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Aus Nippon ins Königsteiner Tor: Takumi Sugiura ist einer von vier japanischen Spielern beim 1. FC-TSG.

Fußball, Hochtaunus

Wie es dazu kommt, dass vier japanische Spieler für den 1. FC-TSG Königstein kicken

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Sie heißen Sugiura, Hasegawa, Shimoda und Nagayoshi und kicken beim Fußball-Gruppenligisten 1. FC-TSG Königstein. Die Kontakte in den Taunus stellt ein Ex-Profi her.

Schau an, der 1. FC-TSG Königstein. Drei Spiele sind in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West ins Land gegangen, und die Mannschaft von Trainer Bayram Mechmet tummelt sich ungeschlagen in der erweiterten Spitzengruppe. „Ja, es läuft richtig gut“, freut sich Königsteins Sportlicher Leiter Till Sommerfeld. Immerhin seien die bisherigen Gegner ja auch allesamt vor der Saison hochgewettet worden: Aufsteiger SF Friedrichsdorf (gegen den Königstein 1:1 spielte) ebenso wie der SKV Beienheim (2:1 für den 1. FC-TSG) und Vorjahres-Vize FG Seckbach (2:2).

„Blieb in unserem ersten Jahr auf dem Weg zum angestrebten Klassenerhalt das Fußballerische manchmal noch etwas auf der Strecke, so haben wir jetzt“, beobachtet Sommerfeld, „spielerisch enorm zugelegt und können eigentlich gegen jeden in dieser Liga auch gewinnen.“ Ebenso habe allerdings aus seiner Sicht auch die gesamte Spielklasse gegenüber dem Vorjahr „nochmal einen Tick zugelegt, so dass es für uns ein toller Erfolg wäre, wenn wir uns über die gesamte Runde hinweg von den Abstiegsrängen fernhalten könnten“.

Dass die Königsteiner spielerisch zugelegt haben, kann man nicht zuletzt auch an einem japanischen Quartett festmachen, das über die ausgezeichneten Kontakte zum letztjährigen Königsteiner Spieler Takayuki Omi seinen Weg zum 1. FC-TSG gefunden hat. Omi, vor 36 Jahren im japanischen Otsu geboren, hatte vor seiner Zeit in Königstein als Profi unter anderem in Neuseeland für Young Heart Manawatu und Auckland City sowie für Sydney Olympic (Australien) und Air India FC (Indien) gespielt.

Sommerfeld erläutert: „Taka arbeitet nun als Spielervermittler und hat auch nach seiner Zeit bei uns als Spieler den guten Kontakt zu unserem Trainer aufrechterhalten. Er sieht es quasi als Freundschaftsdienst gegenüber uns an, junge, talentierte Spieler aus Japan im Anschluss an die Schulzeit nach Deutschland zu vermitteln. Dabei kümmert er sich hier um ihre Unterbringung, vermittelt Sprachschulungen, sorgt sich ums Berufliche, um Wohnungen – um alles Administrative.“

Die Verständigung im Training oder im Spiel sei laut Sommerfeld kein Problem: „Ich schmeiß’ mich regelrecht weg, wie schnell die Jungs die deutsche Sprache erlernen. Englisch ist natürlich eine gute Alternative, wobei aber die meisten Fußballbegriffe ja international sind.“ Und wenn alles nichts hilft, „dann greift uns eben Toshitake Tanaka, der Co-Trainer unserer A-Jugend, unter die Arme und löst allerletzte Verständigungsprobleme“.

Und so darf man gespannt sein, wie sich Königsteins Nippon-Quartett vom jüngsten, höchst achtbaren 2:2 gegen die FG Seckbach – also Torwart Takumi Sugiura sowie die Feldspieler Yuuki Hasegawa, Kaito Shimoda und Seichi Nagayoshi – am morgigen Samstag (17.30 Uhr) im Gastspiel beim noch sieglosen Verbandsliga-Absteiger TSV Vatanspor Bad Homburg schlagen wird. „Alle vier sind jung, ungemein gescheit, lernwillig und wissbegierig – und passen damit super in unser Anforderungsprofil, wollen wir doch verstärkt auf junge Spieler setzen“, sagt Sommerfeld und denkt dabei auch an Stürmer Aaron Schlünz sowie Mittelfeldspieler Jonas Löffler. Zwei, die es aus seiner A-Jugend in den Gruppenliga-Kader gepackt haben.

Das Topspiel steigt in Oberrad

Das Spitzenspiel steigt aber am Sonntag (15 Uhr) zwischen der Spvgg. Oberrad (3.) und dem FSV Friedrichsdorf (2.). „Eigentlich haben wir gegen Oberrad immer gut ausgesehen“, sagt FSV-Trainer Metin Yildiz. Seinen Kollegen Gültekin Cagritekin kenne er schon seit einer halben Ewigkeit: „Bestimmt schon seit 25 Jahren. Ich hatte damals in der A-Jugend des FSV Frankfurt gespielt, der Gülte war dort ein Jahrgang über mir.“ Während Yildiz in der Offensive wirbelte, hielt Cagritekin als Verteidiger hinten den Laden dicht.

„Gülte ist ein ganz feiner Kerl. Er leistet dort tolle Arbeit. Zusammen mit Usingen ist Oberrad mein Titelfavorit.“ Beim 2:1-Auftaktsieg gegen die DJK Bad Homburg konnte Yildiz den sonntäglichen Gastgeber unter die Lupe nehmen: „Ich glaube, es wird in diesem Jahr noch schwieriger, Tore gegen Oberrad zu erzielen. Erst recht auf deren kleinem Kunstrasen.“ Bangen muss Yildiz um „Maxi“ Zymolka (Oberschenkelverhärtung), Pascal Schleiffer (sein verstauchter Zeh plus Bluterguss ließe sich „höchstens mit Tape und Schmerzmittel einsatzfähig machen“) und Patrick Bussian (Kapselverletzung). Dafür ist Torjäger Francesco Marino aus dem Urlaub zurück.

Weitere Gruppenliga-Spiele mit Taunus-Beteiligung: SC Dortelweil – DJK Bad Homburg, SF Friedrichsdorf – TSG Niederrad, Usinger TSG – Spvgg. Fechenheim (alle Sonntag, 15 Uhr).

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