrechte Geburtsstätte für überdimensional talentierte Fußballer zu sein. Mit Celine und Jan-Luca Rumpf hat es sogar ein Geschwisterpaar in den Profifußball geschafft. 

Jan-Luca Rumpf (20) ist Abwehrspieler beim Erstligisten SC Paderborn, Celine Rumpf (22) hat zuletzt in zwei Profi-Teams in den USA gespielt und wechselt in Kürze zu einem Zweitligisten auf Island.Mit Celine Rumpf, Profi-Fußballerin aus Heringen,  hat NNP-Sportredakteurin Marion Morello gesprochen.

Wo haben Sie das Fußballspielen gelernt?

Angefangen habe ich bei der SG Heringen/Mensfelden bei den Minikickern. Damals war ich sechs Jahre alt.

Schildern Sie bitte kurz Ihren sportlichen Werdegang?

Ich habe bis zur C-Jugend bei den Jungs der SG Heringen/Mensfelden gespielt und wurde währenddessen am DFB-Stützpunkt gefördert. Dort wurde einmal die Woche immer montags trainiert. Unter anderem habe ich damals zeitgleich bei den Mädchen des VfR Limburg 07 gespielt, später beim 1. FFC Runkel. Nach der C-Jugend habe ich mich dann dazu entschieden, zum SC 07 Bad Neuenahr in die U17-Bundesliga zu wechseln. Dies war eine reine Mädchenmannschaft, dort spielte ich bis 2013. Unter anderem besuchte ich dort für eineinhalb Jahre das DFB-Internat Calvarienberg. Zur Saison 2013/14 bin ich dann zum 1. FFC Frankfurt gewechselt. Dort gehörte ich der 2. Mannschaft an und konnte erste Erfahrungen in der 2. Bundesliga sammeln. 2015/16 gehörte ich dann dem Kader der 1. Mannschaft an.

Wohin führte Sie der Weg nach dem Abitur an der Tilemannschule?

Nach dem Abitur an der Tilemannschule hatte es mich in die USA verschlagen, um Studium und Fußball unter einen Hut zu bringen. Ich bekam die Möglichkeit, durch ein Sport-Stipendium beides zu kombinieren. Im Juli 2016 hat es mich dann in die USA verschlagen, wo ich ein Sport-Stipendium and University of Louisiana at Lafayette erhielt. Zum Spring Semester 2018 wechselte ich dann an die University of West Florida in Pensacola. In den Sommern 2017, 2018, 2019 gehörte ich unter anderem dem Kader des WPSL (Women's Professional Soccer League) Teams Pensacola FC an und konnte Erfahrungen abseits der College Liga sammeln. 2019 gelang es uns, den National Championship zu gewinnen. Das bedeutet, dass wir die Meisterschaft in ganz Nordamerika gewonnen haben.

Was arbeiten/studieren Sie?

Ich habe ein Bachelor of Arts Degree in Psychologie.

Und wie sehen Ihre Pläne für die nahe Zukunft aus?

Zur kommenden Saison habe ich einen Vertrag für Keflavik FC unterschrieben. Dies ist eine Zweitliga-Mannschaft auf Island. Die Saison beginnt voraussichtlich im Juni 2020. (Anm.d.Red.: falls es die Situation rund um die Pandemie zulässt). Darüber hinaus würde ich gerne meinen Master in Psychologie beginnen.

Welchen Stellenwert genießt Frauenfußball in den USA? Gibt es große Unterschiede zum Frauenfußball in Deutschland?

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass es einen höheren Stellenwert genießt als in Deutschland, aber man muss schon sagen, dass gerade der professionelle Frauenfußball mehr Medienrummel erfährt, gerade dadurch ist der Fußball auf dem College Level auch sehr gefragt.

Seit wann sind Sie aus den USA zurück in Heringen, und wie haben Sie die Pandemie in den Staaten erlebt?

Seit Ende März bin ich nun wieder zurück in Deutschland. Mein letztes Semester wurde auf Grund der Pandemie beträchtlich verkürzt. Die Pandemie hatte zu diesem Zeitpunkt erst begonnen, und daher habe ich nicht viel mitbekommen. Die Universitäten haben ziemlich zu Beginn entschieden, den Rest des Semesters online zu beenden, so konnte ich zeitnah zurück nach Deutschland. Die Flugsituation war allerdings durchaus kompliziert, da viele Flüge gestrichen wurden.

Fassen Sie eventuell eine Rückkehr in ein deutsches (Profi-) Team ins Auge?

Das ist auf jeden Fall etwas, was ich mir vorstellen kann und auch dementsprechend daraufhin arbeite werde. Jetzt liegt der Fokus aber erst einmal auf Island.

Haben Sie weitere Hobbys, und wie lassen sich diese in Ihren Alltag integrieren?

Meine Hobbys haben so ziemlich immer mit Fußball zu tun, da gibt es nicht viel anderes.

Ihr Bruder Jan-Luca ist Profifußballer beim Erstligisten SC Paderborn. Haben Sie Kontakt zueinander, und tauschen Sie Ihre Erfahrungen untereinander aus?

Ja, klar, wir stehen in ständigem Kontakt und tauschen uns aus und halten uns auf dem Laufenden.

Wer hat Ihnen beiden die tollen Fußball-Gene mitgegeben?

Mein Vater Stefan hat lange sehr gut Fußball gespielt, und auch vonseiten meiner Mutter Sabrina habe ich einige Gene mitbekommen. Mein Opa Günter Reichel war zudem ein sehr guter Spieler.

Vermutlich trainiert Jan-Luca inzwischen wieder sozusagen in Quarantäne mit seinem Team. Was halten Sie davon, dass die Bundesliga-Runde womöglich die Saison mit Geisterspielen fortsetzen wird?

Ich unterstütze die Entscheidung der DFL, sofern die Vorschriften eingehalten werden können.

Ängstigt Sie die momentane Situation, und was erwarten Sie von der Zukunft?

Die momentane Situation ist sicherlich nicht einfach, und ich denke, es ist normal, sich Gedanken zu machen in Zeiten wie diesen. Ich mache mir natürlich Gedanken, aber Angst habe ich nicht. Ich denke, es ist immer etwas nervenaufreibend, wenn man ein neues Kapitel in seinem Leben anfängt, aber es öffnet zu gleich viele neue Türen.

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