Das einst so erfolgreiche Sextett, das künftig nicht mehr zusammen antreten darf (von links): Christian Schneider, Ingo Voss, Tobias Schneider, Mathias Stockhofe, Markus Grothe und Björn Fröhlich Wagenbach. FOTO: TuS Kriftel
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Das einst so erfolgreiche Sextett, das künftig nicht mehr zusammen antreten darf (von links): Christian Schneider, Ingo Voss, Tobias Schneider, Mathias Stockhofe, Markus Grothe und Björn Fröhlich Wagenbach.

Tischtennis, Oberliga

Das Sextett geht getrennte Wege

  • Harald Joisten
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Herren der TuS Kriftel müssen mit vier Spielern antreten

Kriftel -Über Jahre hinweg waren sie ein eingeschworener Haufen. Eine Einheit, die sich seit der Jugend kannte, bei Wettkämpfen von ihrem großen Zusammenhalt profitierte und auch abseits der Tischtennis-Platten zu Freunden wurde. "Der Teamgeist hat uns so stabil gemacht, er hat uns getragen", sagt Ingo Voss über seine Mannschafts-Kollegen der TuS Kriftel. Obwohl in den nationalen Einzel-Ranglisten (TTR) kaum einer in den vorderen Bereichen stand, schafft es die Truppe seit vielen Jahren, sich in der Oberliga Hessen zu behaupten - teils sogar im Spitzendrittel.

Vor dem neuen Saisonstart Mitte September gibt es jedoch Zweifel, ob die lange Erfolgsserie fortgesetzt werden kann. Das verschworene Sextett wurde unfreiwillig getrennt. Der Deutsche Tischtennis-Bund hat die weitreichende Regeländerung beschlossen, dass in der Oberliga nur noch vier statt sechs Spieler pro Team eingesetzt werden dürfen. "Der Frust ist groß. Das tut uns ganz weh", sagt Ingo Voss. Der bisherige Kapitän ist selbst ein Opfer der Regeländerung. Der 32-Jährige rutscht nach elf Jahren aus dem Oberliga-Kader und tritt nun für die zweite Krifteler Mannschaft in der darunter angesiedelten Hessenliga an.

Es wird schwer für

das Oberliga-Team

"Zu sechst sind die Stimmung und auch der Spaß natürlich größer als zu viert", betont Voss. Er befürchtet eine knifflige Saison für die alten Kollegen. "Ich denke, es wird schwer für die Jungs in der Oberliga." Denn: Kriftel hält an seiner Maxime fest, keine Spieler einzukaufen. Wenn sich nun Gegner mit hochwertigen Spielern verstärken, hat das in einem Quartett prozentual einen größeren Einfluss als wenn die Teams noch aus sechs Spielern bestehen würden.

Für Voss ist es ein Einschnitt. 2008 kam er zur TuS Kriftel und rückte 2010 in den Oberliga-Kader auf. Schnell wurde er Kapitän. 2017 gelang dem Team sogar als Meister der Aufstieg in die Regionalliga. Voss: "Auch damit hatte keiner gerechnet." Zwar konnte der direkte Wiederabstieg nicht vermieden werden. Ansonsten konnte immer die Klasse in der Oberliga gehalten werden - mehr als ein Achtungserfolg. In der vergangenen Saison, die nach zwei Spieltagen vorzeitig wegen Corona abgebrochen wurde, lagen die Krifteler mit 3:1 Punkten auf Rang drei unter zehn Teams.

Nun bleiben also vier Spieler übrig, die den Erfolgsweg weiterführen möchte: Björn Fröhlich Wagenbach, Mathias Stockhofe (beide seit 2005 in Kriftel) sowie Christian Schneider (2012) und Tobias Schneider (2016). Acht Einzel und zwei Doppel werden pro Spieltag ausgetragen.

Das Training wird langsam wieder hochgefahren in dem großen Verein, der alleine neun Herren-Teams besitzt. "Noch läuft das Training etwas schleppend an. Manche Leute haben vielleicht auch wegen Corona etwas den Zug verloren. Aber die Sommerpause geht ja auch sonst in normalen Zeiten von April bis August, es wird also bald wieder anziehen", meint Voss.

In der Oberliga wird Kriftel dann keineswegs zu den Favoriten. Aber das kennen sie ja schon in gewisser Weise. Harald Joisten

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