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Punktlandung: FC Waldbrunn und RSV Weyer retten sich

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Von: Marion Morello

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Erlösung vor fast 500 Zuschauern in Fussingen: Doppeltorschütze Lukas Steioff (links) und Moritz Steinhauer schreien sich die Freude aus dem Leib.
Erlösung vor fast 500 Zuschauern in Fussingen: Doppeltorschütze Lukas Steioff (links) und Moritz Steinhauer schreien sich die Freude aus dem Leib. © Fabian Höhn

Das nennt man „Rettung in letzter Sekunde“. Sowohl der FC Waldbrunn als auch der RSV Weyer haben den Klassenerhalt in der Fußball-Verbandsliga Mitte geschafft.

Dramatik pur in Fussingen und Marburg: Am letzten Spieltag der Fußball-Verbandsliga Mitte musste der FC Waldbrunn „nur“ noch gegen den Tabellenletzten, FC Gießen 2, gewinnen, um sich zu retten. Nach sieben Minuten führte die Elf von Steffen Rücker und Daniel Erbse mit 2:0, Gießen glich aus, und der FC gewann noch 4:2. Fast noch dramatischer verliefen die letzten 92 Liga-Minuten für den RSV Weyer. Das Team von Trainer Frank Wissenbach war stark in die Saison gestartet, rutschte dann aber immer weiter ab. Zum Finale mussten die Weilersberger zum VfB Marburg (5.) und lagen bis zur 92. Minute nicht nur zurück, sondern auch auf einem Abstiegsplatz. Dann verwandelte Marvin Kretschmann einen Handelfmeter und schoss den RSV Weyer in den siebten Fußball-Himmel. Fantastisch hatten die in den Abstiegskampf verwickelten Teams gekämpft. Der FC Cleeberg krönte seinen unfassbaren Endspurt mit einem 6:1-Erfolg bei der Spvgg. Eltville, steigt aber dennoch ab. Und wer hätte gedacht, dass der SC Waldgirmes 2 gegen den Meister TSV Steinbach 2 4:3 gewinnen würde? Ergo: Gießen 2, Schwanheim, Bauerbach und Cleeberg müssen zurück in die Gruppenliga. mor

FC Waldbrunn – FC Gießen 2 4:2 (2:1). Das „Endspiel“ begann mit einem doppelten Paukenschlag: Lukas Steioff (6.) und Eric Böcher (9.) brachten die Waldbrunner früh mit einem scheinbar beruhigendem 2:0 in Führung. Doch dann kam plötzlich wieder Spannung auf: Leon Schmitt verschätzte sich folgenschwer bei einem eigentlich harmlosen Ball, so dass Mathay Arslan ins leere Tor zum 2:1 einschieben konnte (23.). Nach Flanke von Lukas Scholl hatte Mustafa Metovic das 3:1 auf dem Fuß, doch der Ball rutschte ihm über selbigen (26.). Kurz darauf rettete Keeper Vitali Caevdari glänzend gegen Thomas Weinand (30.). Auf der anderen Seite sorgte ein hoher Ball für Unruhe in der FCW-Defensive, Justin Jordaneks Kopfball verfehlte aber das Tor (36.). Dann der Schock: In der 55. Minute zeigte Schiedsrichter Marcel Rühl auf den Waldbrunner Punkt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Luca Schneider zum 2:2. Nun stieg die Anspannung ins Unermessliche. Glücklicherweise sorgte Lukas Steioff nur fünf Minuten später mit einem Gewaltschuss für das so wichtige und schnelle 3:2 (60.) und unbändigen Jubel bei den 480 Zuschauern. Die Westerwälder waren bemüht, noch einmal nachzulegen. Arne Breuers Direktabnahme landete aber über dem Kasten (69.). In der 81. Minute zeigte Rühl erneut auf den Punkt – diesmal aber auf den der Gießener. Lukas Scholl verwandelte souverän und traf damit endgültig zum Klassenerhalt. Der FC Waldbrunn spielt auch im nächsten Jahr wieder in der Verbandsliga Mitte. höh

Waldbrunn: Schmitt, Böcher, Form, Neuhof, Kostadinov, Metovic (45. Breuer), L. Scholl, Rücker, Horn, Steioff (89. Mo. Steinhauer) – Gießen: Ceacdari, Birol, Fischbach, Schneider, Erdem, Jordanek, Arslan, Mazitov, Gebauer, Parson, Litzinger – Tore: 1:0 Lukas Steioff (6.), 2:0 Eric Böcher (9.), 2:1 Arslan (23./FE), 2:2 Schneider (55.), 3:2 Lukas Steioff (60.), 4:2 Lukas Scholl (81./FE) – Zuschauer: 480.

VfB Marburg – RSV Weyer 1:1 (1:0). Trotz eher offensiv ausgerichteter Aufstellung agierte der RSV aus einer kontrollierten Defensive heraus. Nicht verwunderlich, musste auf den anderen Plätzen doch einiges schief gehen, um die Weyerer bei einem Punktgewinn noch in den Abgrund zu schicken. Marc Sawall vertrat seinen Bruder in der Abwehr, hatte seine Mannen gut im Griff und ließ so gut wie keine Chance zu. So musste ein Distanzschuss (43.) von VfB-Teamkapitän Artur Besel herhalten, um die Mittelhessen in Führung zu bringen, was gleichzeitig den Halbzeitstand bedeutete. Mit Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz war man in Durchgang zwei gezwungen, mehr für die Offensive zu tun. Dies wurde auch gut umgesetzt, und die Chancen der Weilersberger häuften sich. Nach 67 Minuten zappelte der Ball tatsächlich auch im Netz der Marburger, der Schiedsrichter hatte aber zuvor ein Handspiel von Andi Petri erkannt. Kurz vor Schluss setzte Frank Wissenbach alles auf eine Karte, löste die Defensive quasi auf und brachte mit Youngster Feix Jilke einen weiteren Angreifer. Der Mut wurde schließlich belohnt. Mit Beginn der Nachspielzeit gab es erneut ein regelwidriges Handspiel im Strafraum des VfB, diesmal jedoch von einem Verteidiger. Marvin Kretschmann zeigte keine Nerven und schoss den RSV in buchstäblicher letzter Sekunde zum Klassenerhalt. tbr

Marburg: Purbs, Novakov, Besel, Lehr, Kamara, Völk, Schmidt, Preisig, Schall, Stein, Schoch – Weyer: Kohlhepp, Orani, Schutzbach (85. Jilke), Sawall, Seibel, Schmidt, Kissel, Petri, Stillger, Kretschmann, Ulm (55. Becker) – Tore: 1:0 Artur Besel (43.), 1:1 Marvin Kretschmann (90./HE) – Zuschauer: 100.

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