Daniel Deußer in seinem Element. Er ist der derzeit weltbeste Springreiter.
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Daniel Deußer in seinem Element. Er ist der derzeit weltbeste Springreiter.

Reitsport

Daniel Deußer: Ein Kirberger reitet um Olympia-Gold

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
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Der Kirberger Daniel Deußer fliegt als Weltranglisten-Erster zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Bei den Springreitern geht er als Mitfavorit auf Gold in den Parcours.

Glücklicher könnte Daniel Deußer kaum sein. Der erfolgreiche Springreiter, dessen familiäre Wurzeln in der beschaulichen Hünfeldener Gemeinde Kirberg liegen, hat das Hauptspringen beim CHIO in Rotterdam/Niederlande auf seinem grandiosen Holsteiner Casallvano gewonnen. Das alleine wäre schon ein Grund zu überschwänglicher Freude gewesen. Aber dabei ist es nicht geblieben: Zugleich wurde der 39-Jährige vom Springausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert (siehe Info-Box auf dieser Seite). Noch dazu ist Daniel Deußer der Weltranglisten-Erste in der elitären Gesellschaft exzellenter Springreiter.

Für Daniel Deußer ist es die zweite Teilnahme an Olympischen Spiele. Auch vor fünf Jahren in Rio de Janeiro war er am Start gewesen und hatte mit der Mannschaft seinerzeit die Bronzemedaille gewonnen. Im Einzel hatte er sich einige Strafpunkte eingeholt und war auf Rang neun gelandet. In Tokio wird der Kirberger, der die deutsche Equipe anführt, im Einzel als Geheimfavorit und mit der Mannschaft beim „Nationenpreis“ auf den Parcours gehen - allerdings nicht auf Casallvano, auf dem er in Rotterdamm im Stechen unter anderem den Franzosen Kevin Staut und Angelie von Essen gewonnen hatte, sondern auf seinem zweiten Erfolgspferd, Killer Queen. „Als Nummer eins zu Olympia zu gehen, hört sich ein bisschen nach Favorit an, aber das ist gerade in unserem Sport nicht so einfach“, sagt Daniel Deußer. „Aber ich sehe eine gute Chance, vorne mitzumischen.“

Klar, dass das „Familien-Unternehmen“ Deußer dieser Tage aus dem zufriedenen Grinsen nicht herauskommt. Daniel Deußer ist der Neffe des ehemaligen Hessenmeisters Helge Deußer. Der Weltranglisten-Erste hatte sich schon in jungen Jahren zu Höherem berufen gefühlt. Mit 15 gewann er erstmals ein S*-Springen. Dann begann seine große Reise. Er absolvierte eine Lehre zum Pferdewirt im Stall von Siegfried Herröder, 2001 nahm er ein Angebot von Olympiasieger Franke Sloothaak an und arbeitete fortan als Bereiter in dessen Stall.

Der Erfolg sollte sich alsbald einstellen. Bereits ein Jahr später wurde der damals 19 Jahre alte Daniel Deußer Vierter mit der Mannschaft bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter und blieb im Visier der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Spätestens, als Daniel Deußer 2006 in den Stall von Jan Tops in die Niederlande wechselte, war sein Weg an die Weltspitze vorgezeichnet. MARION MORELLO

Daniel Deußer führt die Springreiter-Equipe an

Der Weltranglisten-Erste Daniel Deußer (Kirberg) wird die vierköpfige deutsche Springreiter-Equipe bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) anführen. Der Springausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) schickt Daniel Deußer mit Killer Queen, Christian Kukuk (Riesenbeck) mit Mumbai, Maurice Tebbel (Emsbüren) mit Don Diarado und André Thieme (Plau am See) mit Chakaria ins Rennen um die Medaillen. Das teilte die Reiterliche Vereinigung FN mit. In der Einzelentscheidung soll Daniel Deußer mit Christian Kukuk und André Thieme starten. Danach folgt die Mannschaftswertung (Nationenpreis), bei der - anders als zuletzt- nur drei Reiter/Amazonen pro Team zugelassen sind, ein Streichergebnis entfällt.

Die Pferde-Quarantäne vor dem Abflug wird vom 16. bis 24. Juli auf dem Gelände des Bundesstützpunktes in Warendorf durchgeführt. Die Springreiter-Wettkämpfe finden vom 3. bis 7. August statt. sid

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