Fußballspiele sind für Kinder auf Sportplätzen wieder möglich.
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Fußballspiele sind für Kinder auf Sportplätzen wieder möglich.

Amateurfußball

Das sind die neuen Corona-Regeln für Fußballer

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Wer nicht älter als 14 Jahre ist, darf in seinem Verein wieder in Mannschaftsstärke kicken. Für ältere Spieler gelten strengere Auflagen.

Hochtaunus -Darauf haben Tausende von Kindern, Eltern, Trainern, Betreuern und Vereinen sehnsüchtig gewartet: Kinder bis 14 Jahre (C-Junioren) dürfen sich ab sofort wieder auf dem Sportplatz austoben, ältere Spieler/innen müssen sich mit dem Gruppentraining noch ein wenig gedulden.

Die Lockerungen sind abhängig von der Inzidenz. In Hessen lag dieser Wert gestern bei 68. Es gilt der Durchschnittswert des Bundeslandes. Dass etwa in Offenbach mittlerweile wieder ein Wert von über 100 erreicht wird, verhindert keinen Kinder-Freiluftsport in dieser Stadt.

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hat jetzt in einer zweistündigen Online-Infoveranstaltung die Vorgaben präzisiert. Verbandsmann Frank Illing, dessen Vortrag mehr als 550 Vereinsvertreter online verfolgten, fordert die hessischen Fußballvereine auf, die Hygienemaßnehmen sehr ernst zu nehmen und grobe Verstöße zu melden: "Sonst ist der Fußball schnell wieder zu." Bei einer Inzidenz von über 100 in Hessen müssten die Öffnungen wieder zurückgenommen werden.

Was gilt ab dieser Woche? Fußball kann auf Sportanlagen lediglich alleine, mit dem eigenen Hausstand oder mit einem weiteren Hausstand bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen stattfinden. Dazugehörige Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren - also bis zum 15. Geburtstag - bleiben davon unberücksichtigt.

"Darüber hinaus sind nun auch Mannschaftssportarten in Kleingruppenformaten von bis zu fünf Personen aus zwei Hausständen zulässig, wenn diese sich während der Sportausübung mindestens in drei Meter voneinander entfernten Bereichen aufhalten und keine Durchmischung der einzelnen Gruppen erfolgt", heißt es in der HFV-Mitteilung.

Frank Illing präzisiert: "Die Clubs sind dazu aufgefordert, nicht mehr als vier stabile Zweiergruppen auf einem Platz zu verteilen und so die Abstände einzuhalten."

Der Trainingsbetrieb müsse so organisiert werden, dass jederzeit, auch vor und nach der Trainingseinheit, eine Trennung der Kleingruppen und Betreuer/Eltern gewährleistet werden könne. Dies schließe wartende Eltern und Betreuer mit ein. Illing rät: "Vor der Sportanlage bitte keine Kaffeekränzchen der Eltern!" Kabinen, so seine Empfehlung, sollten geschlossen gehalten werden. Für Clubheime gilt dies ohnehin verbindlich.

Darf Fußball nur kontaktlos gespielt werden? Kindern bis 14 Jahre (bis zum 15. Geburtstag) ist - unabhängig von der Zahl der Hausstände - Sport im Freien in Gruppen unabhängig von der Personenzahl erlaubt. Fußball ist für diese auch mit Kontakt wieder möglich - selbst mit Gastkindern.

Was gilt für Spieler über 14 Jahre? Spieler/innen, die noch nicht 15 Jahre alt sind, dürfen trainieren. Diejenigen, die schon ihren 15. Geburtstag erlebt haben, sind laut Landesverordnung ausgeschlossen.

Sind Spiele für Kinder bis 14 Jahre erlaubt? Es wird ausdrücklich empfohlen, keine Pflicht- oder Freundschaftsspiele auszutragen, sondern nur Mannschaftstraining zu betreiben. Dabei sollten höchstens zwei Trainer/innen ein Kindertraining leiten, am Trainingsspiel aber teilnehmen.

Welche Regelungen gelten für Trainer und Betreuer? Pro Mannschaft dürfen bis zu zwei Personen (Trainer/Betreuer) anwesend sein. Eltern sollten ihre Kinder zum Training "abgeben" und sich während des Trainings nicht auf dem Sportgelände aufhalten. Es gelten diesbezüglich die allgemeinen Kontaktverbote laut Verordnung. Gruppenbildungen ohne Abstand sind untersagt. Trainingsteilnehmer und Begleiter müssen zu möglicher Nachverfolgung dokumentiert werden.

Gilt nach wie vor das Hygienekonzept? Ja, der Sportbetrieb ist grundsätzlich nur unter Anwendung eines geeigneten Hygienekonzepts und einer entsprechenden Wegeführung möglich. Das im Juli vom HFV erarbeitete Konzept erfüllt alle Voraussetzungen.

Dürfen Umkleiden und Duschen genutzt werden? Nur in den zulässigen Gruppen und Abständen zueinander. Der HFV empfiehlt aber, auf die Nutzung von Umkleiden und Duschen zu verzichten.

Was ist beim Zugang zur Sportanlage zu beachten? Gemäß Landesverordnung ist die Öffnung der Sportanlagen nur zulässig, sofern Besucher allein oder in zulässigen Gruppen (fünf Personen aus maximal zwei Haushalten) eingelassen werden. Einzelne Besucher oder zulässige Gruppen dürfen sich gleichzeitig nur in verschiedenen, zumindest drei Meter voneinander entfernten Bereichen aufhalten.

Der HFV empfiehlt eine Kenntlichmachung der Grenze zur Sportanlage mit Absperrband und/oder Warnschild. Auch sollten ausreichend Warnschilder auf die zulässigen Gruppen mit Drei-Meter-Abstand hinweisen. Jeder Verein ist gefordert, eine für seine Sportanlage konforme Lösung zu finden.

Ist auf der Sportanlage Mund-Nasen-Schutz zu tragen? Auf stark frequentierten Plätzen und Flächen unter freiem Himmel ist Mund-Nasen-Schutz zu tragen, falls dort das durchgängige Einhalten von 1,5 Meter Mindestabstand zu Personen anderer Hausstände nicht gewährleistet werden kann. Das betrifft auch Parkplätze. Grundsätzlich sollte der Zugang zur Sportanlage vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung - im Idealfall eine medizinische Maske - abhängig gemacht werden. Spieler können den Mund-Nasen-Schutz mit Betreten des Platzes in einer gesonderten Zone ablegen.

Gibt es Zugangskontrollen an Sportanlagen? Der Zugang zu Sportanlagen und Trainingsbetrieb muss so organisiert sein, dass jederzeit, auch vor und nach dem Training, eine Trennung der Kleingruppen und deren Betreuer/Eltern gewährleistet werden kann. Dies schließt wartende Betreuer/Eltern ein.

Wer ist für die Öffnung der Sportplätze zuständig? In der Regel ist derjenige zuständig, der die Sportstätte unterhält oder sie betreibt, also im Normalfall die Kommune. Bei vereinseigenen Sportstätten sind die Vereine zuständig. Wenn das Land Hessen durch die Verordnung die Wiederaufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebs ermöglicht, bedarf es grundsätzlich keiner weiteren Regelung durch Kommunen in Hessen; es sei denn, es handelt sich um eine kommunale Sportstätte. Kommunale Behörden vor Ort können aber jederzeit dafür sorgen und kontrollieren, dass alle Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingehalten werden. (mor/fr/red)

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