Radball

So darf es in Malaysia weitergehen

Das war wichtig. Mit einen 6:1-Sieg ist der Ginsheimer Radballer Roman Müller mit seinem Partner Jens Krichbaum erfolgreich in die Hallenradsport-Weltmeisterschaft gestartet. In Johor Bahru, Malaysia, schlug das Duo, das erst seit diesem Jahr zusammen für den SV Eberstadt antritt, gestern Abend Tschechien.

Von STEFAN THOMÉ

„Das lief besser als erwartet“, sagte Müller. Immerhin ging es gegen den Weltmeister von 2008, Radim Hason, und Jiri Hrdlicka. „Die erste Halbzeit war richtig gut“, sagte Müller, während Bundestrainer Jürgen King kommentierte: „Da hatten wir etwas Glück, dass die ersten Torschüsse gepasst haben und wir schnell vorn lagen.“

Das Glück im ersten Spiel bei der Hallenradsport-WM in Malaysia war mit offensivem Spiel erarbeitet. Mit 4:0 ging es nach sieben Minuten in die Halbzeit. „Danach ist es nicht mehr ganz so gut gelaufen“, gibt Müller zu. „Wir haben unsauber gespielt.“ Das Duo setzte auf Sicherheit und viel Ballbesitz. Eigentlich wollten die „Transformers“, wie sich das Gespann nennt, nicht in die Verlegenheit eines Zeitspiels geraten. Doch dazu kam es öfter, als ihnen lieb war. „Wir waren zu zögerlich, wollten kein Risiko eingehen. Da hat der Druck gefehlt“, analysierte Jens Krichbaum. „Das ist nicht unser Stil, wir versuchen immer nach vorn zu gehen.“

Sicherheitist das A und O

Den Auftaktsieg dürfe man nicht überbewerten. „Wir wissen nicht, was die Tschechen wirklich gezeigt haben“, gibt Müller zu bedenken. Außerdem: Alle Spiele in der Gruppenphase zählen nicht mehr, wenn es in die K.o.-Runde geht. Selbst als Vorrundensieger kann man am Ende mit leeren Händen dastehen, während theoretisch der Vorletzte über die Lucky-Loser-Runde bis ins Finale vordringen kann. Bundestrainer King ist zuversichtlich: „Sicherheit ist das A und O, das war schon in Ordnung, was Jens und Roman im zweiten Durchgang gemacht haben. Ihr einziger Fehler führte zum Gegentreffer.“ In diesem Lob steckt die Mahnung, es mit dem Offensivdrang nicht zu übertreiben. Aus Kings Sicht ganz wichtig: „Die Abgaben müssen passen, dürfen nicht an die Bande, sonst ist der Ball weg. Das ist den Tschechen dreimal passiert, uns nur einmal.“

Der 33-Jährige Müller bestreitet seine zweite WM, wurde 2011 zusammen mit Marco Rossmann in Japan Dritter. Jens Krichbaum ist zum dritten Mal bei einer WM, gewann mit Müllers vorherigen Partner Rossmann 2012 Bronze und 2013 Silber.

Am heutigen Samstag geht es um kurz vor zwölf Uhr Ortszeit (5 Uhr MEZ) gegen den mehrfachen Weltmeister Altdorf/Schweiz. Gegen 15 Uhr (8 Uhr MEZ) folgt mit Titelverteidiger Höchst (Österreich) der nächste Hammer. „Wir haben beim Drei-Nationencup, der WM-Generalprobe, gegen beide Teams gespielt“, berichtet King. Gegen Belgien (9.50 Uhr) sowie Frankreich (12.40 Uhr) müssen Pflichtsiege her.

Den ersten Titel für Deutschland holte gestern das Zweier-Kunstradduo André und Benedikt Bugner (Klein-Winternheim) vor Robert Schmidt und Stefanie Dietrich (Schleißheim/München).

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