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Die Entscheidung seines Trainers hat ihn geschockt: Torwart Christopher Strauch. 

SV Rot-Weiß Hadamar

Christopher Strauch: "Die Mannschaft ist betroffen"

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Die Ereignisse haben sich am Dienstagabend beim Fußball-Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar überschlagen. Der erfolgreiche Trainer Torsten Kierdorf – seine Mannschaft ist aktuell Tabellenvierter mit 56 Punkten – hatte seinen Spielern zu Beginn des Trainings mitgeteilt, dass er mit sofortiger Wirkung zurücktreten wird (wir berichteten).

Die Gründe für Torsten Kierdorfs drastischen Schritt waren ganz offenkundig zwischenmenschliche Probleme mit einigen Präsidiumsmitgliedern. Doch die Verantwortlichen des Vereins hüllen sich noch in Schweigen.

Wie Rot-Weiß-Pressesprecher Hans Reichwein am Mittwoch auf Anfrage der Nassauischen Neuen Presse mitteilte, wird mit einer Stellungnahme vorerst nicht zu rechnen sein: „Eine grundsätzliche Stellungnahme des Präsidiums erfolgt nach Rückkehr der für die Abteilung Fußball zuständigen Präsidiumsmitglieder, die sich bis zum Wochenende im Urlaub befinden.“ 

Erreicht hat die Nassauische Neue Presse aber Roland Sehr, Abteilungsleiter Fußball. Zur aktuellen Situation etwas sagen, wollte er aber nicht: „Wir machen das zusammen, wenn die Urlauber zurück sind. Nur so viel vorab: Jonas Herdering und Ralf Schuchardt werden die Mannschaft auf die letzten beiden Spiele vorbereiten.“ Das sind die Hadamarer Auftritte am Sonntag bei der Spvgg. Neu-Isenburg und am Samstag, 25. Mai, beim Absteiger FC Ederbergland. Am Wochenende 18./19. Mai ist Hadamar spielfrei. 

Torsten Kierdorfs Co.-Trainer Ralf Schuchardt, der erst am Freitag aus London zurück sein wird, schilderte die Situation in der Kabine wie folgt: „Es war eine emotionale Ansprache von Torsten. Wir kennen uns schon sehr lange. Durch mein Engagement bei Hadamar entstand eine Freundschaft. Ich habe ihm viel zu verdanken. Die Zusammenarbeit war hervorragend. Jetzt ist es das Ziel, seine Arbeit mit zwei Siegen abzuschließen.“ 

Das will natürlich auch Torwart Christopher Strauch, einer der Führungsspieler im Team: „Die Mannschaft ist natürlich sehr betroffen, eine solche Entscheidung trifft man nicht jeden Tag, aber Torsten hat damit Größe bewiesen. Es war sehr emotional. Wir sind alle immer gut miteinander zurechtgekommen, haben oft miteinander kommuniziert. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass wir vielleicht die beste Hessenliga-Runde aller Zeiten spielen und diese mit eventuell 62 Punkten abschließen können, war das sehr überraschend. Das Donnerstagtraining werden Jonas Herdering, Robin Böcher und ich in die Hand nehmen, dann sehen wir weiter.“ 

Auch an Mannschaftskapitän Jonas Herdering sind die Ereignisse nicht spurlos vorüber gegangen. Er betont ebenfalls, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft „immer ausgesprochen gut“ gewesen sei. „Dass Torsten sich für einen Rücktritt entschieden hat, bedauert das ganze Team, da wir erfolgreich zusammengearbeitet haben und dabei noch viel Spaß hatten, mehr Punkte geholt haben als in den Jahren davor und mit den attraktvisten und schönsten Fußball der Liga gespielt haben. Das haben wir Torstens Arbeit und Engagement zu verdanken. Daher hätten wir gerne mit ihm weitergemacht.“ Zu den Beweggründen für Torsten Kierdorfs Rücktritt wollte Jonas Herdering nichts sagen, als Kapitän vertrete er nur die Mannschaft. „Es geht um Vorfälle zwischen Trainer und Präsidium und sportlicher Leitung.“

Nun bleibt zum einen abzuwarten, wie und wann sich das Präsidium nach der Rückkehr aus dem Urlaub zur aktuellen Situation äußern wird, und vor allem: wie es beim SV Rot-Weiß Hadamar weitergehen wird. Die Suche nach einem neuen Trainer für die Saison 2019/20 geht los – und es könnte zeitlich knapp werden.

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