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Solche Szenen wird es nicht mehr geben: Maziar Namavizadeh läuft im schwarzen Vatanspor-Trikot einem Gegenspieler weg. Foto: Storch

Fußball, Gruppenliga

Torjäger Namavizadeh hat Vatanspor Bad Homburg schon wieder verlassen

Fußball Der als Neuzugang gefeierte Maziar Namavizadeh hat den TSV Vatanspor in Richtung Neu-Isenburg verlassenDas ist ein herber Rückschlag für Vatanspor Bad Homburg direkt vor dem Beginn der Fußball-Saison. Was die Sportliche Leitung des TSV und Namavizadeh selbst zu seinem plötzlichen Weggang sagen.

Bad Homburg.Er galt als der aufsehenerregendste Neuzugang unter den Fußballmannschaften im Hochtaunuskreis. Maziar Namavizadeh schoss vor vier Jahren den TSV Vatanspor Bad Homburg mit 29 Toren erstmals in die Verbandsliga hoch. Aus dieser ist der Verein im Frühjahr wieder abgestiegen. Namavizadeh hingegen stieg weiter auf, bis in die Regionalliga zum FSV Frankfurt. Als Fußball-Profi schoss der 25-Jährige zuletzt für Oberligist SV Röchling Völklingen seine Tore, ehe der wieder eingestiegene TSV-Manager Hüseyin Güven seinen "Ziehsohn" von einer Rückkehr nach Bad Homburg überzeugen konnte.

Doch aus dem, für einen Siebtligisten einigermaßen spektakulären Wechsel wurde ein Intermezzo. Wie der TSV Vatanspor der Taunus Zeitung mitteilte, zieht der 25-jährige Iraner kurz vor Saisonbeginn zum SV Pars Neu-Isenburg, einem Verein iranischer Prägung, der in der Gruppenliga Frankfurt Ost antritt. Pars ist der historische Name für Persien.

Güven zeigt sich enttäuscht über diesen Verlust, hat aber gewisses Verständnis für die Entscheidung des Spielers: "Mazi hat sich nach beruflichen Perspektiven orientiert. Die konnten wir ihm zwar auch bieten, aber er hat sich anders entschieden", kommentiert der Sportliche Leiter. Nicht ganz so positiv bewertet Yasin Bozdag aus dem Vorstand des Vereins, der Güven bei der Zusammenstellung einer komplett neuen Mannschaft unterstützte, den schnellen Abgang des Torjägers. "Wir wollten bei unserem Neuaufbau Spieler mit gutem Charakter. Ein Mann - ein Wort, das soll bei uns gelten. Das hat der Spieler leider nicht eingehalten", sagt Bozdag. Was er noch hinterherschiebt: "Der SV Pars Neu-Isenburg hat sich hier korrekt verhalten. Dem Verein machen wir keinen Vorwurf."

Namavizadeh, der in der vergangenen Saison in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar auf zehn Tore und acht Torvorlagen in 21 Spielen kam, erläutert auf Anfrage der TZ die Gründe für seinen abermaligen Vereinswechsel: "Vatanspor hat sich zwar um einen Ausbildungsplatz bemüht, aber es lag noch kein schriftlicher Vertrag oder feste Zusage vor. Da konnte mir Pars Neu-Isenburg schon eine konkrete Zusage einer Ausbildungsfirma geben. Ich muss in dieser Situation an meine Zukunft denken. Allein aus diesem Grund bin ich ja auch von der Regionalliga in die Gruppenliga gewechselt, da mein Hauptgewicht auf der beruflichen Zukunft liegen soll."

Arbeiten und Tore schießen, so soll für Namavizadeh künftig die Kombination lauten. Auf den TSV Vatanspor kommt jetzt nochmals viel Arbeit zu, um die Mannschaft mit Torgefahr zu versehen. Intern kann der Abgang nur im Kollektiv ersetzt werden, aber vielleicht zaubern Güven und Bozdag demnächst ja noch ein Ass aus dem Ärmel. Auszuschließen ist das bei den Fußball-Machern aus dem Sportzentrum Nord-West jedenfalls nie.

Am ersten Gruppenliga-Spieltag am Wochenende ist der TSV Vatanspor übrigens das spielfreie unter den 17 Teams. Stattdessen tritt die Mannschaft von Trainer Necip Incesu am Sonntag um 15 Uhr im Kreispokal beim A-Ligisten 1. FC 04 Oberursel an (siehe auch unten stehender Text).

Die interessanteste Partie aus Sicht der Anhänger des Hochtaunus-Fußballs dürfte das Derby zwischen Aufsteiger SF Friedrichsdorf und dem 1. FC-TSG Königstein sein. Zur Neuauflage des Kreispokalfinales kommt es im Friedrichsdorfer Sportpark am Sonntag um 15 Uhr. Das Endspiel an Christi Himmelfahrt hatten die Sportfreunde mit 3:0 gewonnen und sich damit erstmals den Pokal gesichert.

Weiterhin genießen die Usinger TSG (gegen Aufsteiger FC Karben) und der FC Neu-Anspach (gegen den SC Dortelweil) zur gleichen Zeit Heimrecht. Bereits am heutigen Samstag spielt die DJK Bad Homburg um 17 Uhr bei der Spvgg. Oberrad. Der FSV Friedrichsdorf muss am Sonntag erst um 18 Uhr bei Fast-Aufsteiger FG Seckbach ran.

WOLFGANG KULLMANN

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