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Justus Peuser (l.) war einer der überragenden Spieler beim Final Four um den deutschen Jugendpokal in Kronberg.

Jahresrückblick 2019, Ballsportarten

Von DBB-Pokalsiegern und Fast-Absteigern - das Sportjahr im Taunus

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Was sich in den Ballsportarten im Taunus ereignete (mit Ausnahme des Fußballs): Der persönliche Jahresrückblick von TZ-Sportchef Thorsten Remsperger.

Hochtaunus.Es sind die Momente, in denen es ums Gewinnen und Verlieren geht in entscheidenden Spielen, die von einem ganzen Sportjahr im Gedächtnis haften bleiben. Einen solchen erlebte ich am Nachmittag des 26. Mai nicht live mit, der Redaktionsalltag hielt mich wieder mal gefangen. Aber das blinkende Handy verriet mir, dass gerade etwas Großes geschieht. Der Kollege Gerhard Strohmann schickte mir eine SMS aus der Sporthalle der Altkönigschule in Kronberg. Darin stand: "Zur Pause führen die MTV-Youngster gegen Alba Berlin mit 41:25." Es folgten drei Ausrufezeichen.

Optimal für den Verein und die Taunus Zeitung. Denn als Kronbergs Korbjägervon Headcoach Miljenko Crnjac dann mit dem 78:69-Sieg einen der größten Erfolge der Vereinshistorie perfekt gemacht hatten, den Gewinn des DBB-Pokals in der Altersklasse U18, war's kurz darauf schon bei uns zu lesen. "Online first" nennen wir das. Wenn besonders wichtige Ereignisse passieren, können wir im digitalen Zeitalter mit dem Vermelden nicht mehr bis zur nächsten Zeitungsausgabe warten.

So halfen wir sonntags mit, die freudige Nachricht des Titelgewinns in die Welt zu tragen, der mit dem sechsten Platz des Regionalliga-Männerteams und dem sicheren Klassenerhalt der Regionalliga-Frauen die Saison zu einer überaus erfolgreichen für die MTV-Basketballer machte.

Den bis dato bittersten Moment des Jahres für die Handballerinnen der TSG Ober-Eschbacherlebte ich mit. Vor vollen Rängen in der Albin-Göhring lief am 1. Mai der letzte Angriff der "Pirates" gegen Mainz 05 II. Mit nur einem Tor hätte die Mannschaft den noch benötigten Punkt zum Klassenerhalt sichern und eine grandiose Aufholjagd krönen können, vor deren Anfang es keinen Manager, keinen Trainer und kein Geld gegeben hatte.

Doch der finale Wurf aus dem Rückraum war nicht gut vorbereitet. Tempogegenstoß, Tor, 21:23, Abpfiff. Der Abstieg? Es schien so. Die Spielerinnen sanken zu Boden, manche weinten hemmungslos. Doch es wurden noch Plätze frei in der 3. Liga, die Pirates bekamen mit der Abstiegsrunde eine zweite Chance. Für die sie teilweise ihren Urlaub opferten, die sie mit drei Siegen in drei Spielen nutzten. Die Krux: Die Saisonplanung konnte erst mit mehrwöchiger Verspätung forciert werden. Ein paar personelle Fehlgriffe und mehrere hohe Niederlagen später stecken die Pirates wieder im Abstiegskampf und der Kader ist abermals (zu) klein.

TZ-Sportchef Thorsten Remsperger

 

Kontrastprogramm ein paar Tage später, ein paar Kilometer weiter in Oberursel. Ihren Moment des Jahres konnten die Handballerinnen der TSG Oberurselnicht selbst bestimmen. Er trug sich am 4. Mai in anderer Halle zu.

Die Saisonabschlussfeier in der EKS lief am Abend schon, als das Hüttenberger 31:31 gegen Nieder-Roden die Runde machte. Echt? Gibt's nicht! Das Team von Trainer Paul Günther hatte den Konkurrenten also noch überholt. Hessenmeister! Ziel erreicht. Aber aufsteigen wollten Orschels Damen nicht. Lieber wieder um den Titel mitspielen als gegen den Abstieg.

Prägende Charakterköpfe

Oberursels nimmersatter und ewig ehrgeiziger Meistermacher Günther gehört für mich deshalb zu den Charakterköpfen des Jahres. Aber auch Männertrainer Jürgen Merz, der für den glücklosen Klemens Naß übernahm und die TSGO-Herren in der Bezirksoberliga schnell zum Spitzenteam formte. Oder Laken Elizabeth James aus Green Bay in Wisconsin. Die Spielmacherin von Extra-Klasse könnte die "Falcons", HTG Bad Homburgs Basketballerinnen, in den Zweitliga-Playoffs 2020 so weit führen, wie noch nie (Maximum bisher: Halbfinale).

Auch Fabian Fermin Hernandezist ein Gesicht des Jahres. Dank seiner Arbeit als Trainer haben erstmals zwei Jugendmannschaften der Bad Homburg Hornets in einer Saison die DM-Endrunde erreicht. Ebenso Moritz Schneider, der für den Höhenflug des Hockey-Clubs Bad Homburg mit verantwortlich zeichnet und zum "Trainer des Jahres" im Hochtaunus gewählt wurde. Und nicht zuletzt Tim Miscovich.

Durch den leisen Abgang des Quarterbacks nach verpasstem Zweitliga-Aufstieg von Bad Homburgs Footballern habe ich wieder etwas dazugelernt. Der Macher der Sentinels wollte für sein sportliches Karriereende nicht die große Bühne, er nahm den Hinterausgang. "Irish Exit" nennen das die Amerikaner. Aha.

In diesem Sinne: "Wish you a happy new year!" Mit vielen besonderen Momenten.

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